: Wiebke Göhner, Reinhard Fuchs, Caroline Mahler
: Änderung des Gesundheitsverhaltens
: Hogrefe Verlag Göttingen
: 9783840920479
: 1
: CHF 24.40
:
: Geisteswissenschaften, Kunst, Musik
: German
: 188
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Nichts scheint eine chronische Erkrankung besser vorzubeugen als ein gesundheitsbewusster Lebensstil. Im Mittelpunkt des Buches stehen zwei Gruppenprogramme - MoVo-LISA und MoVo-LIFE - zur Veränderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens bei Menschen aus der Normalbevölkerung. Dargeboten werden die beiden Programme in Form detailliert ausgearbeiteter Curricula, in denen der Inhalt und die Didaktik der jeweiligen Sitzung»gebrauchsfertig laquo; aufbereitet werden.

Beide Programme basieren auf der»MoVo-Konzeption&laq o;, in der einige wichtige Erkenntnisse der aktuellen Motivations- und Volitionsforschung zusammengefasst werden.»MoVo-LISA« ist eine Kurzintervention von nur drei Sitzungen mit dem Ziel, den Teilnehmern dabei zu helfen, mit regelmäßiger körperlich-sportlicher Aktivität im Alltag zu beginnen und kontinuierlich fortzusetzen. Im Unterschied dazu umfasst»MoVo-LIFE« fünf Sitzungen, erstreckt sichüber insgesamt 8 bis 10 Wochen und zielt nicht nur auf mehr Bewegung, sondern auch auf eine Umstellung der Ernährungsweise. In beiden Fällen handelt es sich um in sich abgeschlossene Programme, die von erfahrenen Gruppenleitern ohne großen Aufwand an die eigenen Verhältnisse angepasst und relativ schnell in die Praxis umgesetzt werden können.

2. Das MoVo-Konzept als theoretische Grundlage für Programme der Gesundheitsverhaltensänderung (S. 9)

Das MoVo-Konzept geht von der Erkenntnis aus, dass es vielen Menschen schwer fällt, das, was sie sich vorgenommen haben, auch in die Tat umzusetzen. Auch dann, wenn Menschen hoch motiviert sind, gelingt es ihnen oft nicht, die entsprechenden Handlungen folgen zu lassen. Was diesen Personen fehlt, ist nicht noch eine weitere„Motivierungseinheit“, sondern konkrete Unterstützung bei der volitionalen Umsetzung ihrer Absichten. Mit dem psychologischen Begriff der Volition werden, in Abgrenzung zum Begriff der Motivation, jene Prozesse der Selbstregulation bzw. Selbstkontrolle bezeichnet, die es dem Menschen ermöglichen, auch dann ihre Absicht in die Tat umzusetzen, wennäußere oder innere Hindernisse auftreten (Gollwitzer, 1999; Gollwitzer, Fujita& Oettingen, 2004; Kuhl, 2001). Betrachtet man die bisherüblichen (Rehabilitations-) Programme zur Gesundheitserziehung bzw. Lebensstiländerung, so ist festzustellen, dass diese fast ausschließlich mit motivationalen Interventionen operieren (Fuchs, 2003; Fuchs, Göhner& Seelig, 2007). Unzutreffenderweise wird hier davon ausgegangen, dieÄnderung von Verhaltensweisen bzw. Lebensstilen sei allein eine Frage der richtigen Motivierung. Im MoVo-Konzept wird die Perspektive weiter gefasst: Auch hier spielt der Motivationsaufbau eine wichtige Rolle; aber dabei wird nicht stehen geblieben. Das Konzept umfasst auch volitionale Interventionen, die der Stärkung der selbstregulativen Kompetenzen dienen, mit denen es der Person möglich wird, aus einer bloßen Bereitschaft konkretes Handeln hervorgehen zu lassen.

In der einschlägigen Forschungsliteratur existieren verschiedene Ansätze zur Erklärung des Gesundheitsverhaltens (imÜberblick: Conner& Norman, 2005; Scholz& Schwarzer, 2005; Schwarzer, 2004). Diese Ansätze lassen sich im wesentlichen zwei unterschiedlichen Forschungstraditionen zuordnen: zum einen der angloamerikanischen Social Cognition-Forschung, wie sie beispielsweise im Sammelband von Rutter und Quine (2002) zusammenfassend dargestellt wird; und zum anderen der deutschen Volitionsforschung, die vor allem mit den Namen Gollwitzer (1999; Gollwitzer et al., 2004), Kuhl (2001) und Schwarzer (2001; 2004) verknüpft ist (imÜberblick: Sniehotta, Winter, Dombrowski& Johnston, 2007). Der MoVo-Ansatz basiert auf einem Erklärungsmodell des Gesundheitsverhaltens, das zentrale Elemente dieser beiden Forschungstraditionen zu integrieren versucht. In Abbildung 1 ist dieses Modell schematisch dargestellt.

Vorwort6
Inhalt8
1. Einleitung10
Das MoVo-Konzept14
2. Das MoVo-Konzept als theoretische Grundlage für Programme der Gesundheitsverhaltensänderung18
Schlussfolgerungen für die Interventionspraxis24
3. MoVo-LISA: Ein Kleingruppenprogramm in drei Einheiten26
3.1 Organisation und Aufbau der Curricula31
3.2 Curriculum für das Erste Gruppengespräch33
3.2.1 Themen und Inhalte33
3.2.2 Curriculum in der Übersicht36
3.2.3 Curriculum in der Langform38
3.3 Curriculum für das Einzelgespräch52
3.3.1 Themen und Inhalte52
3.3.2 Curriculum in der Übersicht53
3.3.3 Curriculum in der Langform54
3.4 Curriculum für das Zweite Gruppengespräch57
3.4.1 Themen und Inhalte57
3.4.2 Curriculum in der Übersicht60
3.4.3 Curriculum in der Langform62
3.5 Begleitmaterial74
3.5.1 Plakate74
3.5.2 Flipcharts75
3.5.3 Bewegungsbuch79
4. MoVo-LIFE: Ein Gruppenprogramm zur Änderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens86
4.1 Organisation und Aufbau der Curricula96
4.2 Curriculum für Einheit 1: „ Auftakt und Gesundheitsziele“98
4.2.1 Themen und Inhalte98
4.2.2 Curriculum in der Übersicht100
4.2.3 Curriculum in der Langform102
4.3 Curriculum für Einheit 2: „ Ernährungspläne 1. Entwurf“116
4.3.1 Themen und Inhalte116
4.3.2 Curriculum in der Übersicht118
4.3.3 Curriculum in der Langform120
4.4 Curriculum für Einheit 3: „ Ernährungspläne“129
4.4.1 Themen und Inhalte129
4.4.2 Curriculum in der Übersicht131
4.4.3 Curriculum in der Langform133
4.5 Curriculum für Einheit 4: „ Bewegungspläne“140
4.5.1 Themen und Inhalte140
4.5.2 Curriculum in der Übersicht142
4.5.3 Curriculum in der Langform144
4.6 Curriculum für Einheit 5: „ Barrieren und Barrierenmanagement“154
4.6.1 Themen und Inhalte154
4.6.2 Curriculum in der Übersicht157
4.6.3 Curriculum in der Langform159
4.7 Begleitmaterial171
4.7.1 Folien Einheit 1 bis 5171
Folien Einheit 2173
Folien Einheit 3175
Folien Einheit 4176
Folien Einheit 5177
4.7.2 Handzettel178
4.7.3 Bewegungsbuch179
4.7.4 Ernährungsbuch181
Literaturverzeichnis184
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