: Christa Bernuth
: Damals warst du still Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641023676
: 1
: CHF 12.60
:
: Spannung
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Nerven zerreißender psychologischer Thriller.

Der Sohn des Familientherapeuten Fabian Plessen wird tot aufgefunden. In seine Leiche wurde das Wort „warst“ geritzt. Kaum hat Kriminalhauptkommissarin Mona Seiler zu ermitteln begonnen, taucht eine zweite Leiche auf: Auch auf dem Körper von Sonja Martinez steht ein Wort: „damals“. Als Mona erfährt, dass Sonja Martinez bei Plessen in Behandlung gewesen war, scheint der Fall klar. Aber Mona hat das Gefühl, etwas Wichtiges übersehen zu haben. Bei ihrem Chef stößt sie jedoch auf taube Ohren – und das hat tödliche Konsequenzen …

Christa von Bernuth ist Schriftstellerin und Journalistin. Ihre Romane »Die Stimmen«, »Untreu«, »Damals warst du still« und »Innere Sicherheit« wurden mit Mariele Millowitsch und Hannah Herzsprung in den jeweiligen Hauptrollen verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt. Mit »Tief in der Erde« hat sie erstmals einen Kriminalroman veröffentlicht, der von einer wahren Begebenheit inspiriert wurde. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
2
Dienstag, 15.7., 4.00 Uhr
Es war immer dieselbe Kneipe in der sie sich trafen, ein ehemaliges Striplokal mit dem hochtrabenden NamenPalais, das anschließend zu einem Club umfunktioniert worden war, bis auch der neue Betreiber pleite ging. Heute kamen nur noch Trinker der untersten Kategorie. Dafür hatte dasPalais jede Nacht bis sechs Uhr morgens geöffnet, dem offiziellen Ende ihrer Arbeitszeit.
In dieser Nacht stießen David und sein Partner Janosch die Tür auf wie jede Nacht, wenn sie Dienst hatten. Wie jede Nacht blickten die vier, fünf traurigen Gestalten im Lokal kurz auf und rasch wieder auf ihr Glas herunter, als sie die beiden jungen, gesunden Männer erkannten, die nicht dazu- und nicht hierher gehörten. Sie kamen aus einer Welt voller Kraft und Energie, deren reine Existenz den Männern an der Bar mittlerweile ganz unmöglich schien, vor allem um diese Uhrzeit, vor allem an diesem heruntergekommenen Ort mit seinem schmuddligen Tresen und seinen abgewetzten, fleckigen Plüsch-Separees.
David und Janosch blieben einen Moment stehen, um sich in der schummrigen Beleuchtung zu orientieren. Jeder von ihnen trug eine Plastiktüte voller bunter Pillen, braunen, harzig duftenden »Pieces«, weißer Kristalle. In wenigen Sekunden würden sie ihre Tüten auf den Tisch knallen, die anderen würden sie mit Hallo begrüßen, und sie würden feiern: dass eine weite