Führerscheinentzug - sofort richtig handeln Rechtzeitige Vorbereitung auf die MPU - Medizinisch-psychologische Untersuchung
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Ulli Rädler
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Führerscheinentzug - sofort richtig handeln Rechtzeitige Vorbereitung auf die MPU - Medizinisch-psychologische Untersuchung
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Goldmann Verlag
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9783641010874
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1
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CHF 6.20
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Recht, Beruf, Finanzen
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German
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225
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB/PDF
Wer seinen Führerschein verliert – es sind 120000 Betroffene jährlich -, muss sich nach einer Sperrfrist einer Fahreignungsbegutachtung, im Volksmund „Idiotentest“ genannt, unterziehen. Ulli Rädler leitet den Leser an, aktiv zu werden und sich die richtige verkehrspsychologische Hilfe zu holen. Das erspart dem unfreiwilligen Fußgänger Ärger, Enttäuschung und Kosten, und er kann zügig und erfolgreich die MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) ablegen.
Ulli Rädler ist Diplom-Psychologe und seit 1993 als Verkehrspsychologe in freier Praxis in München tätig, Fachpsychologie für Verkehrspsychologie (bdp).
ERSTVERSORGUNG
(S. 15-17)
Weg ist nicht gleich weg: Ein Führerscheinentzug ist kein Fahrverbot Dieses Buch handelt davon, wie und wann man auf einen Führerscheinentzug reagieren sollte, um die Fahrerlaubnis möglichst sicher und möglichst bald wiederzubekommen. Diese Vorstellung, man bekäme »seinen« Führerschein wieder, trifft aber auf einen Führerscheinentzug streng genommen gar nicht zu: Ein entzogener Führerschein ist ein für alle Mal weg, das heißt, er landet mit abgeschnittener Ecke in Ihrer Führerscheinakte, die das zuständige Landratsamt führt.
Wenn Sie ihn dann vermeintlich »wiederbekommen«, dann bekommen Sie in Wirklichkeit einen völlig neuen Führerschein, was Sie beispielsweise am nicht mehr ganz so vorteilhaften Passbild und an den neuen Führerscheinklassen erkennen. Um also einen entzogenen Führerschein »wiederzubekommen «, müssen Sie ihn (zumeist) drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist neu beantragen, und anlässlich Ihres Antrags, den das Landratsamt prüft, bekommt dieses häufig Zweifel an Ihrer Fahreignung. Dann macht es die Wiedererteilung vom Bestehen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) abhängig.
Dass diese im Volksmund als »Idiotentest« bekannt ist, liegt nicht etwa daran, dass man Trunkenheitsfahrer für Idioten gehalten hätte, sondern als solche galten in der Wirtschaftswundergesellschaft der Nachkriegsjahre die mehrfachen Prüfungsversager. Die Sitten waren hart im Adenauer- Deutschland, und wer es endlich zu einem Dreigang- Opel geschafft hatte, der hatte wenig Verständnis für Mitbür ger, die dreimal durch die Fahrprüfung fielen. In solchen Fällen bestand nach landläufiger Meinung der begründete Verdacht auf »Idiotie«, denn wozu arbeitet eigentlich jemand, wenn er nicht einmal den Führerschein schafft?
Ich glaube, die Autos damals waren derart lächerlich und teuer, dass viele sie nur genießen konnten, wenn sie hochnäsig auf das niedere Volk herabsahen. Über durchgefallene Fahrschüler zu spotten war für jeden Autofahrer ein Leichtes, denn Führerscheinentzüge waren extrem selten, und der Führerscheinbesitz war Grundlage eines lebenslangen Überlegenheitsgefühles. Inzwischen hat sich das ähnlich wie der Arbeitsmarkt verändert: Sicher ist nichts mehr, und für Überheblichkeit besteht kein Anlass. Heute stellen übrigens die Fahrprüfungsversager nur noch einen kleinen Teil der MPUKundschaft, die diskriminierende Bezeichnung hat sich allerdings für das gesamte MPU-Programm gehalten.
Auch Bus-, Taxi- oder Krankenwagenfahrer müssen eine Art MPU machen, ohne sich als Idioten zu sehen, und Sie sollten das auch nicht. Wenn Sie jedoch das fünfte Mal durch die MPU rasseln, ohne etwas dagegen zu unternehmen, dann könnte eine Beschäftigung mit dem volkstümlichen Begriff für »MPU« angebracht sein. Aber zurück zu Ihrer Führerscheinwiedererteilung: Als Sie vermutlich mit 18 Jahren Ihren PKW-Führerschein beantragt haben, mussten Sie bloß Ihre Fahrkünste in einer theoretischen und praktischen Prüfung nachweisen. Eine Prüfung Ihrer gewissermaßen »charakterlichen« Eignung war damals nicht nötig, denn es lag ja kein Anfangsverdacht gegen Sie vor.
Sie waren ein unbeschriebenes Blatt, man verlangte von Ihnen nur einen Befähigungsnachweis und ging ansonsten davon aus, dass Sie sich redlich bemühen werden, die Verkehrsregeln einzuhalten. Nach einem Führerscheinentzug allerdings steht jedermann gewissermaßen unter Generalverdacht, die Verwaltungsbehörde befürchtet grundsätzlich, dass Sie sich wieder erhebliche Verkehrszuwiderhandlungen leisten werden. In vielen Fällen besteht sie daher auf einer MPU, bevor Sie Ihnen den Führerschein zurückgibt. In welchen Fällen eine MPU angeordnet wird, darüber im nächsten Kapitel mehr.
Inhalt
6
EINLEITUNG
10
Handeln statt leiden
10
Vorsicht Sackgasse: Bluff und reine Prüfungsvorbereitung führen nur selten zum Erfolg
14
ERSTVERSORGUNG
16
Weg ist nicht gleich weg: Ein Führerscheinentzug ist kein Fahrverbot
16
Nur mein Führerschein ist weg, aber nicht meine Eigeninitiative
19
Was ist mir da passiert? Was sehe ich, wenn ich mein »Schicksal« betrachte?
27
Wie reagiere ich? Wie lässt mich meine Umwelt reagieren?
33
Ich lasse mich bestrafen, denke aber schon weiter
40
Welche Interessengruppen zerren an mir, seit ich keinen Führerschein mehr habe?
46
Wen sollte ich selbstständig heranziehen?
54
Beichte oder Ansprache? Wie sage ich’s?
57
Ihr habt gut lachen!
60
Was fehlt mir eigentlich? Wozu brauche ich eine Fahreignung?
66
Wo kommen meine Bataillone?
77
Schadensinspektion: Bin ich ein Totalschaden?
83
Ich bin weder ein Volldepp noch ein Alkoholiker – dann lüge ich eben
104
STRATEGISCHE PLANUNG
112
MPU-»Vorbereitung«: kurzfristiges prüfungstaktisches Einstudieren von Lügenmärchen
112
Verkehrspsychologische Beratung: Denkanstöße und Suchhilfen zur langfristigen Umorientierung
116
Was tun, wenn ich schon ein negatives MPU-Gutachten hinnehmen musste?
121
Strategie
129
Wie finde ich einen Verkehrspsychologen, der mir wirklich zum Führerschein verhilft?
132
Wie gestalte ich den Erstkontakt mit einem Verkehrspsychologen?
139
Wie beurteile ich einen Verkehrspsychologen beim Erstkontakt?
144
Alle wollen nur mein Bestes – mein Geld!
149
BRAINSTORMING
153
Ökonomie
153
»Mein Staat und ich«
159
Punkte sind »Sünden«
163
Alkohol
167
Kritik an der MPU
172
EXKURS
177
Straftaten
177
Krankheiten
178
Drogen
179
Punkte
183
GENERALPROBE
189
Ich tue Gutes und rede dar ber
189
Halbwegs gut ist mir nicht gut genug
193
PRÜFUNG
198
Wo gehe ich zur MPU hin?
198
Kaltstart oder Warmstart?
203
Die MPU als Stellenbewerbung
205
Erleichterung und Leichtsinn
208
LITERATUR
212
Register
216