Virtuelle Lernarrangements für Studienanfänger
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Bernhard Schmidt
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Virtuelle Lernarrangements für Studienanfänger
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Herbert Utz Verlag
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9783831603855
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1
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CHF 29.30
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Geisteswissenschaften, Kunst, Musik
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German
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275
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DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Das Buch gibt eine detaillierte Übersicht über den aktuellen Stand pädagogischer und lernpsychologischer Forschung zu verschiedenen Formen virtueller Lehre und der Bedeutung von Lernervariablen in virtuellen Lernarrangements. Eine dieser Variablen in der Hochschulausbildung ist die Studienerfahrung, zu deren Einfluss auf Akzeptanz und Lernerfolg in multimedialen Lernumgebungen bislang nur Spekulationen vorlagen.
Die Arbeit zeigt anhand der formativen Evaluation des Projekts »Online-Lehrbuch Jugendforschung« und der begleitenden virtuellen Seminare, dass der Einfluss von Studiensemestern auf den Erfolg virtueller Lernangebote bisher überschätzt wurde. Diese Erkenntnis sowie eine insgesamt hohe didaktische Qualität sind die zentralen Befunde einer quantitativen und qualitativen Befragung von über 200 Teilnehmern. Ergänzend zu diesen empirischen Daten wurde auch eine Qualitätsanalyse anhand eines eigens entwickelten Kriterienkatalogs durchgeführt.
4 Evaluation des Online-Lehrbuchs Jugendforschung
(S. 120-121)
Im zweiten Teil dieser Arbeit geht es nun um die praktische Anwendung der im letzten Kapitel erarbeiteten Verfahren zur Evaluation multimedialer Lernangebote. Die Verfahren werden zur Überprüfung der Realisierung didaktischer Forderungen – wie in Kapitel 2 beschrieben – eingesetzt sowie zur Prüfung von Hypothesen. Die daraus generierten neuen Erkenntnisse sollen vor allem die Forschungslücken bezüglich der Ansprüche Studienanfänger an ein virtuelles Lehr-Lern-Arrangement schließen.
Die angestrebten Daten werden im Rahmen der Evaluation eines Projekts zur Vermittlung von Grundkenntnissen in einem sozialwissenschaftlichen Forschungsbereich im Rahmen des Lehramts- und Pädagogikstudiums erhoben. Nach einer Vorstellung und Beschreibung des besagten Projekts werden im Folgenden Hypothesen hinsichtlich der Unterschiede zwischen Studierenden in höheren Semestern und Studienanfängern entwickelt und das Evaluationsdesign vorgestellt. Im Anschluss stehen dann die Ergebnisse der Erhebung im Mittelpunkt, die nach einer Präsentation der Daten mit Rückbezug auf die Ergebnisse bisheriger Studien diskutiert werden.
4.1 Das Online-Lehrbuch Jugendforschung
Das Projekt"Online-Lehrbuch Jugendforschung" entstand aus der Förderinitiative"Neue Medien in der Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wurde im Herbst 2001 ins Leben gerufen. Zur Realisierung des Projektvorhabens kooperierten die Universitäten in München, Düsseldorf und Freiburg und arbeiteten gemeinsam zwei Jahre an der Entwicklung des Online-Lehrbuchs. Dabei handelt es sich um eine multimediale, hypertextbasierte Alternative zu herkömmlichen Print- Lehrbüchern, die im Rahmen des Pädagogik- und Lehramtsstudiums einführende Inhalte zum Thema"Jugendforschung" präsentieren soll. Begleitend dazu wurden virtuelle Seminare durchgeführt, die explizit auf die Verwendung des virtuellen Lehrbuchs zugeschnitten waren. Im Folgenden soll genauer auf die Konzeption des Online- Lehrbuchs eingegangen werden. Dabei wird sowohl das didaktische Design und die Zielsetzung des virtuellen Lernangebots genauer vorgestellt, als auch die technische Umsetzung erläutert. Dabei ist zu beachten, dass das Projekt zum Zeitpunkt der Evaluation noch nicht abgeschlossen war, sondern sich noch in der Entwicklungsphase befand. Zunächst ist aber die Motivation und Zielsetzung des Projekts von besonderer Bedeutung hinsichtlich des Evaluationsvorhabens.
4.1.1 Grundgedanke
Dem"Online-Lehrbuch Jugendforschung" liegt die Intention zugrunde, ein vielseitig in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften und anderen pädagogischen Fachkräften einsetzbares Produkt zu schaffen, das eine attraktive Alternative zu Print- Lehrbüchern bietet und die Vorteile des Mediums Internet sinnvoll nutzt. Dabei soll das Online-Lehrbuch sowohl im Rahmen selbstgesteuerten, autodidaktischen Lernens anwendbar sein, als auch für die Verwendung in Lehrveranstaltungen ein hilfreiches Instrument darstellen. Im Rahmen virtueller Lehre liegt hier der Einsatz im Rahmen (IV.). eines virtuellen Seminars nahe, wie es im Zuge der Erprobungs- und Entwicklungsphase realisiert wurde. Warum aber ausgerechnet ein virtuelles Lehrbuch? Erstens ist die Zeit- und Ortsungebundenheit des Mediums gerade im Rahmen der Lehrerfortbildung ein nicht unwesentlicher Vorteil.
Zweitens kann es der Zielgruppe kostenneutral zugänglich gemacht werden und der Wegfall des Erwerbs eines Buches oder der Anmeldung zu einem Weiterbildungsseminar baut mögliche Hemmschwellen ab. Drittens ermöglicht der Einsatz moderner Technologien die Implementierung von interaktiven Elementen, Wissenstests oder Animationen, sowie Video und Audiosequenzen. Die so erzielte Multimedialität hat nicht nur motivationale Effekte, sondern ermöglicht auch die bessere Erläuterung von Prozessen (vgl. Unz 1998) und die eigenständige Überprüfung des Lernfortschritts durch den Lernenden. Viertens - und dieser Punkt erscheint mitunter besonders wesentlich - erlernen die Nutzer des Lehrbuchs auch den routinierten und selbstverständlichen Umgang mit dem Medium Internet bzw. erweitern ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet.
Inhalt
9
Einleitung
13
1 Lernen im Internet
16
1.1 Begriffsklärungen
16
1.2 Entwicklung des E-Learning
20
1.3 Virtuelle Lehrformen
21
1.4 Grenzen virtuellen Lernens
30
1.5 Aktuelle Trends
37
1.6 Zusammenfassung
40
2 Didaktik virtuellen Lernens
42
2.1 Lerntheoretische Konzepte
44
2.2 Empirische Befunde zur Gestaltung web-basierter Lernangebote
65
2.3 Zusammenfassung
89
3 Strategien zur Evaluation virtueller Lernformen
91
3.1 Vorüberlegungen
91
3.2 Qualitätsanalyse
98
3.3 Wirkungsanalyse
102
3.4 Zusammenfassung
118
4 Evaluation des Online-Lehrbuchs Jugendforschung
120
4.1 Das Online-Lehrbuch Jugendforschung
120
4.2 Zielsetzung der Evaluation
128
4.3 Fragestellungen und Hypothesen
130
4.4 Design
135
4.5 Qualitätsanalyse
137
4.6 Fragebogenerhebung
139
4.7 Gruppendiskussionen
145
5 Ergebnisse
147
5.1 Ergebnisse der Qualitätsanalyse
147
5.2 Ergebnisse der Fragebögen
155
5.3 Ergebnisse der Gruppendiskussionen
180
5.4. Zusammenfassung
185
6 Diskussion
187
6.1 Einordnung der Ergebnisse
187
6.2 Rückschlüsse auf die Gestaltung des Online-Lehrbuchs
195
6.3 Rückschlüsse auf die Gestaltung virtueller Lernformen allgemein
198
6.4 Folgerungen für die Evaluation virtueller Lehrangebote
200
7 Zusammenfassung und Ausblick
205
7.1 Zusammenfassung
205
7.2 Ausblick auf die Evaluation virtueller Lernarrangements
209
7.3 Ausblick auf die weitere Entwicklung virtueller Lernarrangements
211
Fazit
213
Literatur
216
Tabellen und Abbildungen
228
Anhang
229