: Stefan Selke
: Stefan Selke
: Kritik der Tafeln in Deutschland Standortbestimmungen zu einem ambivalenten sozialen Phänomen
: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
: 9783531926117
: 1
: CHF 24.00
:
: Politikwissenschaft
: German
: 318
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Lebensmitteltafeln in Deutschland befinden sich im Schnittpunkt vielfältiger Interessen und sind Projektionsfläche heterogener Meinungsbilder. Die Entwicklung des Tafelsystems ist dabei weder zufällig noch selbstoptimierend. Seit es auch kritische Thesen zu Tafeln gibt, hat sich der Diskurs über die Tafeln und deren gesellschaftliche Funktion erkennbar ausdifferenziert. Es kam zu einem Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung von Praktiken und Folgen bürgerschaftlichen Engagements bei Tafeln. Die in diesem Band versammelten Beiträge belegen die Vielfalt dieser kritischen Ansätze. Tafeln werden dabei aus den theoretischen Perspektiven von Armutsforschung, Sozialpolitik, Sozialethik sowie der sozialwissenschaftlichen Nutzerforschung, aber auch unter Berücksichtigung praktischer Erfahrungen der Sozialen Arbeit vorgestellt. Ziel ist es, einen Beitrag zur meinungspluralen Diskussion über den zukünftigen Stellenwert existenzunterstützender Angebote zu leisten.

Dr. phil. Stefan Selke ist Professor für Soziologie an der Hochschule Furtwangen University. Er ist der Gründer des Online-Portals www.tafelforum.de.
Inhalt5
Einleitung und Übersicht8
Kritik der Tafeln in Deutschland – Ein systematischer Blick auf ein umstrittenes gesellschaftliches Phänomen9
1 Das Soziale als Störfall gesellschaftlicher Gemütlichkeit9
1.1 Würde der Armut ? Willkommen in der Wirklichkeit !10
1.2 Festen Boden unter den Füßen ?11
1.3 Erwünschte und alternative Sichtweisen auf Tafeln12
2 Von der Evolution zur Evaluation des Tafelsystems –Die Rahmenbedingungen kritischer Sichtweisen14
2.1 Skizze des Forschungsstandes zu Tafeln14
2.2 Akteure und Diskurse im Feld der „Tafeln“17
2.3 Zur Legitimation von Kritik an Tafeln19
2.4 Zielsetzungen der Kritik an Tafeln20
3 Praxis des Almosens als gesellschaftlicher Skandal –Dimensionen der Kritik am Tafelsystem21
3.1 Kritik der Wissensformen: Legitimationsfassaden21
3.2 Kritik der Systemformen: Irreversibilität24
3.3 Kritik der Hilfeformen: Pannendienst der Gesellschaft25
3.4 Kritik der Praxisformen: Disziplinierung des Elends26
3.5 Kritik der Vergesellschaftungsformen: Etablierte Scheinwelten28
3.6 Kritik der Privatisierungsformen: Instrumentalisierung der Helfer29
3.7 Kritik der asymmetrischen Solidaritätsformen: Helfen als Selbstzweck29
4 Tafeln als „angenehmere Abhängigkeit“ ?Kritik zwischen Einzelfall und Regel31
6 Fazit: Praktische Kritik und verdaute Theorie33
7 Einordnung der Beiträge dieses Bandes35
Literatur47
I. Tafeln als Angebote der Existenzsicherung im Sozialstaat ?52
Sozialstaat und Gerechtigkeit53
Gerechtigkeit auf dem Rückzug69
Zusammenfassung69
1 Definitionen, Funktionen und Entwicklungsphasen des Sozialstaates in Deutschland69
2 Die neoliberale Reformagenda als Grundsatzentscheidung für einen anderen Wohlfahrtsstaat72
2.1 Aus dem Wohlfahrtsstaat wird ein neoliberaler Wettbewerbsstaat72
2.2 Aus dem Sozialwird ein Minimalstaat73
2.3 Aus dem Sozialwird ein „Kriminalstaat“74
2.4 Aus dem Leistungswird ein Gewährleistungsstaat75
2.5 Aus dem aktiven wird ein „aktivierender“ Sozialstaat76
2.6 Abkehr von der gesamtgesellschaftlichen Solidarität und Rückkehr zur Familiensubsidiarität77
2.7 Spaltung des Gemeinwesens in einen Wohlfahrtsmarkt und einen Wohltätigkeitsstaat78
2.8 Aus dem Sozialversicherungswird ein Fürsorge-, Almosen-und Suppenküchenstaat78
2.9 Sozialstaat, „Neosozialstaat“ oder Neoliberalstaat ?79
3 Die globale Finanzund Weltwirtschaftskrise: Tafeln als billiger Ersatz für den Sozialstaat ?80
Literatur83
Hunger in der Über ussgesellschaft86
Zusammenfassung86
1 Hunger: Ein unerwartetes Thema in der Über ussgesellschaft86
2 Hunger und Ernährungsarmut in Deutschland: Eine Annäherung über empirische Indizien88
3 Ernährungsarmut als ein sozial-existenzielles Teilhabeproblem am Beispiel Eating Out92
4 Gesellschaftliche Umgangsformen mit Hunger: Delegierung – Negierung – Stigmatisierung94
4.1 Delegierung der Nahrungssicherung an Ehrenamt und Privatwirtschaft94
4.2 Erbe des Wirtschaftswunders: die Negierung dessen, was nicht sein darf95
4.3 Körpermale und tafeladäquate Armut – neue Formen der Stigmatisierung97
Literatur98
Warum sind die Tafeln erfolgreich ?103
Zusammenfassung103
1 Grunddaten zum Erfolg der Tafeln103
2 Ein Funktionsmodell der Tafeln oder die Verzeitlichung von Armutslagen109
2.1 Die Verzeitlichung von Armut109
2.2 Ein Modellhaushalt114
3 Resümee119
Literatur121
„Feeding America and the World“123
Zusammenfassung123
1 Einleitung123
2 Private Hungerhilfe im „Land of Plenty“124
3 Von altem Käse und anderen Besonderheiten des US-amerikanischen Sozialsystems128
4 Kontroversen und Kon ikte133
4.1 Inef zienz134
4.2 Korruption