: Ingo J. Winkler, Xueli Wang
: Made in China, Marken- und Produktpiraterie Strategien der Fälscher& Abwehrstrategien für Unternehmen
: Ingo J. Winkler
: 9783889398932
: 1
: CHF 20.40
:
: Management
: German
: 303
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Ge en Marken- und Produktpiraterie ist heute kein Industriezweig immun. Die Plagiat-Palette reicht von einfachen Haushaltsartikelnüber Ersatzteile für Flugzeuge, komplette Maschinen und Autos bis hin zu Kraftwerken.Der Hauptakteur der kommerziellen Fälscherindustrie ist gegenwärtig die Volksrepublik China. Dort scheint ein völlig neuer Wirtschaftstypus auf seine Funktionalität hin getestet zu werden: Ein rapides, anhaltendes Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig welthöchster Wirtschaftspiraterie. Westliche Unternehmen müssen angesichts dessen ihre gewohnten Konzepte zum Schutz geistigen Eigentumsüberdenken. Die Entwicklung unternehmensspezifischer, durchgängiger Schutzstrategien im Sinne eines Anti-Counterfeiting Management stellt in der globalen Wirtschaft einen akuten Handlungsbedarf dar, um den Fälschern zumindest einen Schritt voraus zu sein.

 

Autoren:

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Ingo Winkler, Management Consultant bei China Swift Consulting in Shanghai und Chongqing in den Bereichen Cross cultural Management, Cross cultural Marketing und IP-Management.
Lehrtätigkeiten an den Universitäten Fudan/Shanghai, Sun Yat-sen/Kanton, Wuhan und Dalian.

Xueli Wang, Management Consultant im Bereich Business Intelligence. Projekttätigkeiten bei Kroll Asia/Shanghai und Navigant Consulting/Shanghai.

Chinesisches Immaterialgüterrecht(S. 131-132)

Es ist schon ein Erfolg, wenn nur eines von drei erlassenen Gesetzen irgendeinen Effekt im ganzen Land hat. Zhu Rongji, Ministerpräsident 1998 - 2003 Unter Immaterialgüterrecht versteht man jenen Rechtsbereich, der dem Schutz des geistigen Eigentums (Intellectual Property) dient. Dazu gehören Urheberrecht (Copyright), Markenrecht, Patentrecht, Gebrauchsmusterrecht, Geschmacksmusterrecht, Halbleiterschutz, Sortenschutz und Schutzzertifikate (Arzneimittelpatente).

Im Unterschied zum Begriff„Gewerblicher Rechtsschutz“ ist der Terminus„Immaterialgüterrecht“ einerseits enger (ohne Wettbewerbsrecht und Kennzeichenrecht) und andererseits weiter (zuzüglich Urheberrecht) gefasst. Bei der historischen Entwicklung des chinesischen Immaterialgüterrechts stehen die Bereiche Patentrecht, Markenrecht und Urheberrecht im Vordergrund. Vom Kaiserreich zur Volksrepublik Chinas Immaterialgüterrecht hat eine kurze Geschichte, die sich aber doch bis zur späten Qing-Dynastie (1644-1911) zurückverfolgen lässt.

Unter den Mandschu-Kaisern wurden die ersten gesetzlichen Regelungen zum Schutz geistigen Eigentums in westlicher Konzeption erlassen. Das früheste Gesetzüber die Patentierung trug den Titel Charta der Auszeichnungenüber die Stärkung von Industrie und Kunst vom 12. Juli 1889. 199 Mit dem Law of Author’s Right of the Great Qing wurde 1910 ein Urheberrecht verkündet, wonach das Werk eines Autors bis zu 30 Jahre nach seinem Tod geschützt bleiben sollte.

200 Der Zweck dieses Urheberrechtsgesetzes der Qing-Kaiser galt allerdings in erster Linie nicht dem Schutz der Urheber, sondern es war– und blieb dies bis zum Jahr 1990– ein Kontrollinstrument zu Zensurzwecken. Der Gebrauch von Marken lässt sich in China seit Jahrhunderten nachweisen, und das Markenrecht ist wahrscheinlich der einzige Teil des Rechts der VR China, das auf eine seit der Kaiserzeit ununterbrochene Tradition zurückblicken kann. Das chinesische Kaiserreich hatte 1902 mit Großbritannien, 1903 mit den USA und Japan Verträgeüber die Registrierung und den wechselseitigen Schutz von Marken vereinbart.

Als Resultat internationaler Verträge entstand 1904 Chinas erstes Markenrecht, das sich Versuchsweise durchgeführte Satzung für die Registrierung von Marken nannte. 201 Nicht nur für die Markengesetzgebung der nachfolgenden Republik, sondern auch für die VR China besaßen diese Satzungen Vorbildwirkung. In der republikanischenÄra (1911-1949) galt das zentrale Interesse dem Schutz von Handelsmarken und Patenten, da dies für die Modernisierung und Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft als notwendig erachtet wurde.

Das Markengesetz von 1904 wurde von der provisorischen republikanischen Regierung vorerst beibehalten, 1923überarbeitet und ab 1930 von der Guomindang- Regierung erneut bearbeitet, mehrfach revidiert und durch eine Reihe von Ausführungsbestimmungen ergänzt. Eine vorläufige Chartaüber die Auszeichnung von industriellen und künstlerischen Produkten diente als Patentgesetzgebung, worin allerdings nicht der Erfinder, sondern staatliche Interessen im Vordergrund standen. 
Vorwort8
Globale Dimension der Marken- und Produktpiraterie12
Grenzbeschlagnahmen16
Kernsektoren der Fälscherindustrie21
Risiken und Schäden durch Marken- und Produktpiraterie33
Teil 1: Piraten und Erfinder40
Chinas Fälscherindustrie: Zentren und Strategien42
Fälscherzentren47
Buch- und Journalpiraterie61
Strategien der Marken- und Produktpiraten65
Chinesische Erfinder: Innovationen und technologische Falle88
Chinas Patentaktivitäten94
Die chinesische Technologie-Falle101
Nationale Marktführer und Global Players112
Haier112
Huawei115
Lenovo117
Staatlich motivierte Produktpiraterie120
Teil 2: Rechtlicher Schutz geistigen Eigentums in der VR China130
Chinesisches Immaterialgüterrecht132
Vom Kaiserreich zur Volksrepublik132
Von den Wirtschaftsreformen zur WTO136
Verfahren für Patente, Marken und Urheberrechte149
EU-weite und nationale Maßnahmen zum Innovationsschutz155
Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte163
Zuständige Verwaltungsbehörden167
Administrative Durchsetzung170
Zivilgerichtliche Durchsetzung177
Strafgerichtliche Durchsetzung187
Durchsetzung über Kooperation mit Zollbehörden195
Benutzerfreundlichkeit und Benutzerfrequenz199
Teil 3: Risikomanagement entlang der betrieblichen Wertschöpfungskette204
Anti-Counterfeiting Management206
Einkaufs- bzw. Beschaffungslogistik214
Interne und externe Logistik216
Produktion und Technologieentwicklung218
Vertriebs- und Marketingstrategie227
Kundendienst234
Rechtliche und / oder alternative Schutzmaßnahmen238
Personalmanagement248
Kommunikationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit255
Verbandsarbeit und Lobbying258
Ermittlungen, Analysen und Strafverfolgung262
Firmeninfrastruktur268
Abkürzungsverzeichnis278
Literaturverzeichnis282
Rechtsgrundlagenverzeichnis296
Abbildungsverzeichnis298
Tabellenverzeichnis300
Zu den Autoren302