Psychologie der sportlichen Höchstleistung (Reihe: Sportpsychologie, Bd. 3)
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Norbert Hagemann, Maike Tietjens, Bernd Strauß
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Psychologie der sportlichen Höchstleistung (Reihe: Sportpsychologie, Bd. 3)
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Hogrefe Verlag Göttingen
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9783840920332
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1
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CHF 24.40
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Pädagogik
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German
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283
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Expertisesche im Sport zeichnet sich nicht nur durch eine gute Körperkonstitution und eine durchtrainierte Muskulatur aus, sondern zusätzlich durch hochspezialisierte psychi-Fertigkeiten. In diesem Buch werden die aktuellen theoretischen Konzeptionen und empirischen Befunde zu den kognitiven, emotionalen und motivationalen Bedingungen von Expertenleistungen im Sport vorgestellt.
Es werden u. a. folgende Fragen beantwortet: Welchen Einfluss haben genetische Dispositionen und Talent bzw. welchen Einfluss haben Training und Umweltein.üsse auf die Entstehung einer Expertise? Wie lässt sich die Entwicklung von Expertenleistungen beschleunigen? Welche Rolle spielen Emotionen, Motivation, Wahrnehmung und Entscheidungsprozesse? Was passiert nach dem Karriereende?
Dieses Buch richtet sich an alle, die sich intensiv mit den psychischen Bedingungen sportlicher Höchstleistungen auseinander setzen wollen.
Die emotionale Seite der sportlichen Höchstleistung
( S. 118)
Gershon Tenenbaum&, David N. Sacks
1. Einleitung
Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Zusammenhänge zwischen Emotionen und sportlicher Leistung. Wir beginnen mit einer Übersicht der gängigsten Konzepte und Theorien über Emotionen und Leistungen im Sport. Danach diskutieren wir die Frage, wie Emotionen Athletinnen und Athleten im Training und im Wettkampf beeinflussen. Abschließend werden wir diese Perspektive auf den besonderen Fall der Leistungen von Expertinnen und Experten anwenden.
Wir werden zu dem Schluss kommen, dass zwar die Leistung von Athletinnen und Athleten nicht ausschließlich von der effektiven Regulation von Art und Intensität der Emotionen abhängt, aber Expertise die Auftretenswahrscheinlichkeit einer optimalen Leistung erhöhen und die einer schlechten Leistung verringern kann. Bevor wir dies detaillierter betrachten, müssen wir allerdings zunächst die Eigenschaften von Emotionen im alltäglichen Leben, wie auch in sportlichen Kontexten verstehen.
2. Emotionen: Eine Übersicht
Deci (1980, S. 85) definiert Emotionen als"a reaction to a stimulus event (either actual or imagined). It involves change in the viscera and musculature of the person, is experienced subjectively in characteristic ways, is expressed through such means as facial changes and action tendencies, and may mediate and energize subsequent behaviors." Mahoney (1991) betont, dass der Begriff Emotion vom lateinischen Verb emovere abstammt und wörtlich bewegen oder eine Bewegung hervorbringen bedeutet (S. 189).
Das Modell der subjektiven emotionalen Erfahrungen von Watson und Tellegen (1985) postuliert positive und negative Affekte als die beiden Hauptdimensionen von Emotionen. Dem Modell von Russell (1980) zufolge bilden die Valenz (die Bewertung) und die Intensität (Aktivierung bzw. arousal) die primären Dimensionen. Jede Emotion wie z. B. Angst, Ärger, Furcht, Freude, Eifersucht, Glück, Traurigkeit, Überraschung, Schuld, Scham, Leid, Stolz, Erleichterung, Hoffnung, Liebe, Mitge- fühl, Vertrauen usw. können entlang dieser beiden Dimensionen bestimmt und klassifiziert werden.
Sie können sich allerdings in ihrer Ausprägung unterscheiden (Lazarus, 1991a, b). Zum Beispiel kann eine Person von einem Gefühl intensiver Freude berichten, welches als höchst angenehme Emotion auf einem hohen Aktivierungsniveau eingestuft werden würde. Gleichzeitig könnte dieselbe Person über einen geringen Anteil an Furcht berichten, welche als eine unangenehme Emotion auf einem niedrigen Aktivierungsniveau klassifiziert werden würde.
Apter (1982) beschreibt das Konzept der metamotivationalen Dominanz (concept of metamotivational dominance), in dem sich ein Individuum in einem telic (handlungs- und zielorientierenden) oder in einem paratelic (erregungssuchenden und spontanen) Motivationszustand befindet. In einem telic Zustand wäre eine Sportlerin bzw. ein Sportler ernsthaft und aufgabenbezogen eingestellt. Umgekehrt wäre eine Sportlerin bzw. ein Sportler in einem paratelic Zustand in einer mehr „verspielten" Stimmung.
Abhängig von der metamotivationalen Dominanz der Person (telic oder paratelic) können ähnlich benannte Emotionen von der einen Person als angenehm, von einer anderen Person jedoch als unangenehm interpretiert werden (Apter, 1982). Wenn zum Beispiel eine Golferin versucht, einen Putt zu schlagen, könnte sie ihre Aufregung als unangenehm empfinden, während die gleiche Emotion von einem Basketballspieler während eines Schnellangriffs als angenehm empfunden wird.
Apter betont, dass sich diese Wahrnehmungen je nach Kontext verändern können.
Inhaltsverzeichnis
6
Expertiseforschung im Sport
8
1. Einleitung
8
2. Gegenstand der Expertiseforschung
10
3. Entwicklungslinien der Expertiseforschung
10
5. Aktuelle Entwicklungen und die Konzeption des Buches
13
Literatur
16
Der „Expert-Performance-Approach“ zur Erklärung von sportlichen Höchstleistungen: Auf der Suche nach deliberate practice zur Steigerung der sportlichen Leistung
18
1. Einleitung
18
2. Wie werden herausragende Leistungen durch komplexe kognitive Mechanismen erreicht?
21
3. Das Wesen außergewöhnlicher Leistungen
23
4. Die wissenschaftliche Untersuchung von herausragenden, reproduzierbaren Leistungen und ihre Aneignung
25
5. Zur Entwicklung mentaler Repräsentationen
32
6. Abschließende Bemerkungen
35
Literatur
37
Veranlagung und Umwelt: Zum Verständnis von Expertenleistungen im Sport
41
1. Einleitung
41
2. Die Grundlage für Expertise: Genetik
43
3. Die Vorhersage sportlichen Erfolgs: Training
53
4. Qualität von
54
5. Zusammenfassung
62
Literatur
64
Wahrnehmung von Expertinnen und Experten im Sport: Einige Kernfragen und - probleme
72
1. Einleitung
72
2. Was sind charakteristische Merkmale von Expertise im Sport?
72
3. Durch welche Art der Informationsaufnahme zeichnet sich die Wahrnehmung der Expertinnen und Experten aus?
76
4. Können die Wahrnehmungsfertigkeiten von Expertinnen und Experten erlernt werden?
82
Literatur
88
Intuitive und deliberative Entscheidungen als Grundlage sportlicher Expertise
94
1. Einleitung
94
2. Intuitive und deliberative Entscheidungen
95
3. An