: Ulrike Schäfer, Eckart Rüther
: Demenz Gemeinsam den Alltag bewältigen
: Hogrefe Verlag Göttingen
: 9783840918841
: 1
: CHF 11.70
:
: Medizin
: German
: 128
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB

Alzhe mererkrankungen sind infolge der erhöhten Lebenserwartung mittlerweile zu einer häufigen Erkrankung geworden. Die pflegenden Angehörigen sind durch die begleitenden Verhaltensauffälligkeite der Patienten sehr belastet. Ziel des Ratgebers ist es, die Angehörigen und Pflegenden von demenzkranken Menschenüber Entstehungsbedingungen und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung zu informieren. Zahlreiche praktische Tipps geben Hilfestellungen, damit die schwierige und belastende Aufgabe der Pflege besser bewältigt werden kann. Sowohl medizinische als auch psychologische und sozial-rechtliche Informationen finden in diesem Ratgeber Berücksichtigung. Großer Wert wurde darauf gelegt, das medizinische Fachwissen für den Laien verständlich darzustellen.  &nbs ;

11 Der Umgang mit dem Erkrankten (S. 83-84)

Kommunikation mit dem Kranken

Häufig kommt es bei der Alzheimererkrankung zu Störungen der Sprache. In frühen Krankheitsstadien kann sich der Patient nicht mehr so gut ausdrücken, es fehlen ihm bestimmte Wörter (Wortfindungsstörungen), die Sprache wird ungenau und umständlich. Der Erkrankte selbst merkt dies und schämt sich dafür. Infolgedessen vermeidet er immeröfter die Teilnahme an Gesprächen oder an sozialen Kontaktenüberhaupt. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien ist die Sprache noch gestörter und unvollständiger, so dass die sprachliche Verständigung sehr eingeschränkt wird. Auch das, was dem Patienten verbal mitgeteilt wird, kommt bei ihm nicht mehr so gut an. Deshalb sollten Sie mit dem Erkrankten möglichst in kurzen und knappen Sätzen sprechen. Meiden Sie zu viele Informationen auf einmal. Vermehrt ist auf die Körpersprache, Mimik (Gesichtsausdruck) und Gestik zu achten, um herauszufinden, was der Patient mitteilen möchte. Auf Korrekturen seiner Sprache sollten Sie verzichten. Hintergrundsgeräusche wie das Laufen des Radios oder Fernsehers sollten vermieden werden, während Sie sich mit dem Patienten unterhalten.

Gefühle erkennen

Wie schon mehrfach erwähnt, bleibt die gefühlsmäßige Wahrnehmungsfähigkeit des Patienten erhalten, auch wenn Gedächtnisfähigkeiten und Sprache schon längst erheblich beeinträchtigt sind. Um so wichtiger ist es, dass Sie den Patienten auf der emotionalen Ebene verstehen und ihm dort begegnen. Seine Gefühle zu erkennen und entsprechend zu reagieren, vermag dem Patienten einerseits Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, und kann andererseits kritische krisenhafte Zuspitzungen abmildern und zu einer Beruhigung in eskalierenden Situationen beitragen. Gespür für Stimmungen, Gefühle und emotionale Atmosphäre in zwischenmenschlichen Beziehungen. Es ist oft für Sie schwierig, hinter Wutausbrüchen, Verweigerung, aggressivem Verhalten oder Unruhe die Gefühle der Patienten zu erkennen. Meist steckt Angst, Verzweiflung, Ratlosigkeit oder verletztes Schamgefühl dahinter und es ist wichtig, die Anlässe für diese Gefühle herauszufinden, um sie zukünftig zu vermeiden. Persönlichkeitszüge, die der Patient zeitlebens gehabt hat, gehen auch in der Erkrankung nicht verloren (z. B. Pünktlichkeit, Ordentlichkeit, Genauigkeit, aber auch rechthaberisches bestimmendes Verhalten usw.).

Verlässlichkeit

Wechsel in Alltagssituationen, unvorhergeseheneÄnderungen im Tagesablauf,Änderungen in der alltäglichen Routine oder bei Alltagshandlungen (z. B. beim Waschen) führen bei dem Patienten oft zuängstlichen Reaktionen und zu Verweigerung oder Ablehnung. Günstig ist ein völlig„langweiliger" (aus Sicht der Gesunden), routinierter, gleichförmiger Tagesablauf mit ausreichenden Zeitvorgaben, damit der Patient möglichst viele Dinge seiner Versorgung in Ruhe selbstübernehmen kann. Dies erfordert eine große Portion Geduld von Ihrer Seite und ist mit mehrfachen Wiederholungen und Aufforderungen, die der Patient erhalten muss, damit eine Handlung oder Aktivität begonnen oder zu Ende geführt wird, verbunden.

Inhalt7
Vorwort9
1 Was ist unter einer Demenz zu verstehen?12
1.1 Welche Beschwerden stehen bei der Demenzerkrankung im Vordergrund?13
1.2 Leichte kognitive Beeinträchtigungen im Alltag15
1.3 Warnsymptome16
2 Welche Erkrankungen k‡nnen zu einer Demenz führen?20
3 Wie sieht der Verlauf der Alzheimer- Demenz aus?24
Das Vorstadium24
Das Anfangsstadium24
Das zweite Stadium25
Das dritte Stadium26
4 Welche Risikofaktoren gibt es?28
5 Zu welchen Veränderungen im Gehirn kommt es bei der Alzheimererkrankung?31
6 Welche Untersuchungen (Diagnostik) sollten durchgeführt werden?35
7 Welche Behandlungen (Therapien) für die Patienten und für Sie als Angehörige gibt es?39
7.1 Grundsätzliches zur Behandlung39
7.2 Wer behandelt?42
7.3 Medikamentöse Behandlung der Alzheimererkrankung mit Antidementiva42
7.4 Medikamentöse Behandlung der leichten kognitiven Störung44
7.5 Medikamentöse Behandlung der vaskulären Demenz45
7.6 Medikamentöse Behandlung der begleitenden Verhaltensauffälligkeiten46
7.7 Lichttherapie48
7.8 Psychotherapie48
7.9 Ambulante, teilstationäre und stationäre Maßnahmen, Rehabilitation56
7.10 Beratung, Hilfestellung und Psychotherapie für die pflegenden Angehörigen60
8 Leben mit der Alzheimererkrankung64
8.1 Aufklärung des Patienten und der Angehörigen64
8.2 Reaktionen und Gefühle der Patienten auf die Erkrankung65
8.3 Reaktionen der Angehörigen66
8.4 Wann kann der Patient nicht mehr allein leben?68
8.5 Der Entschluss zur häuslichen Pflege68
9 Wie wirkt sich die Erkrankung im täglichen Umgang aus?72
10 Was ist bei den Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Stöörungen zu tun?77
Die immer gleichen Fragen und Handlungen77
Die nächtliche suchende Wanderschaft ( nächtliche Unruhe und Schlafstörungen)78
Unrealistische Überzeugungen und Sinnestäuschungen ( Wahn und Halluzinationen)79
Aggressives Verhalten80
11 Der Umgang mit dem Erkrankten83
Kommunikation mit dem Kranken83
Gefühle erkennen83
Verlässlichkeit84
Zuwendung auf der emotionalen (gefühlsmäßigen) Ebene85
12 Praktische Tipps für den Alltag87
Aktivitäten für den Patienten88
Hilfen bei der Körperpflege90
Hilfen beim An- und Ausziehen91
Hilfestellungen bei den Mahlzeiten92
Hilfe bei der Kontrolle von Blase und Darm92
13 Probleme für die pflegenden Angehörigen94
Problem des Rollentausches96
14 Finanzielle Hilfen97
15 Rechtliche Aspekte100
Aufklärung ber die Diagnose100
Testierfähigkeit100
Fahrtüchtigkeit100
Betreuung, freiheitsentziehende Maßnahmen101
Schwerbehindertenausweis102
Haftpflichtversicherung102
Vollmachten, Verfügungen, Patientenverfügungen103
Literatur104
Anhang105
Anschriften von Angehörigen- und Selbsthilfegruppen105
Anschriften von Gedächtnissprechstunden und Memory- Kliniken107
Erklärung der Fachausdrücke120
Stichwortverzeichnis124