: Rolf H. Bay
: Teams effizient führen
: Vogel Communications Group GmbH& Co. KG
: 9783834361387
: 1
: CHF 3.30
:
: Betriebswirtschaft
: German
: 202
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Erfolgreich durch Teamwork

Nichts ist mehr so wie früher, und nichts wird mehr so sein. Diese Erkenntnis verspüren heute fast alle Unternehmen, die im Zuge der schlanken Organisation, offensiven Kundenorientierung und konsequenten Qualitätsausrichtung neue Formen des Arbeitens finden müssen. So kommt es, daß in der Hinwendung zur Teamarbeit die praktikable Antwort auf den unabwendbaren Veränderungsdruck gesucht wird.
Nach fast drei Jahrzehnten der Charismatisierung individueller Leistungsfähigkeit und dem daraus sich ergebenden Perfektionierungsansatz an Einzelpersönlichkeiten erleben wir seit etlichen Jahren einen massiven Musterwechsel: weg vom hochdekorierten Einzelkämpfer, hin zum teamorientierten Mitstreiter. Und hier gibt es mehr Probleme, als die meisten Beteiligten glauben, denken oder wahrhaben wollen, denn Musterveränderungen vollzieht man nicht im Stil eines Kurzstreckensprinters.
Dieses Buch ist aus der langjährigen Arbeit mit Hunderten von teilautonomen Arbeitsgruppen, Qualitätszirkeln, Projektteams und Arbeitsteams entstanden. Es ist aus der Praxis und für die Praxis geschrieben und soll all jenen helfen, die Teams leiten sollen oder in Teams arbeiten und dafür einfache und erprobte Orientierungs- und Arbeitshilfen suchen. Demzufolge steht nicht Theorieorientierung, sondern Handlungsorientierung an erster Stelle. Das Team wird die Organisationsform der Wahl in modernen Unternehmen. Die Devise heißt: Lean und fit mit Teams!    

Kapitel 1: TEAMS - DATEN, FAKTEN, HINTERGRÜNDE ZUR TEAMARBEIT


Der Trend zu Teams - Folge eines Paradigmawechsels


Seit etlichen Jahren beobachten wir ein stetiges Ansteigen teamorientierter Arbeitsformen in vielen Unternehmen. Nun könnte man meinen, daß dies eine saisonale Zeitgeisterscheinung oder modische Episode sei, aber weit gefehlt: Wir haben es mit einem grundlegenden Paradigmawechsel zu tun [1].

Ein solcher Paradigmawechsel besteht im wesentlichen darin, daß ein bisher für funktionsfähig gehaltenes Struktur- bzw. Erklärungsmuster zunehmend in die Kritik gerät, um dann in der Folgezeit durch ein anderes abgelöst zu werden. Dabei erleben wir gemeinhin das, was als Krisensituation bezeichnet wird, begleitet durch u.U. sehr kontroverse Diskussionen.

Und genau diesen Prozeß erleben wir, beginnend ab etwa Mitte der achtziger Jahre, mit gehöriger Tempoverschärfung bis heute. Was aber genau wurde denn nun abgelöst? In die Krise geraten ist ein Arbeits- und in der Folge auch Organisationsmodell, das nach seinem Begründer F. W. TAYLOR als Taylorismus benannt wurde [2]. SeineÜberlegungen zur wissenschaftlichen Betriebsführung haben die Gestaltung der realen Arbeitsstrukturen enorm beeinflußt. Das Credo seines Modells liegt in der Fragmentierung der Arbeit, so daß ein Mitarbeiter möglichst perfekt möglichst eng definierte Arbeiten ausführt, was in der Massenproduktion eine Reduktion der Arbeit auf einzelne, zum Teil sinnentleerte Handgriffe bedeutet.

Hochgradige Arbeitsteilung mit einhergehender streng hierarchisch aufgebauter Führungsorganisation sollten ein Höchstmaß an Produktivität garantieren, was ja auch lange Zeit ganz ordentlich funktioniert hat. Viele Unternehmen, speziell solche mit Massenproduktion (Fließbandfertigung), haben das arbeitsteilige Organisationsprinzip allerdings so perfektioniert, daß dabei kolossale Gebilde entstanden: große, unbewegliche, langsame, in viele Hierarchiestufen gegliederte Unternehmen. Solchermaßen gestaltete Wirtschaftsgebilde funktionieren - einzelwirtschaftlich betrachtet - unter den Bedingungen eines gesicherten Wachstums und einer stabilen, sprichänderungslangsamen Umwelt.

Diese Prämissen gelten (eigentlich schon ab den ersten ernstzunehmenden Konjunkturkrisen der siebziger Jahre) heute nicht mehr. Immer mehr Unternehmen sterben deshalb am  Dinosaurier-Syndrom, d.h. an ihrer Langsamkeit, Unbeweglichkeit und ausgeprägtenÄnderungsresistenz. Die Welt hat sich in kurzer Zeit ganz grundlegend verändert, und nichts wird mehr so sein, wie es einmal war. Ein teilweise scherzhaft gemeinter Ausspruch ist Realität geworden:  Nichts ist so beständig wie der Wandel.

Vorwort6
Inhaltsverzeichnis10
Kapitel 1: Teams - Daten, Fakten, Hintergründe zur Teamarbeit12
Der Trend zu Teams – Folge eines Paradigmawechsels12
Was ist ein Team?16
Teamformen - Merkmale, Aufgaben, Ziele19
Entwicklungsphasen eines Teams25
Erfolgsfaktoren für Teamarbeit32
Kapitel 2: Teamführung - Denken und Handeln in neuen Massstäben40
Hierarchische und prozeßorientierte Führung40
Total Quality Management und Teamführung47
TQM als ganzheitliches Führungsmodell47
Führung als kundenorientierter Prozeß51
Führung als permanenter Wertschöpfungsprozeß59
Praxisbeispiele teamorientierter Unternehmen63
Teamarbeit in einem Produktionsbetrieb64
Teamarbeit in einer Vertriebsgesellschaft67
Der Teamleiter – Dompteur, Regisseur, Jongleur oder was?70
Integration von Führung und Selbststeuerung des Teams70
Welche Kompetenzen braucht ein Teamleiter?75
Der Teamleiter als Moderator78
Der Teamleiter als Coach82
Kapitel 3: Kompetenzentwicklung des Teams88
Multiple Prozeßbefähigung89
Die Prozeß-Befähigungs-Matrix91
Umsetzung der Kompetenzentwicklung95
Prozeßbefähigung durch Permanentes Team-Training (PTT)97
Nutzen und Aufbau des PTT-Programms98
Vorbereitung und Durchführung einer PTT-Sequenz100
PTT-Prozeßkontrolle102
Qualifikation des Teamleiters105
Kapitel 4: Kernprozesse im Team gestalten und steuern108
Der Zielsetzungs- und Controllingprozeß109
Ziele im Team klären und vereinbaren110
Zielarten, Zielkriterien, Ziel-Wege-Pläne112
Sinnvolles Ziel-Controlling aufbauen118
Der kontinuierliche Verbesserungsprozeß (KVP)123
KVP im Team umsetzen123
Die Prozeßketten-Analyse127
Feedback-Prozesse – Lernen am eigenen Modell135
Feedback als Lernhilfe135
Feedback richtig handhaben137
Erprobte Feedback-Instrumente140
Prozeß-Störungen – Wie man Konflikte im Team konstruktiv löst149
Konflikte – Bedrohung oder Chance?149
Die Sach- und Beziehungsebene in Konflikten152
Konfliktwahrnehmung und Konfliktstrategie155
Konfliktanalyse und Konfliktbearbeitung157
Kapitel 5: Teamarbeit in Projekten - die Kunst, Balance zu halten162
Wunsch und Wirklichkeit der Projektarbeit163
Der Projektstart – Mehr als die Hälfte des Erfolges?166
Die Projektorganisation im Unternehmen174
Organisationsmodelle für Projektarbeit174
Die innere und äußere Projektorganisation176
Die wichtigsten Instrumente der Projektplanung180
Der Projektstrukturplan (PSP)182
Die Meilensteinplanung183
Der Projektleiter als Erfolgsfaktor187
Rollenerwartungen und Leiterverhalten188
Aufgabenbild des Projektleiters190
Quellenverzeichnis194
Stichwortverzeichnis200