Lexikon Musiktherapie
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Hans-Helmut Decker-Voigt, Eckhard Weymann (Hrsg.)
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Lexikon Musiktherapie
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Hogrefe Verlag Göttingen
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9783840921629
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2
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CHF 47.90
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Angewandte Psychologie
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German
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593
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Ob als Nachschlagewerk für Praktiker, Lehrende, Forschende und Studierende oder als informatives »Lesebuch« bietet das Lexikon eine umfassende Orientierung in dem mittlerweile vielfältig verästelten Fachgebiet der Musiktherapie. In zweiter, überarbeiteter und erweiterter Auflage stellt dieses bewährte Handbuch kompakt aufbereitet und verständlich geschrieben die zentralen Positionen dieser künstlerischen Therapieform dar. Ausgewiesene Experten behandeln in 123 Stichwörtern ein breites Spektrum an Themen, wie z. B. die Bedeutung des Hörens und seine Beeinträchtigungen, musiktherapeutische Diagnostik und Indikation, Spielarten (musik-)therapeutischer Methodologie und Praxeologie, Fragen der ästhetischen Positionierung oder der Ethik des Berufs. Dabei werden aktuelle Forschungsergebnisse vermittelt, die Theoriebildung nachgezeichnet und die konkrete Anwendung in unterschiedlichsten Feldern vorgestellt. Die in der zweiten Auflage neu aufgenommenen Beiträge behandeln unter anderem folgende Themen: »Musiktherapie mit alten Menschen«, »Berufsrecht in der Musiktherapie«, »Geschichte der ostdeutschen Musiktherapie«, »Musiktherapie mit hyperaktiven und verstummten Kindern«, »Säuglingsforschung und Musiktherapie«, »Onkologie und Musiktherapie« oder »Musiktherapie an Musikschulen«.
Berufsständische Organisationen der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten
(S. 89-90)
Hanna Schirmer und Ilse Wolfram
Einleitung
Seit dem Jahr 1969 sind in Deutschland musiktherapeutische Verbände, Berufsverbände und Gesellschaften je nach politischem, theoretischem oder methodischem Hintergrund gegründet worden. An ihnen lässt sich auch die Geschichte der deutschen Musiktherapie in West und Ost nachvollziehen.
Der vorliegende Beitrag stellt einen Abriss dar, der sowohl die Entwicklung einzelner Organisationen als auch die früheren und aktuellen gegenseitigen Beziehungen der Verbände beschreibt. Die für die überschrift dieses Artikels verwendete Bezeichnung"berufsständische Organisationen", soll nicht nur einen Oberbegriff darstellen, sondern entspricht auch der Wortwahl der EMTC (European Music Therapy Confederation) auf der europäischen Ebene, deren Mitglieder ausschließlich"professional organizations", sind. Häufig wird die tatsächlich existierende Vielfalt der durch die deutschen Organisationen vertretenen fachlichen Ansätze positiv beschrieben.
Ob diese Bewertung zutrifft, und wie sich diese immer wieder erklärungsbedürftige Vielfalt auf die heutige Lage der Musiktherapie im Sozial- und Gesundheitswesen und die Bemühungen um eine berufsrechtliche Anerkennung auswirkt, ist eine Frage, auf die der vorliegende Beitrag eine Antwort zu geben versucht.
Rechtliche Grundlagen und allgemeine Ziele musiktherapeutischer Organisationen
Alle musiktherapeutischen Organisationen in Deutschland sind Vereine und damit juristische Personen, deren Rechtsform im BGB, Erstes Buch, §§ 21-79 geregelt ist. Ein Verein erhält seine Rechtsfähigkeit durch den Eintrag ins Vereinsregister (e.V.). Der Zweite Titel des BGB enthält Vorschriften für die Struktur von Vereinen im Einzelnen, z. B. im § 26 für den Vorstand, § 27 für die Geschäftsführung, § 32 gibt Auskunft über Rechte und Pflichten der Mitgliederversammlung, § 38 regelt die Mitgliedschaft und § 57/58 die Satzung (BGB, 2005). Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand ist in seiner Geschäftsführung an die Satzung gebunden, deren wichtigste Bestandteile im BGB (a. a. O.) vorgeschrieben sind und die in ihren Feinheiten von der Mitgliederversammlung bestimmt wird. Dadurch besteht die Gewähr, dass ein Vorstand die Vereinszwecke verfolgt und die Interessen der Mehrheit seiner Mitglieder vertritt. Die Frage der Gemeinnützigkeit einer Organisation wird von den örtlichen Finanzämtern geprüft.
In der Regel ist dies ein sehr genauer Prüfungsvorgang, der die Anerkennung der Gemeinnützigkeit nur für eine bestimmte Frist entscheidet.
1. Berufsverbände - allgemeine Beschreibung
Berufsverbände als Zusammenschluss von Angehörigen einer Berufsgruppe sollen deren Berufsinteressen vertreten. Dazu gehören Verhandlungen zur Sicherung angemessener Arbeitsbedingungen, die Weiterentwicklung des Berufsbildes in Praxis, Lehre und Forschung, und u. a. die Wahrung und Weiterentwicklung professioneller Standards durch Aufnahmekriterien, Festlegung eines Berufskodex, sowie die Abstimmung der Qualifizierung mit den Studiengängen und Ausbildungen.
2. Fachverbände - allgemeine Beschreibung
Fachverbände verfolgen in der Regel die Förderung und Verbreitung des Berufszweiges, wobei es fließende übergänge zum Berufsverband geben kann. So versteht sich die"Deutsche Gesellschaft für Supervision DGSV", beispielsweise als"Fach- und Berufsverband",. In der Praxis der fachlichen und berufspolitischen Arbeit sind Gemeinsamkeiten, Zusammenarbeit und überschneidungen der Umsetzung der Aufgaben häufig geworden. Es kann Doppelmitgliedschaften geben."
Vorwort
6
Inhaltsverzeichnis
10
Abhängigkeitserkrankungen
20
Ästhetik und Musiktherapie
26
Aktive Musiktherapie
28
Altersdemenz und Musiktherapie
30
Von einer „Altorientalischen“ zur „Ethnomusiktherapie“
37
Analogie und Musiktherapie
44
Anthroposophische Musiktherapie
52
Appelle und Appellwirkung von Musikinstrumenten
61
Archaische Musikinstrumente
65
Archivierung und Dokumentation von musiktherapeutischem Material
72
Assoziative Improvisation
73
Atemtherapie und Musiktherapie
76
Auditive Stimulation
79
Ausdruck
81
Ausdruckstherapie und Musiktherapie
83
Autismus
86
Balint-Arbeit
93
Behandlungsschritte
95
Berufsethik
102
Berufsrecht in der Musiktherapie
104
Berufsständische Organisationen der Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten
107
Beschreibung und Rekonstruktion
118
Beziehung Patient – Therapeut
123
Bildnerisches Gestalten
127
Cardiologische Rehabilitation und Musiktherapie
129
Community Music Therapy
134
Denkprozesse
139
Empathie
141
Ethnologische Aspekte in der Musiktherapie
142
Evaluationsforschung, Musiktherapeutische
146
Formenbildung
151
Forschungsmethodik
154
Frühe Mutter-Kind-Spiele
158
Funktionale Musiktherapie am Beispiel der neurologischen Rehabilitation von Schlaganfallpatienten
160
Geschichte der Musiktherapie/MusikMedizin nach 1945 in Deutschland
163
Geschichte der ostdeutschen Musiktherapie
166
Geschichtlicher Hintergrund zu musiktherapeutischen Methoden der Gegenwart
169
Gestalttherapie und Musiktherapie
174
Gruppendynamik
179
Gruppenfunktionen und Phasen der Gruppenbildung
182
Gruppenmusiktherapie
185
Guided Imagery and Music (GIM)/ Musikimagination (MI)
191
Handlungsbegriff
195
Harmonikale Forschung
198
Hörorgan: Entwicklung und Bedeutung
202
Hyperaktive und verstummte Kinder
206
Improvisation und Musiktherapie
209
Improvisationsbewegung, geschichtlicher Abriss
214
Improvisationsgehalt
219
Indikation
222
Innere Medizin
226
Integrales Bewusstsein
228
Integrative Musiktherapie
233
Intermusiktherapie
239
Introjekt, Introjektion
240
Katamnese (im Sinne: Wirkung von Behandlung)
242
Kindermusiktherapie
247
Klangtrance
253
Körperwahrnehmung
260
Komponenten
263
Kristallisationstheorie
272
Kultur- und sozialpsychologische Aspekte
274
Kurzzeittherapie
276
Lehrmusiktherapie
279
Leiborientierte Musiktherapie
281
Lenkung der Aufmerksamkeit (Fokussierende Musiktherapie)
284
Metho