: Klaus-Ernst Behne, Günter Kleinen, Helga de la Motte-Haber (Hrsg.)
: Jahrbuch Musikpsychologie Band 17 Musikalische Begabung und Expertise
: Hogrefe Verlag Göttingen
: 9783840914539
: 1
: CHF 24.40
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 205
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Der Schwerpunkt von Band 16 ist dem Thema"Wirkungen und kognitive Verarbeitung in der Musik" gewidmet. Themen sind u.a.: Understanding the expressive performance movements of a solo pianist, Selbstaufmerksamkeit als Persönlichkeitsmerkmal von Musikern, Die Verarbeitung musikalischer Stimuli im Arbeitsgedächtnis,"Jede Sehnsucht hat eine Melodie".

Basisemotionen in der Musik und im Alltag, Eine Studie zur analgetischen Wirkung von Musik,"It don’t mean a thing if it ain’t got that swing". Zur mikrorhythmischen Gestaltung in populärer Musik. Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie und zum Inhalt der Jahrbücher unter http://www.music-psychology.d  

Musikalische Begabung aus Sicht der Cultural Studies  (S. 50-51)
Jan Hemming
Zusammenfassung

Ein wichtiger Bestandteil der Cultural Studies ist die Identifikation und die Kritik essentialistischer Begriffe, zu denen auch der Terminus Begabung gezählt werden muss. Zu diesem Zweck wird eine Analyse des Gebrauchs dieses Begriffes in wissenschaftlichen, aber auch in alltäglichen Zusammenhängen vorgenommen. Diese Erschließung des„Diskursfeldes" ermöglicht zunächst einen alternativen Blick auf die Geschichte der Begabungsforschung. Daraus wird ersichtlich, dass die traditionelle Musikauffassung und der traditionelle Begabungsbegriff sich gegenseitig in ihrem kulturellen Wertesystem bestätigen. So wie die westlich-abendländische, tonale Musik als natürlich empfunden wird, erscheint auch Begabung als naturgegebene Anlage für eben diese Musik. In einer kulturwissenschaftlichen Argumentation, die vereinfacht als konsequente Anwendung der Frage„BegabungÐ wozu eigentlich?" charakterisiert werden kann, wird der Begriff dann aus seinem traditionellen Kontext herausgelöst. Der resultierende semantisch entleerte Begriff von Begabung ist der Ausgangspunkt für eine mögliche Neufassung des Begriffs, um diesen beispielsweise auf den Bereich der populären Musikübertragen zu können.

Abstract

Among the central strategies of Cultural Studies is the identification and the critique of essentialist notions in language, such as the term Begabung. Starting point is an analysis of the usage of this and related terms in academic and also in everyday language. Charting the ,discursive field‘ around central notion of Begabung helps to develop an alternative view of the history of research on giftedness and talent. It becomes clear that the traditional (classical) concept of music and the traditional notion of Begabung are reaffirming each other in their system of cultural values. Just as Western, tonal music is found to be most natural, giftedness and talent are considered to be the natural (re-)sources for exactly this kind of music. Based on a Cultural-Studies-critique which can most easily be understood as a continuous reiteration of the question„Begabung for what?", the term can be unchained from its traditional context. The resulting, semantically emptied notion of Begabung serves as a point of departure for a new conception of this term and possible applications in the domain of popular music.

Die Auseinandersetzung innerhalb der Psychologie hinsichtlich ihres Selbstverständnisses als Naturwissenschaft oder als Geisteswissenschaft reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. In den heute dominierenden Ausrichtungen wie etwa der klinischen und der empirischen Psychologie wird auf Exaktheit und Genauigkeit der Verfahren großer Wert gelegt, wodurch eine deutliche Nähe zur Naturwissenschaft (z.B. Eysenck 1985) entsteht. So ist fachintern etwa von der„Messung von Selbstkonzepten" (Mummendey 1979, S. 171), von„measures of natural abilities" (Gagne´ 1995, S. 108), von„Measurement of musical talent" (Seashore 1919) oder von„Measures of musical abilities" (Bentley 1968, S. 12) die Rede. Gerade aber die Vorstellungen von Exaktheit und Messbarkeit müssen mit Nachdruck hinterfragt werden, wenn sie auf geistige oder gar künstlerische Phänomene bezogen werdenÐ ein Problem, auf das etwa Adorno in seiner Rezension von Seashores„Psychology of Music" bereits eindringlich hingewiesen hat (Adorno [1940] 1997).

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Inhalt6
Themenschwerpunkt Musikalische Begabung und Expertise10
Theoretische Modelle, Identifikations- und Förderansätze10
Zusammenfassung10
Abstract11
Literatur28
Beliefs of Music Educators and Students Concerning the Major Determinants of Musical Talent33
Zusammenfassung33
Abstract34
1. Introduction34
1.1 Overview of Gagne´’s DMGT35
1.2 Is there a hierarchy of causal impact?36
1.3 From Formal to Lay Theories38
2. Method39
2.1 Subjects39
2.2 Instrument39
2.3 Procedure40
3. Results40
3.1 General trends41
3.2 Group comparisons42
4 Discussion43
4.1 Individual differences43
4.2 General trends44
4.3 Moderator variables47
5. Conclusion48
References48
Musikalische Begabung aus Sicht der Cultural Studies51
Zusammenfassung51
Abstract51
Literatur69
Freie Forschungsberichte73
Musikpräferenzen und aggressive Einstellungen in der vierten Grundschulklasse73
Zusammenfassung73
Abstract73
1. Einführung74
2. Hypothesen77
3. Methode77
3.1 Stichprobe77
3.2 Erhebungsinstrumente und Materialien78
3.3 Durchführung79
4. Ergebnisse80
4.1 Aggressionsdiagnostik80
4.2 Musikpräferenzen und Aggression81
4.3 Musikalische Aktivitäten83
5. Diskussion84
Danksagung86
Literatur86
Anhang: Liste der Musikstücke89
Musik nach Maß90
Zusammenfassung90
Abstract90
1. Zur Bedeutung von Musikselektionsvorgängen91
2. Zum Forschungsstand92
3. Untersuchungen im Rahmen des DFG-Projekts „Musikselektion“93
4. Die Telefonbefragung95
5. Ergebnisse98
5.1 Musikauswahl in bestimmten Stimmungskontexten98
5.2 Musikauswahl in bestimmten Aktivitätenkontexten100
5.3 Interindividuelle Unterschiede der Musikauswahl in situativen Kontexten102
6. Fazit und Ausblick106
Literatur108
Von der „Physik der Klangfarben“ zur „Psychologie der Klangfarben“110
Zusammenfassung110
Abstract110
1. Klangfarbe und Formantbereich111
1.1 Das Formantstreckengesetz112
1.2 Das Formantverschiebungsgesetz112
1.3 Das Sprunggesetz112
1.4 Das Formantintervallgesetz113
2. Klangfarbe und Instrumentation114
2.1 Die Theorie der partiellen Verdeckung115
2.2 Die Theorie der partiellen Verdeckung und Verschmelzung115
2.3 Partielle Verdeckung und Verschmelzung innerhalb der Auditory Scene Analysis117
2.4 Partielle Verdeckung und Verschmelzung innerhalb der Instrumentation118
3. Klangfarbe und Instrumentengeschichte119
4. Schlussfolgerung121
Literatur122
Die Beeinflussbarkeit emotionalen Erlebens von Musik durch olfaktorische Reize127