: Klaus J. Zink
: Mitarbeiterbeteiligung bei Verbesserungs- und Veränderungsprozessen Basiswissen - Instrumente - Fallstudien
: Carl Hanser Fachbuchverlag
: 9783446415904
: 1
: CHF 44.40
:
: Management
: German
: 372
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Verä derungs- und Verbesserungsprozesse lassen sich am besten meistern, wenn die Mitarbeiter davon überzeugt sind und daran beteiligt werden. Doch meist werden ihre Ideen und Kompetenzen nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Dieses Grundlagenwerk setzt hier an und zeigt, wie Mitarbeiter in Verbesserungs- und Veränderungsprozesse eingebunden werden können.
Ob es sich um 'traditionelle' KVP-Ansätze handelt, um die Einführung neuer Technologien oder um die Beteiligung von Mitarbeitern in Strategie-Entwicklungs- oder Deployment-Prozessen, die einzelnen Konzepte werden fundiert und praktisch umsetzbar vorgestellt.
Highlights
- Erfolgreich den Wandel meistern
- Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit nachhaltig steigern
- Mit konkreten Handlungsanleitungen und zahlreichen Praxisbeispielen
2 Anlässe und Ansätze der Partizipation (S. 13-14)

Zur erfolgreichen Realisierung von Verbesserungs- und Veränderungsprozessen ist es somit unerlässlich, die Betroffenen einzubeziehen. Dabei geht es auch darum, solche Methoden oder Ansätze zu nutzen, mit denen die betreffenden Personen motiviert werden, ihre Bedürfnisse zu formulieren und in den Gestaltungsansatz einzubringen. Im Folgenden werden die jeweiligen Entwicklungslinien dreier grundlegender Partizipationsansätze beschrieben. Ausgehend von der Beteiligung der Mitarbeiter im Rahmen von kontinuierlichen Verbesserungsprojekten über verschiedene projektorientierte Gruppenkonzepte bis hin zur Beteiligung im Rahmen von Großgruppenveranstaltungen.

Diese drei grundlegenden Ansätze folgen sowohl einer historischen Gliederung als auch dem Umfang der Partizipation (was gegebenenfalls damit zusammenhängt). Die ältesten Konzepte sind jene, die primär die Beteiligung der ausführenden Ebene am Prozess der kontinuierlichen Verbesserung zum Ziel hatten bzw. noch heute haben. Die Veränderungen beziehen sich zumeist auf eher bereichsbezogene Themen (Arbeitsabläufe, Gesundheit, Sicherheit etc.). Das Beteiligungsorientierte Projektmanagement zielt in der Regel (bzw. nach Bedarf) auf eine Einbindung möglichst vieler unterschiedlicher Mitarbeitergruppen bzw. Hierarchieebenen im Rahmen von eher bereichsübergreifenden oder organisationsweiten Veränderungsprozessen mit einem breiten thematischen Spektrum. Der historisch jüngste Ansatz der Partizipation sind Großgruppenkonferenzen, die – wie der Name schon sagt – eine Einbeziehung möglichst vieler bzw. aller Mitarbeiter zum Ziel haben. Hierbei geht es vor allem um solche Themen, deren Bedeutung den damit verbundenen Aufwand rechtfertigt. Die getrennte Darstellung der einzelnen Konzepte darf nicht so verstanden werden, dass diese „unabhängig" voneinander sind. Bei umfassenden Veränderungsansätzen können alle drei hier akzentuierend abgegrenzten Konzepte zum Einsatz kommen.

2.1 Beteiligung an Kontinuierlichen Verbesserungsprozessen

Die Beteiligung der Mitarbeiter der ausführenden Ebene an betrieblichen Problemlösungen hat unterschiedliche Quellen – und fallweise auch Intentionen. So hatte das japanische „Quality (Control) Circle"-Konzept die Idee der kontinuierlichen Verbesserung im Fokus, während der skandinavische Ansatz stärker das Thema „Mitsprache" in den Vordergrund stellte. Die deutsche Lernstatt bezog sich zunächst eher auf die Vermittlung von Sprachkompetenz und näherte sich dann später den Quality Circles an. Auch die KVP-Gruppen im Rahmen Ganzheitlicher Produktionssysteme haben diesen Ursprung.

2.1.1 Quality (Control) Circles

Der historische Ursprung der Beteiligung von Mitarbeitern der ausführenden Ebene an der Analyse und Lösung betrieblicher Probleme geht auf die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als auf Initiative der „Union of Japanese Scientists and Engineers" (JUSE) (vgl. QC Circle Headquarters, JUSE, 1980, iii) in Verbindung mit General McArthur amerikanische Experten (z. B. Deming und Juran) das Gedankengut der systematischen Qualitätskontrolle nach Japan brachten. Mitte der 50er-Jahre begannen nationale Aufklärungs- und Trainingsmaßnahmen mit dem Ziel landesweiter Anstrengungen zur Verbesserung der Produktqualität. Ein besonderes Charakteristikum dieser Maßnahmen war, dass die Konzepte der Statistischen Qualitätskontrolle sehr früh durch eine Qualitätsförderung ergänzt wurden, die sich unter Einbeziehung der Mitarbeiter der ausführenden Ebene neben der Fehlerbeseitigung auch auf die Identifikation und Analyse potenzieller Fehlerursachen konzentrierte (vgl. auch Swain, 1972, S. 119 f.).
Vorwort6
Dank10
Inhalt12
1 Beteiligung als Voraussetzung für den erfolgreichenWandel18
1.1 Der Partizipationsbegriff20
1.2 Partizipation im organisationalen Kontext20
1.2.1 Partizipation und stakeholderorientierte Unternehmensführung22
1.2.2 Partizipation und Personalentwicklung23
1.2.3 Partizipation als Treiber der kontinuierlichen Verbesserung(?)24
1.2.4 Partizipation zur Erhöhung der Akzeptanz und Verbesserung der Qualität bei organisatorischen Veränderungen26
1.2.5 Partizipation und „Organisationale Identität“ imKontext von Strategieentwicklung28
2 Anlässe und Ansätze der Partizipation30
2.1 Beteiligung an Kontinuierlichen Verbesserungsprozessen31
2.1.1 Quality (Control) Circles31
2.1.2 Skandinavische Konzepte zur Mitarbeiterbeteiligung an kontinuierlichen Verbesserungsprozessen32
2.1.3 Lernstatt33
2.1.4 Zusammenfassende Bewertung39
2.2 Beteiligungsorientiertes Projektmanagement40
2.2.1 Beteiligungsorientiertes Projektmanagement bei der Einführung neuer Technologien44
2.2.2 Beteiligungsorientiertes Projektmanagement bei der Restrukturierung von Prozessen49
2.2.3 Beteiligungsorientiertes Projektmanagement bei gleichzeitiger Produkt- und Prozessinnovation52
2.2.4 Zusammenfassende Bewertung53
2.3 Beteiligung von Mitarbeitern an tief greifenden Veränderungsprozessen durch Großgruppenkonzepte55
2.3.1 Historische Quellen von Großgruppenkonzepten57
2.3.2 Formen von Großgruppenkonferenzen59
2.3.3 Zusammenfassende Bewertung71
2.4 Partizipative Strategieentwicklung78
2.5 Integration der einzelnen Konzepte in ein „ Partizipationsportfolio“82
3 Grundlegende Gestaltungselemente für partizipative Verbesserungs- und Veränderungsprozesse86
3.1 Voraussetzungen der Beteiligung86
3.2 Größe der unterschiedlichen Gruppen87
3.3 Verantwortung für den gesamten Prozess88
3.4 Freie Themenwahl und Themenvorgabe89
3.5 Entscheidungskompetenzen90
3.6 Zusammensetzung der Gruppe(n)91
3.7 Qualifikation als Voraussetzung für Partizipation92
3.8 Moderation als Voraussetzung der Ergebnissicherung93
3.9 Zeitpunkt, Dauer und Häufigkeit der Veranstaltungen94
3.10 Ergebnispräsentation und Anerkennung95
3.11 Sicherung der Kontinuität96
4 Organisatorische Verankerung98
4.1 Kontinuierlicher Verbesserungsprozess98
4.1.1 Steuergruppe (Lenkungsgruppe oder Steuerungsgremium)100
4.1.2 Koordinator(en)102
4.1.3 Promotoren105
4.1.4 Teamleiter (Moderatoren)105
4.1.5 KVP-Gruppen107
4.1.6 Erweiterung der Grundstruktur durch Ergebnisgespräche und Moderatorenerfahrungsaustausch108
4.2 Beteiligungsorientiertes Projektmanagement112
4.3 Großgruppenkonzepte117
4.3.1 Planungsgruppe117
4.3.2 Moderator120
4.3.3 Berichterstatter122
4.3.4 Management (Konferenzkomitee, Leitungsteam, Auftraggeber)122
4.3.5 Gruppen im Rahmen der Großgruppenkonferenzen123
4.3.6 Externe124
4.3.7 Logistikteam124
4.3.8 Umsetzungsgruppen125
5 Qualifizierung aller Beteiligten128
5.1 Ausbildung der beteiligten Personengruppen für kontinuierliche Verbesserungsaktivitäten128
5.1.1 Ausbildung der Gruppenmitglieder129
5.1.2 Ausbildung der Moderatoren134
5.1.3 Ausbildung der Koordinatoren138
5.1.4 Ausbildung weiterer Zielgruppen139
5.2 Ausbildung für ein Beteiligungsorientiertes Projektmanagement139
5.3 Ausbildung für Großgruppenkonferenzen143
6 Prozess der Beteiligung146
6.1 Kontinuierliche Verbesserungsprozesse146
6.1.1 Problemidentifikation146
6.1.2 Problemauswahl151
6.1.3 Problembearbeitung159
6.1.4 Lösungseinführung und Erfolgsüberwachung173
6.1.5 Ergebnispräsentation und Anerkennung174
6.1.6 Dokumentation177
6.1.7 Zusammenfassung des Problemlösungsprozesses179
6.2 Beteiligungsorientiertes Projektmanagement181
6.2.1 Konzeptphase184
6.2.2 Definitionsphase190
6.2.3 Entwicklungsphase193
6.2.4 Auswahl einer Alternative195
6.2.5 Prototyp- bzw. Pilotphase197