: Jasmine Begg
: Der Kaschmirkonflikt in der internationalen Politik. Unter besonderer Berücksichtigung der USA, Russlands (UdSSR) und Chinas
: Diplomica Verlag GmbH
: 9783836618687
: 1
: CHF 38.90
:
: Gesellschaft
: German
: 155
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF


"Zu welchem Staat gehört Kaschmir rechtmäßig - an dieser Frage, die bis heute unbeantwortet geblieben ist, entzündete sich 1947 der Kaschmirkonflikt. Von offizieller Seite wird das gesamte Gebiet sowohl von Indien als auch von Pakistan beansprucht - und dieser Anspruch manifestierte sich bis dato in drei Kriegen: In zwei von diesen drei Kriegen (1948 und 1965) ging es direkt um Kaschmir, im dritten (1971) fanden in Kaschmir nur peripher Kriegshandlungen statt.
Im Gegensatz zu einigen politikwissenschaftlichen Arbeiten, die sich bereits mit dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan beschäftigt haben, wird hier der Fokus auf die Akteure USA, die ehemalige Sowjetunion und China gerichtet. Zu einem klaren Verständnis des Konfliktverlaufs ist eine genaue Analyse der historisch und weltpolitisch relevanten Rahmenbedingungen notwendig. In
dieser Diplomarbeit wird der Frage nachgegangen, welche Interessen und Machtpotentiale diese drei Staaten besaßen und durchsetzen konnten, welche Kooperationen und Konflikte sich mit Indien oder Pakistan daraus ergaben und welche direkten oder indirekten Einflussmöglichkeiten sie auf den Kaschmirkonflikt hatten.
Die vorliegende Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil sieht eine abgewandelte Konstellationsanalyse nach Kindermann vor, die in einigen Teilanalysen nicht nur Indien und Pakistan, sondern auch die anderen relevanten Staaten betrachtet. Als Brücke und zum Verständnis der heutigen Situation werden im Anschluss an den ersten Teil der Diplomarbeit die für Kaschmir relevanten politischen Ereignisse zwischen 1972 und 2005 zusammengefasst. Diese bilden die Grundlage für den zweiten Teil der Arbeit, der sich mit den Lösungsmöglichkeite beschäftigt.
Abschließend werden diese Lösungsszenarien anhand der aus der Synopsis der Konstellationsanalyse gewonnenen Erkenntnisse und aus einer persönlichen Perspektive heraus bewertet."


"Kapitel 4.3 China– Schlüsselfigur im Kaschmirkonflikt?

Der Faktor China wird oftmals in westlichen Berichtenüber den Kaschmir-Konflikt ignoriert. Dies ist ein entscheidender Grund für die unterschiedlichen Analysen zwischen den westlichen und südasiatischen Quellen, da der Einfluss Chinas weder für Indien noch für Pakistan unberücksichtigt gelassen werden kann.

Chinas und Indiens gleichzeitiger Kampf um die politischen, wirtschaftlichen, diplomatischen und militärischen Ressourcen ließ eine Rivalität auf diesen Gebieten unabwendbar werden, so dass ihr Verhältnis von Misstrauen geprägt war. Während China und Indien immer mehr auseinander drifteten, lässt sich seit den 1960er Jahren eine intensive Zusammenarbeit Pakistans mit China feststellen, die sichähnlich dem sowjetisch-indischen Verhältnis in eine stabile Freundschaft verwandelte. Oftmals wurde diesen beiden Ländern unterstellt, dass das einzige, was sie verband, die Feindschaft zu Indien sei. Diese Gemeinsamkeit war gewiss wichtig, besonders in den 1960er Jahren, allerdings entwickelten Pakistan und China auch wirtschaftliche Handelsbeziehungen, die dem Verhältnis ein solides Fundament verschafften, so dass die bilateralen Beziehungen auch ohne den Gegensatz zu Indien Bestand hatten."

Der Kaschmirkonflikt in der internationalen Politik1
INHALTSVERZEICHNIS3
EINLEITUNG8
ERSTER TEIL: INTERNATIONALE KONSTELLATIONSANALYSE10
1. DIE KONSTELLATIONSANALYSE NACH KINDERMANN10
1.1 Entstehung und Untersuchungsgegenstand10
1.2 Methodik10
1.2.1 Die Systemanalyse11
1.2.2 Die Interessenanalyse11
1.2.3 Die Perzeptionsanalyse12
1.2.4 Die Verhaltensanalyse13
1.2.5 Die Normenanalyse13
1.2.6 Die Synopsis13
1.3 Abwandlung der Theorie für die vorliegende Diplomarbeit14
2. PRÄMISSEN15
2.1 Zeitliche Eingrenzung15
2.2 Räumliche Eingrenzung15
2.2.1 Das Kaschmirtal17
2.2.2 Die Provinz Jammu17
2.2.3 Ladakh17
2.2.4 Die Nordgebiete18
2.2.5 Azad Kaschmir18
2.2.6 Aksai Chin18
2.2.7 Karakorum-Pass18
2.3 Historischer Hintergrund / Entstehung des Konflikts19
2.3.1 Die Teilung von Britisch-Indien19
2.3.2 Der Sonderstatus der Fürstentümer19
2.3.3 Der Beitritt Kaschmirs zu Indien21
2.3.5 Zentrale Problemstruktur und weltpolitische Einordnung22
3. INDIEN UND PAKISTAN23
3.1 Systemanalyse23
3.1.1 Indien23
3.1.2 Pakistan25
3.2 Interessenanalyse Indien und Pakistan27
3.2.1 The Muslim Question: Zweinationentheorie vs. Säkularismus27
3.2.2 Indiens Angst vor einer Balkanisierung32
3.2.3 Strategische Interessen33
3.3 Machtanalyse33
3.3.1 Kriege zwischen Indien und Pakistan33
3.4 Perzeptionen36
3.4.1 Die Erinnerung an die blutigen Unruhen von 194737
3.4.2 Die Medien38
3.5 Normenanalyse40
3.5.1 Vermittlung durch die UN40
3.5.2 Die Resolutionen40
3.5.3 Der Krieg von 196541
3.5.4 Das versprochene Plebiszit42
4. INTERNATIONALE INTERESSEN, BILATERALE BEZIEHUNGEN UND PERZEPTIONEN43
4.1 USA, Indien und Pakistan46
4.1.1 US-Interesse an Kaschmir47
4.1.2 Die Beziehungen zwischen Indien, Pakistan und den USA48
4.1.3 Perzeptionen51
4.1.4 Konflikte und Kooperationen61
4.2 Sowjetunion, Indien und Pakistan61
4.2.1 Das Interesse der Sowjetunion61
4.2.2 Beziehungen zwischen der Sowjetunion, Indien und Pakistan62
4.2.3 Perzeptionen71
4.2.4 Konflikt und Kooperationen73
4.3 China – Schlüsselfigur im Kaschmirkonflikt?74
4.3.1 Interesse Chinas74
4.3.2 Beziehungen zu Indien und Pakistan75
4.3.3 Perzeptionen83
4.3.4 Konflikte und Kooperationen87
5. SYNOPTISCHE BETRACHTUNG DER ROLLE DER USA, DER UDSSR UND CHINAS88
6. ENTWICKLUNGEN NACH 197292
6.1 Unruhen in Kaschmir seit Ende der 1980er93
6.1.1 Fälschung der Wahlen in Jammu und Kaschmir93
6.1.2 Diskriminierende Beschäftigungspraxis95
6.1.3 Ausbruch der Unruhen in Kaschmir95
6.1.4 Verletzungen der Menschenrechte96
6.1.5 Pakistanische Unterstützung für kaschmirische Kämpfer97
6.2 Der Kaschmirkonflikt in der internationalen Politik nach 197298
6.2.1 Passive Kaschmirpolitik der USA98
6.2.2 Der Zusammenbruch der Sowjetunion101
6.2.3 Annäherung zwischen Indien und China102
6.3 Annäherung zwischen Indien und Pakistan in der Kaschmirfrage104
6.3.1 Von der Kargilkrise bis zum Anschlag auf das indischeParlament104
6.3.2 Diplomatische Friedensbemühungen106
ZWEITER TEIL: LÖSUNGSSZENARIEN DES KONFLIKTS109
7. GESCHEITERTE LÖSUNGSVERSUCHE109
7.1 Die indisch-pakistanischen Kriege109
7.2 Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen scheitern110
7.3 Bilaterale Gespräche - oder doch internationale Vermittlung?113
8. AKTUELLE LÖSUNGSSZENARIEN118
9. SCHLUSSBETRACHTUNG UND BEWERTUNG DER MÖGLICHKEITEN121
Anhang126
LITERATURVERZEICHNIS140
Dank154