: Jens Gaab, Ulrike Ehlert
: Chronische Erschöpfung und Chronisches Erschöpfungssyndrom
: Hogrefe Verlag Göttingen
: 9783840916083
: 1
: CHF 16.20
:
: Medizin
: German
: 121
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Chro ische Erschöpfung ist eine häufige Beschwerde in der Allgemeinbevölkerung. Auf Grund der großen Vielfalt an möglichen Ursachen, zeitlichen Verläufen, berichteter Beschwerdeintensität und subjektiven Konsequenzen ist eine eindeutige klassi. katorische Zuordnung und entsprechend die Formulierung eines allgemeinen diagnostischen und therapeutischen Vorgehens nicht unproblematisch. Als Folge dieser Problematik erhalten viele Patienten keine adäquate Behandlung.

Ziel des Buches ist es, ein psychobiologisches Verständnis chronischer Erschöpfungszuständ zu vermitteln und daraus abgeleitet das therapeutische Vorgehen bei der Behandlung von Chronischer Erschöpfung und des Chronischen Erschöpfungssyndroms darzustellen. Ausführlich werden fall- und störungsspezifische Interventionen beschrieben. Neben Angaben zum notwendigen und hilfreichen inhaltlichen Vorgehen werden auch prozessbezogene Aspekte, wie z.B. der Aufbau und die Sicherung einer tragfähigen Beziehung, die Psychotherapiemotivation sowie die Bearbeitung inhaltlicher Sperren anhand zahlreicher Fallbeispiele und therapeutischer Dialoge erläutert.

Die Autoren

Dr. Jens Gaab, geb. 1970. 1992-1997 Studium der Psychologie in Trier. 2001 Promotion. Ausbildung in Kognitiver Verhaltenstherapie. Seit 1999 Assistent, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Oberassistent am Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Universität Zürich.

Prof. Dr. Ulrike Ehlert, geb. 1960. 1979-1984 Studium der Psychologie und Soziologie in Trier. 1988 Promotion. 1997 Habilitation. Seit 1999 Ordinaria für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich. Seit 2000 Leiterin der Arbeitsgruppe„Verhalten neurobiologie" am Zentrum für Neurowissenschaften der ETH und Universität Zürich. Leiterin des Postgradualen Masterstudiengangs in Kognitiver Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin an der Universität Zürich.

2 Störungstheorien und -modelle (S. 24-25)

Die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit chronischen Erschöpfungszuständen ist durch andauernde Spekulationenüber derenÄtiologie gekennzeichnet, ohne dass es bislang gelungen ist, eine unikausale Ursache nachzuweisen oder einen allgemein anerkannten Konsens zwischen psychologischen und medizinischen Störungsmodellen zu erreichen. Das im Folgenden vorgestellte Störungsmodell ist deshalb ausdrücklich integrativ, d. h. bio-psycho-sozial. Zur besseren Verständlichkeit soll ein multidimensionales Störungsmodell anhand eines Fallbeispiels (siehe Kasten) beschrieben werden.

Fallbeispiel 2: Entstehung und Verlauf chronischer Erschöpfung– Ich habe eine chronische Virusinfektion!
Patient: Seit vier Jahren bin ich jetzt chronisch erschöpft, d. h. ich bin natürlich nicht nur erschöpft, ich habe auch starke Halsschmerzen, meine Lymphknoten sind oft geschwollen und mir tun nach Anstrengungen immer so die Gelenke und die Muskeln weh. Ich habe sehr vielüber meine Krankheit im Internet gefunden, jetzt weiß ich wenigstens, dass es nichts Psychisches ist, sondern organisch. Leider ist das den meistenÄrzten nicht bekannt, so dass ich immer gegen deren Unwissen kämpfen muss.

Inhaltsverzeichnis6
Vorwort10
1 Beschreibung der Störung11
1.1 Aktuelle Kontroversen und historische Entwicklungen11
1.2 Symptomatik13
1.3 Definitionsansätze15
1.4 Diagnostische Einordnung in DSM und ICD17
1.5 Epidemiologie20
1.5.1 Chronische Erschöpfungszustände und Geschlechtszugehörigkeit20
1.5.2 Chronische Erschöpfungszusände und Alter21
1.5.3 Chronische Erschöpfungszustände und soziale Schicht21
1.6 Verlauf und Prognose21
1.7 Differenzialdiagnostik23
1.7.1 Affektive Störungen24
1.7.2 Angststörungen24
1.7.3 Schlafstörungen25
1.7.4 Medizinische Erkrankungen26
1.8 Komorbidität26
1.8.1 Achse I- Störungen28
1.8.2 Achse II- Störungen: Chronisches Erschöpfungssyndrom und Persönlichkeitsstörungen30
1.8.3 Achse III- Störungen: Medizinische Erkrankungen32
2 Störungstheorien und -modelle33
2.1 Kognitiv-behaviorales Ätiologiemodell37
2.1.1 Anlage37
2.1.2 Auslösung40
2.1.3 Aufrechterhaltung41
2.1.4 Fazit: Kognitiv- verhaltenstherapeutisches Modell44
2.2 Ein psychobiologisches Störungsmodell: Dysregulationen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse45
2.3 Zusammenfassung Ätiologie48
3 Diagnostik, Qualitätssicherung und Indikation49
3.1 Diagnostik49
3.1.1 Medizinische Ausschlussdiagnostik50
3.1.2 Psychologische Diagnostik52
3.1.3 Diagnosestellung — Chronisches ErschöpfungssyndromÏ: Pro und Kontra54
3.2 Diagnostische Verfahren und Dokumentationshilfen55
3.2.1 Interviews55
3.2.2 Verlaufsmessung55
3.2.3 Fragebogen56
3.3 Qualitätssicherung58
3.4 Indikation58
4 Behandlung59
4.1 Evidenz-basierte Behandlungsmaßnahmen59
4.2 Generelles Therapiemodell60
4.2.1 Annahmen zum funktionalen Zusammenhang zwischen störungsun-/ individuumsspezifischen und störungsspezifischen Prozessen61
4.2.2 Therapeutische Implikationen62
4.3 Vorbereitungs- und Diagnostikphase63
4.3.1 Aufbau einer therapeutischen Beziehung63
4.3.2 Aufbau und Sicherstellung von Psychotherapiemotivation68
4.3.3 Gewinnung von verst‚ndnis- und therapierelevanten Informationen72
4.3.4 Therapieplanung76
4.3.5 Entwicklung eines individuellen Ätiologiemodells78
4.4 Interventionsphase84
4.4.1 Veränderungsmodell erstellen85
4.4.2 Veränderungen einleiten85
4.5 Stabilisierungsphase96
4.5.1 Veränderungen stabilisieren96
4.5.2 Rückfallprophylaxe99
4.6 Ausmaß und Verlauf psychotherapeutischer Veränderungen100
5 Zusammenfassung103
6 Weiterführende Literatur104
7 Literatur104
8 Anhang109
Diagnostik und Indikation120
Therapieablauf121
Mehr eBooks bei www.ciando.com0