: Barbara Schlickenrieder
: Die Unternehmensteuerreform 2008 und ihre Konsequenzen. Betrachtung und Darlegung der Wirkungsweise auf Personen- und Kapitalgesellschaften
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783836618182
: 1
: CHF 38.20
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: Betriebswirtschaft
: German
: 91
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

In dieser Studie werden maßgebliche Punkte des Reformpaketes zur Unternehmensbesteuerung 2008 vorgestellt und beurteilt. Vordergründiges Ziel ist die die Wirkungsweise auf die verschiedenen Rechtsformen. Nachdem die Auswirkungen der letzten großen Steuerreform des Jahres 2000 kurz aufgezeigt werden, erfolgt eine Einordnung der zeitlichen Entstehung der Unternehmensteuerreform 2008. Grundintentionen, die zu Beginn des Gesetzgebungsverfahrens seitens der Regierung festgelegt wurden, werden aufgeführt um am Ende der Studie einen Abgleich hinsichtlich der Zielerreichung vornehmen zu können. Die Studie beinhaltet die wichtigenÄnderungen, die Personengesellschaften betreffen. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt hierbei auf der völlig neuen Thesaurierungsbegünstigu g. Außerdem beschäftigt sie sich mit den maßgeblichen Reformpunkten, die auf Kapitalgesellschaften zukommen werden. Im Mittelpunkt stehen die Gesellschafterebene und die Darstellung der Fremdfinanzierungüber Gesellschafterdarlehen. Die wichtigsten Gegenfinanzierungsmaßna men werden vorgestellt und eingehend die Zinsschranke und deren Wirkungsweise erläutert. Im abschließenden Teil erfolgt eine Zusammenfassung wichtiger Erkenntnisse. Weiterhin wird ein Abgleich hinsichtlich ursprünglicher Zielvorstellungen der Regierung und deren Umsetzbarkeit in die Praxis vorgenommen.

Kapitel 5.2 Ebene der Gesellschafter:

In Kapitel 5.2 werden Besteuerungsgrundsätze, die im Privatvermögen und im Betriebsvermögen der Anteilseigner greifen, erläutert. Dabei wird aus Gründen derÜbersichtlichkeit lediglich auf Dividendenerträge und Veräußerungsgewinne aus Anteilen an Kapitalgesellschaften eingegangen.

Anteile im Privatvermögen:

Nach derzeit gültiger Rechtslage sind Dividendenerträge von ausschüttenden Kapitalgesellschaften, die im Privatvermögen der Anteilseigner vereinnahmt werden, gem.§ 3 Nr. 4 Buchstabe d EStG zu 50 % steuerfrei. Der steuerpflichtige Anteil i. H. v. 50 % wird auf der Ebene des Gesellschafters mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Damit einhergehende Werbungskosten (z.B. Finanzierungskosten) können zu 50 % ertragsmindernd berücksichtigt werden.

Veräußerungsgewinne von Anteilen an Kapitalgesellschaften können bis dato generell steuerfrei vereinnahmt werden. Sofern der Verkauf der Anteile aber gem.§ 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 EStG innerhalb eines Jahres nach deren Anschaffung, also innerhalb der alten Spekulationsfrist erfolgt, wird der Gewinn zur Hälfte dem persönlichen Steuersatz unterworfen. Bei Gewinnrealisierung innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr greift also auch das Halbeinkünfteverfahren.

Neuerungen:

Zum 01.01.2009 wird die Abgeltungssteuer gem.§ 32d Abs. 1 i. V. m.§ 52a Abs. 1 EStG eingeführt, die für alle privaten Kapitaleinkünfte greift. Damit entfällt das Halbeinkünfteverfahren für die Dividendenbesteuerung gänzlich. Der neue einheitliche Steuersatz von 25 % zzgl. SolZ ist dann auf den Bruttoertrag aus Dividenden von der Privatperson abzuführen. Damit einhergehende Werbungskosten können gem.

§ 20 Abs. 9 EStG nicht mehr in Abzug gebracht werden. Dies führt zu einer deutlich breiteren Bemessungsgrundlage und somit höherer Steuerbelastung. Die Abgeltungsteuer auf laufende Erträge greift für Kapitaleinkünfte, die nach dem 31.12.2008 zufließen gem.§ 52a Abs. 1 EStG.

Beim Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften entfällt die einjährige Spekulationsfrist, Veräußerungsgewinne sind unabhängig von der Haltedauer zu 100 % steuerpflichtig gem.§ 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EStG, wenn der Gesellschafter zu weniger als einem Prozent am emittierenden Unternehmen beteiligt ist. Der Abgeltungssteuersatz beträgt, wie bei Dividenden, 25 % zzgl. SolZ. Die ewige Veräußerungsbesteuerung greift erstmals für Anteile, die nach dem 31.12.2008 angeschafft werden gem.§ 52a Abs. 10 S. 1 EStG.

Sofern der Kauf der Anteile vor dem 01.01.2009 erfolgt, gilt für entsprechende Veräußerungsgewinne weiterhin die einjährige Spekulationsfrist, sowie das Halbeinkünfteverfahren und die Versteuerung mit dem persönlichen Steuersatz bei Verkauf.

Die Bemessungsgrundlage bei Dividendenerträgen wird gegenüber der alten Rechtslage erheblich erweitert, da der steuerpflichtige Anteil von 50 % auf 100 % erhöht wird. Die Streichung der anteiligen Berücksichtigung der Werbungskosten bedingt ebenfalls eine höhere Bemessungsgrundlage. Beide Faktoren führen zu einer höheren Steuerbelastung.

Der Wegfall der Spekulationsfrist von 12 Monaten führt zu einer ewigen Veräußerungsbesteuerung, was eine deutliche Verschärfung gegenüber der aktuellen Rechtslage bedeutet. Gerade langfristige Vermögensanlagen (Aktienfonds o.ä.) werden damit deutlich an Attraktivität verlieren, weil die Anschaffungskosten ggf.über einen langen Zeitraum dokumentiert werden müssen, um die Steuerbelastung bei Verkauf richtig zu ermitteln.

Sofern die Neuregelung ungünstiger als normale Versteuerung ist, kann die pauschal abgeführte Steuer im Zuge der nächsten Steuererklärung veranlagt werden. Dies bedeutet allerdings eine erheblich zeitverzögerte Erstattung für die Betroffenen."

Inhaltsverzeichnis4
1 Vorwort6
2 Rahmenbedingungen für den Staat und die Unternehmen8
2.1 Entwicklung des Staatshaushalts8
2.2 Entwicklung der Unternehmens- und Vermögensbesteuerung 10
3 Unternehmenssteuerreform 200814
3.1 Verfahrensgang der Gesetzgebung14
3.2 Grundintentionen 15
4 Personengesellschaften16
4.1 Gewerbesteuer16
4.2 Investitionsabzugsbetrag 18
4.3 Thesaurierungsbegünstigung 22
4.3.1 Grundvoraussetzungen und Alternativen der Gewinnbesteuerung 23
4.3.3 Nachversteuerung der Überentnahme in den Folgejahren 28
5 Kapitalgesellschaften 32
5.1 Ebene der Gesellschaft32
5.1.1 Körperschaftsteuer 32
5.1.2 Gewerbesteuer 34
5.2 Ebene der Gesellschafter36
5.2.1 Anteile im Privatvermögen 36
5.2.2 Anteile im Betriebsvermögen 39
5.2.2.1 Einer Kapitalgesellschaft39
5.2.2.2 Einer Personengesellschaft41
5.3 Gesellschafterdarlehen42
6 Gegenfinanzierungsmaßnahmen45
6.1 Im Rahmen des Einkommensteuergesetzes45
6.1.1 Abschreibung45
6.1.1.1 Degressive Abschreibung 45
6.1.1.2 Sofortabschreibung Geringwertiger Wirtschaftsgüter46
6.1.2 Zinsschranke 48
6.1.2.1 Grundlegendes und Ausgangssituation48
6.1.2.2 Tatbestandsmerkmale und Wirkungsweise50
6.1.2.3 Zinsvortrag53
6.1.2.4 Ausnahmen von der Zinsschranke55
6.1.2.4.1 Freigrenze55
6.1.2.4.2 Konzernklausel 56
6.1.2.4.3 Escape – Klausel 57
6.2 Im Rahmen des Körperschaftsteuergesetzes58
6.2.1 Zinsschranke bei Kapitalgesellschaften59
6.2.2 Mantelkauf61
6.2.2.1 Alte und neue Vorschrift61
6.2.2.2 Übertragungsvorgänge und Konsequenzen62
6.2.2.3 Auswirkungen auf mehrstufige Strukturen64
6.2.2.4 Rechtsfolgen und Bewertung65
6.3 Gewerbesteuer 67
6.3.1 Wegfall Betriebsausgabenabzug67
6.3.2 Hinzurechnungen 68
6.4 Außensteuergesetz72
6.4.1 Allgemeine Fremdvergleichsbestimmungen72
6.4.2 Funktionsverlagerung74
7 Schlussbetrachtung79
8 Literaturverzeichnis82