Das ambulante Operieren im Krankenhaus
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Frank Volkmer
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Das ambulante Operieren im Krankenhaus
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Diplomica Verlag GmbH
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9783836613170
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1
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CHF 31.10
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Betriebswirtschaft
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German
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128
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kein Kopierschutz/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Sich ständig ändernde Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit den gestiegenen Anforderungen eines sich im Wettbewerb befindlichen Dienstleistungsunternehmens gerecht zu werden, zwingen die Krankenhäuser ihre Organisation, ihre Prozesse sowie ihr Leistungsangebot permanent einer kritischen Überprüfung zu unterziehen und ggf. Änderungen und Anpassungen für die Zukunft vorzunehmen. Neben der DRG-Einführung stellt die Überwindung der Grenzen zwischen ambulanten und stationären Sektor eine besondere Herausforderung dar. Eine Möglichkeit in diesem Bereich aktiv zu werden ist das ambulante Operieren nach § 115b SGB V, zu dem die Krankenhäuser seit dem Jahr 1993 zugelassen sind. Das vorliegende Buch gibt einen Überblick über diesen Leistungsbereich. Nach der Einleitung werden in Kapitel 2 die Rechtsgrundlagen sowie die Regelungen zur Vergütung der ärztlichen Leistungen und der erforderlichen Sachmittel erläutert. Auch die Systematik des Kataloges der erbringbaren Leistungen wird dem Leser näher gebracht. Die gestiegene Bedeutung dieses Leistungsbereichs wird anhand entsprechender Daten aufgezeigt. In Kapitel 3 wird der Frage nachgegangen, welche Motivation die für ein Krankenhaus verantwortlichen Entscheidungsträger dazu bewegen könnte, sich mit der Option des Einstiegs in das ambulante Operieren bzw. dessen Ausbau auseinander zu setzen. In diesem Zusammenhang ist die Analyse der Nachfrager- und der Anbieterseite, zweite sowohl aus dem Blickwinkel 'potenzieller Konkurrent' als auch 'potenzieller Kooperationspartner', unerlässlich. Auch die Frage der notwendigen Investitionen und deren Finanzierung wird in diesem Abschnitt beleuchtet. Die Kapitel 4 und 5 setzen sich mit der konkreten Planung eines Leistungsangebotes auseinander. Dies erfolgt aufgrund der Komplexität des Sachverhalt modellhaft anhand von Beispielen. Basis hierfür bildet eine leistungsbezogene Kosten- und Erlösplanung. Darauf aufbauend wird dargestellt, dass verschiedene Formen der Organisation des ambulanten Operierens verschiedene zu realisierende Kostendeckungsgrade nach sich ziehen. Hierfür wird die stufenweise Fixkostendeckungsrechnung für die spezifischen Gegebenheiten des ambulanten Operierens modifiziert. Die Planung der Leistungen erfolgt im Anschluss mittels der Programmoptimierung. Das Buch soll dem Leser die Grundlagen des ambulanten Operierens im Krankenhaus näher bringen, seine Bedeutung, auch für die Zukunft, aufzeigen, die Notwendigkeit der Leistungsplanung unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten darstellen sowie Möglichkeiten zur Umsetzung erläutern.
Frank Volkmer, Diplom-Kaufmann (FH), geb. 1973, Tätigkeit bei der AOK für das Land Brandenburg (u.a. im Controlling) 1994-2001, zugleich Studium zum AOK-Betriebswirt 1996-1999, seit 2002 Referent für Krankenhausfinanzierung bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft (Schwerpunkt Finanzierung und Abrechnung ambulanter Leistungen), zugleich Studium der Betriebswirtschaft an der FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management 2003-2007.
Kapitel 4.3, Die Planung der Kosten je Leistung:
Die Grundsätze zur Kostenplanung: Bei der Kostenplanung für die zu bewertenden Leistungen sind sowohl die der Leistung direkt zuordenbaren Einzelkosten als auch die Gemeinkosten, die dem Kostenträger „ambulante Operation“ nicht direkt sondern nur über Schlüssel bzw. Bezugsgrößen zugeordnet werden können, zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist im Krankenhaus in einem ersten Schritt bei der Planung kostenartenbezogen in Personal- und Sachkosten zu unterscheiden.
Die Personalkosten, zu denen der ärztliche Dienst, der Pflegedienst sowie der medizinisch-technische Dienst bzw. Funktionsdienst i.S.v. zu unterscheidenden Kostenarten zählen, werden nahezu ausschließlich den Gemeinkosten zuzuordnen sein. Ein direkter Leistungsbezug wäre lediglich denkbar, wenn ein Krankenhaus sich im Einzelfall der Mitarbeit eines externen Operateurs (bspw. niedergelassener Vertragsarzt) bedient und diesen operationsbezogen vergütet. Aber auch in diesem Fall wären die Personalkosten der anderen an der Operation beteiligten Mitarbeiter, bspw. Anästhesist oder Assistent, lediglich als Gemeinkosten zuordenbar.
Zu den für ein Krankenhaus relevanten Sachkostenarten zählen die Arzneimittel, die Implantate / Transplantate und die Sachmittel des übrigen medizinischen Bedarfs, wie bspw. Verbandmittel, Desinfektionsmittel oder Narkosegase. Diese dem medizinischen Bedarf zuzurechnenden Sachkosten machen im stationären Bereich durchschnittlich knapp die Hälfte der relevanten Sachkosten aus. Aber auch allgemeiner Verwaltungs- und Wirtschaftsbedarf, Wasser, Energie, Strom und Lebensmittel sind in diesem Zusammenhang zu berücksichtigende Faktoren. Letztere sind im Rahmen der ambulanten Leistungserbringung zu vernachlässigen.
Die Ermittlung der leistungsbezogenen Einzelkosten: Der Grundsatz, möglichst viele Kostenarten als Einzelkosten zu verrechen bzw. zu planen, führt dazu, dass die Betrachtung dieser Kosten der erste Schritt im Rahmen der konkreten Kostenplanung ist. Beim ambulanten Operieren orientiert sich die Ermittlung der Einzelkosten im Wesentlichen an den eingriffsbezogenen Sachmitteln.
Ob zu berücksichtigende Kosten im konkreten Einzelfall als Einzel- oder Gemeinkosten zu bezeichnen sind, hängt vom Bezugsobjekt ab. Darüber hinaus gibt es auch Grenzbereiche an denen es durchaus Überschneidungen geben kann. So sind die sog. unechten Gemeinkosten bei theoretischer Betrachtungsweise dem Kostenträger durchaus zuordenbare Einzelkosten, werden aus Vereinfachungsgründen in der Praxis dennoch als Gemeinkosten behandelt.
Die Planung der Einzel(material)kosten bezieht sich immer auf die Kalkulationseinheit – den Kostenträger, hier also die ambulante Operation bei einer bestimmten Indikation. Für jede Produktart, die für die Einzelkostenzuordnung in Frage kommt, werden die Einzelmaterialmengen festgelegt, die für die Erstellung der Kalkulationseinheit planmäßig verbraucht werden. Die hierbei auf den einzelnen Kostenträger bezogenen Verbrauchmengen werden als Standard bezeichnet. Die zu ermittelnden Kosten für diese Materialien ergeben sich aus der Multiplikation der geplanten Mengen mit dem geplanten Preis je Einzelmaterial. Bei diesem Vorgehen muss sich an der zugrunde zu legenden Annahme einer planmäßigen Produktgestaltung, planmäßiger Materialeigenschaften und planmäßigen Ablaufs der Leistungserstellung orientiert werden. In diesem Kontext besteht insbesondere beim ambulanten Operieren die Gefahr, dass mit einem Aufwand gearbeitet wird, der dem des stationären Standards entspricht. Dies gilt vornehmlich für die Personalausstattung und bereits verinnerlichte Prozesse, die aus dem stationären Bereich unverändert übernommen werden könnten. Aber auch bei höherwertigen Sachmitteln, die den Einzelkosten zuzuordnen sind, kann es ggf. sich auf die Indikation (Fallschwere) beziehende Unterschiede bei den Materialeigenschaften geben, die sich in den Verbrauchmengen sowie dem Einkaufspreis und somit in den Kosten des Krankenhauses widerspiegeln.
Zur Erarbeitung der Standards bieten sich grds. folgende Verfahren an: (1) Festlegung auf Basis von Studien und Berechnungen, die sich auf vorliegende Vergangenheitswerte beziehen. (2) Ermittlung aufgrund von Schätzungen erfahrener Kostenplaner. (3) Festlegung auf Basis von Probeläufen und Musteranfertigungen. (4) Ableitung aus statistischen Vergangenheitswerten. (5) Heranziehung externer Richtzahlen.
Bei der Erbringung von operativen Leistungen am Menschen verbietet sich die Festlegung auf Basis von „Probeläufen“ bzw. „Musteranfertigungen“ schon allein aus ethischen Gründen"
INHALTSVERZEICHNIS
3
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
5
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
8
TABELLENVERZEICHNIS
9
1 Einleitung
10
2 Das ambulante Operieren im Krankenhaus
12
2.1 Die Rechtsgrundlagen
12
2.2 Die erbringbaren Leistungen
14
2.3 Die Regelungen zur Vergütung
17
2.4 Die Bedeutung des ambulanten Operierens
21
3 Die Motivation und die Rahmenfaktoren für den Einstieg
24
3.1 Das bestehende Leistungsangebot und dessen Ausbau
24
3.2 Die Analyse der Nachfrage und des Angebots
29
3.3 Die notwendigen Investitionen und deren Finanzierung
36
4 Die leistungsbezogene Kosten- und Erlösplanung
39
4.1 Die Kostenrechnung und Planungsmöglichkeiten in den Krankenhäusern
39
4.2 Die Ermittlung des potenziellen Leistungsangebotes
42
4.3 Die Planung der Kosten je Leistung
44
4.3.1 Die Grundsätze zur Kostenplanung
44
4.3.2 Die Ermittlung der leistungsbezogenen Einzelkosten
45
4.3.3 Die Ermittlung der leistungsbezogenen Gemeinkosten
48
4.4 Die Planung der Erlöse je Leistung
53
4.5 Die sachmittelbezogene Einzelkosten- und Erlösmodifizierung
55
5 Die Angebotsplanung auf Basis der Deckungsbeitragsrechnung
57
5.1 Die Grundzüge der Teilkostenrechnung
57
5.2 Die Einstiegsentscheidung auf Grundlage der mehrstufigen Fixkostendeckungsrechnung
61
5.2.1 Die Bedeutung der Organisationsform
61
5.2.2 Der Deckungsbeitrag 1 bei vollintegrierter Organisationsform
63
5.2.3 Der Deckungsbeitrag 2 bei der teilseparierten Organisationsform
65
5.2.4 Die Kostendeckung bei der vollseparierten Organisationsform
70
5.3 Die Planung der Leistungen mittels der Programmoptimierung
73
6 Der Modellcharakter des Ansatzes
76
6.1 Die abstrahierte Darstellung
76
6.2 Das Spannungsfeld zwischen versorgungsbezogenen Aufgaben undökonomischen Zielen
78
6.3 Die Unsicherheit durch gesundheitspolitische Entscheidungen
80
7 Zusammenfassung
81
ANHÄNGE
86
LITERATURVERZEICHNIS
106