: Sabrina Thiele
: Work-Life-Balance zur Mitarbeiterbindung Eine Strategie gegen den Fachkräftemangel
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783836626897
: 1
: CHF 38.20
:
: Betriebswirtschaft
: German
: 165
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und dem eines zukünftigen Mangels an Fach- und Führungskräften bei gleichzeitig steigendem Wettbewerbsdruck, lässt sich die zunehmende Relevanz der Mitarbeiterbindung nicht dementieren. Unternehmen sind gefordert, vorhandene Potentialträger zu erkennen und langfristig zu binden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dieses Buch zeigt auf, welche Auswirkungen veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf das zukünftige Erwerbspersonenpotential haben, wie Mitarbeiterbindung aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht zu wirken vermag und warum ausgerechnet die Work-Life-Balance Strategie einen Problemlösungsansatz bietet, um sich als guter Arbeitgeber"High Potentials" zu sichern und dem gefürchteten Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Hinsichtlich der gesellschaftlichen Veränderungen und seinen Auswirkungen, werden der demographische Wandel in Deutschland, der Wertewandel, sowie die Globalisierung begründend angeführt. Es werden ausgewählte Einflussfaktoren der Mitarbeiterbindung wie Commitment, Arbeitszufriedenheit oder Variety Seeking aufgegriffen, um einen Einblick in die Wirkungsweisen von Bindungsinstrumenten zu vermitteln. Die gewonnenen Erkenntnisse werden auf die Work-Life-Balance Strategie mit ihren dazugehörigen Maßnahmen übertragen und dadurch die potentielle Wirkung verdeutlicht. Darüber hinaus wird die Strategie im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen erläutert, das Bewusstsein ihrer Existenz und das allgemeine Interesse an ihr aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht überprüft. In einer abschließenden schriftlichen Befragung von Personalverantwortlichen deutscher Betriebe, wird die Akzeptanz der Work-Life-Balance Strategie, die Bedeutung der Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder betrieblich geförderte Kinderbetreuung, sowie der Einsatz dieser Maßnahmen in deutschen Betrieben untersucht.
Textprobe: Kapitel 3.2.2.1, Kalkulatives Commitment: Das kalkulative beziehungsweise fortsetzungsbezogene Commitment resultiert aus der persönlichen Wahrnehmung des Beschäftigten über seine materiellen, sozialen oder kulturellen Einbußen, die ihm durch einen Arbeitgeberwechsel entstehen. Dieses Bewusstsein über den potentiellen Verlust ist nach Meyer und Allen ausschlaggebend dafür, dass fortsetzungsbezogenes Commitment überhaupt erzeugt oder verstärkt werden kann. Vom Hofe bezeichnet diese Einbußen als 'ökonomische (und soziale) Wechselbarrieren'. Das bedeutet, in diesem Fall bleibt der AN dem UN erhalten, wenn er die durch sein Verlassen des UN entstehenden Nachteile, beispielsweise geringeres Entgelt, schlechtere Arbeitsbedingungen, schlechteres Arbeitsklima oder die Nichtverwertbarkeit von speziellen Fähigkeiten und Kenntnissen als sehr gravierend wahrnimmt. Sind dem Beschäftigten die potentiellen Mängel nicht wertvoll genug, würde eine Entgelterhöhung, eine spezielle Fortbildung o.ä. kein kalkulatives Commitment erzeugen. Diese Bindungsform ist also auf einen rationalen Auslöser zurückzuführen, daher existieren neben der Bezeichnung kalkulatives Commitment ebenfalls die Begriffe rationales Commitment oder fortsetzungsbezogenes Commitment. Nach Klimecki/ Gmür entspringt diese Form der Bindung 'einem Kalkül der Verluste'. So können monetäre Maßnahmen kalkulativ bindend wirken, wenn deren Anstieg an die Dauer der Betriebszugehörigkeit gebunden ist. Arbeitgeber können zum Beispiel das Gehalt pro Beschäftigungsjahr erhöhen oder die Dauer der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall über den gesetzlichen Zeitraum von sechs Wochen hinaus nach Betriebszugehörigkeit gestaffelt verlängern. Aber auch nichtmonetäre Ursachen, wie der persönliche auf Erfolg basierende Status im UN oder eine spannende, auf betriebsspezifischem Wissen beruhende Arbeitsaufgabe, können kalkulative Bindung erzeugen, ebenso die Karriereförderung. Die kalkulative Bindung kommt immer dann zum Tragen, wenn die im UN erarbeiteten Vorteile nicht auf eine neue Stelle in einem neuen Unternehmen übertragen werden können. Doch auch ein Mangel an Alternativangeboten anderer AG kann fortsetzungsbezogenes Commitment hervorrufen. Gemäß dem Sprichwort:'...Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach'. Kalkulativ gebundene AN hande
Inhaltsverzeichnis3
Abkürzungsverzeichnis6
Abbildungsverzeichnis7
Tabellenverzeichnis9
1. Einleitung10
1.1 Ziele des Buches11
1.2 Gang der Untersuchung12
2. Fachkräftemangel als Folge gesellschaftlichen Wandels13
2.1 Fachkräfte und Fachkräftemangel14
2.2 Demographischer Wandel in Deutschland16
2.2.1 Entwicklung der Geburtenrate17
2.2.2 Entwicklung der Lebenserwartung19
2.2.3 Wanderungssaldo in Deutschland20
2.2.4 Prognosen zur Demographie bis 205021
2.3 Wertewandel in der Gesellschaft22
2.3.1 Von der Pflicht und Akzeptanzkultur zur Selbstverwirklichungskultur23
2.3.2 Genderproblematik27
2.3.3 Prognosen zum Wertewandel29
2.4 Im Zeitalter der Globalisierung29
2.4.1 Globalisierungsbedingte Herausforderungen für Unternehmen30
2.4.2 Globalisierungsbedingte Herausforderungen für Beschäftigte32
2.4.3 Prognosen zur Globalisierung32
2.5 Folgen des gesellschaftlichen Wandels und potentieller Lösungsansatz33
3. Mitarbeiterbindung37
3.1 Abgrenzung des Begriffs Mitarbeiterbindung39
3.2 Bindungszustände: Gebundenheit und Verbundenheit42
3.2.1 Commitment45
3.2.2 Drei-Komponenten-Modell des Commitments47
3.2.2.1 Kalkulatives Commitment49
3.2.2.2 Normatives Commitment51
3.2.2.3 Affektives Commitment52
3.2.3 Arbeitszufriedenheit55
3.2.4 Ausprägungen der Arbeitszufriedenheit und ihre Bindungswirkung57
3.2.4.1 Stabilisierte, progressive und resignative Arbeitszufriedenheit58
3.2.4.2 Pseudo-, fixierte und konstruktive Arbeitszufriedenheit60
3.2.5 Arbeitszufriedenheit und Commitment62
3.2.6 Variety Seeking64
3.3 Fazit zur Mitarbeiterbindung67
4. Work-Life-Balance als Mitarbeiterbindungsstrategie69
4.1. Anwendung des Strategiebegriffs auf Work-Life-Balance70
4.2 Work-Life-Balance im Kontext des gesellschaftlichen Wandels72
4.2.1 Steigendes Interesse an Work-Life-Balance73
4.2.2 Work-Life-Balance Strategie gegen Fachkräftemangel74
4.2.3 Auswirkung der W-L-B-Strategie auf Commitment , AZ und Variety Seeking76
4.3 Fazit zur Work-Life-Balance79
5. W-L-B durch familienfreundliche Maßnahmen81
5.1 Flexible Arbeitszeitmodelle82
5.1.1 Arbeitszeit82
5.1.2 Arbeitszeitflexibilisierung83
5.1.3 Gleitzeit84
5.1.4 Arbeitszeitkonten84
5.1.5 Sabbaticals86
5.1.6 Teilzeit86
5.1.7 Job Sharing88
5.2 Kritische Würdigung der Arbeitszeitmodelle89
5.3 Telearbeit92
5.3.1 Heimbasierte Telearbeit93
5.3.2 Mobile Telearbeit93
5.3.3 Centerbasierte Telearbeit94
5.4 Kritische Würdigung der Telearbeit94
5.5 Ergänzende familienorientierte Maßnahmen95
5.5.1 Kontakthalte- und Wiedereinstiegsregelungen95
5.5.2 Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung96
5.5.3 Familienservices97
5.6 Kritische Würdigung der ergänzenden familienorientierten Maßnahmen97
6. Empirie99
6.1 Auswahl und Ansprache der Betriebe100
6.2 Ausgewählte Untersuchungsmethode101
6.3 Zweck und Aufbau der Befragung102
6.4 Datenkodierung106
6.5 Datenauswertung106
6.5.1 Auswertung zur ersten These108
6.5.2 Auswertung zur zweiten These112
6.5.3 Auswertung zur dritten These118
6.5.4 Auswertung zur vierten These122
6.6 Fazit zur Umfrage125
7. Fazit127
Anlagen131
Anlagenverzeichnis131
Literaturverzeichnis149
Zeitschriftenartikel- und Publikationenverzeichnis158
Internetquellen159