: Eberhard Rott, Michael Kornau, Rainer Zimmermann
: Testamentsvollstreckung Vermögensnachfolgegestaltung für Steuerberater und Vermögensverwalter
: Gabler Verlag
: 9783834998798
: 1
: CHF 32.70
:
: Betriebswirtschaft
: German
: 284
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Testamentsvolls reckung durch Steuerberater oder Vermögensverwalter ist die moderne Form der Vermögensnachfolgegestaltung. Sie haben umfassenden Einblick in die Vermögensverhältnisse ihrer Mandanten und genießen deren Vertrauen. Checklisten und Formulierungshilfen machen das Werk für jeden Berater zu einem praxisnahen Ratgeber.

Rechtsanwalt Eberhard Rott, Bonn, ist Fachanwalt für Erbrecht und Steuerrecht sowie Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögenssorge (AGT) e.V.. Er verfügt über langjährige Erfahrungen bei der interprofessionellen Gestaltung von Nachfolgeplanungen.
Dipl. Bankbetriebswirt Michael Stephan Kornau aus Recklinghausen, Certified Financial Planner(R) und Estate Planner (ebs), arbeitet seit langen Jahren als Finanzplaner und Generationenmanager.
Dipl. Betriebwirt Rainer Zimmermann, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Bonn, ist Mitglied des Zentrums für Unternehmensnachfolge (zentUma e. V.) und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den steuerlichen Aspekten der Nachfolgegestaltung.

§ 7 Die ordnungsgemäße Durchführung der Testamentsvollstreckung (S. 114-115)

A. Bereitstellung professioneller Infrastruktur

Erbfälle treten in aller Regel unvorhergesehen ein. Daraus folgt, dass der geschäftsmäßig agierende Testamentsvollstrecker rechtzeitig eine Infrastruktur schaffen muss, die ihn in die Lage versetzt, sofort und präzise zu reagieren. Je besser die Vorbereitung des Testamentsvollstreckers in organisatorischer Weise ist, desto erfolgreicher wird die Testamentsvollstreckung sein. Viele grundsätzliche Fragen können unabhängig von einer konkreten Testamentsvollstreckung vorab geklärt werden. Hierzu gehört beispielsweise die Kenntnis des Versicherungsumfanges der eigenen Vermögenschadenhaftpflichtversicherung, gegebenenfalls die Vereinbarung von„Spielregeln“ zur Benachrichtigung der Vermögenschadenhaftpflichtversicherung. Auch das grundlegende Procedere mit dem eigenen Kreditinstitut für die reibungslose und zügige Anlegung von Sonderkonten sollte geklärt sein. Insgesamt empfiehlt es sich,über ein komplettes Netzwerk an Hilfspersonen zu verfügen, die bei Bedarf schnell und unbürokratisch Hilfe in so profanen Dingen wie derÖffnung einer Wohnung, ihrer Bewachung während der Beisetzung oder schlicht der Durchführung der Bestattung leisten können. Auch die Kenntnis der Bestattungsgesetze des Bundeslandes, in demüblicherweise die Testamentsvollstreckungen anfallen, nach Möglichkeit auch derörtlichen Friedhofssatzungen, erspart in der Anfangsphase viel Zeit und Nerven.

Nicht zuletzt das eigene Büro sollte vorbereitet sein, um Anfragen des Nachlassgerichtes aufÜbernahme einer Testamentsvollstreckung sachgerecht beantworten zu können oder wenigstens in der Lage zu sein, den künftigen Testamentsvollstrecker kurzfristig zu erreichen. Letztendlich sollte man auch eine in angemessener Selbstkritik geschaffene Vorstellung von den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten bei der Vollstreckung eines Nachlasses haben. Ist man zeitlichüberhaupt in der Lage, eine Dauervollstreckung zuübernehmen? Verfügt manüber die hinreichenden Kenntnisse, ein Unternehmen abzuwickeln oder einen Künstlernachlass optimal zu verwerten? Es sei auch an dieser Stelle davor gewarnt, nur wegen einer vermeintlich hohen Testamentsvollstreckervergütung eine die eigenen Kenntnisse und Fähigkeitenübersteigende Vollstreckung zuübernehmen. Die in solchen Fällen zu erwartenden Auseinandersetzungen, insbesondere mit den Erben, lassen das Honorar schnell dahinschmelzen. Dies gilt speziell für das nach den tradierten Vergütungstabellen anfallende Honorar, das nur dann zu einer angemessenen Vergütung des Testaments vollstreckers führt, wenn die Testamentsvollstreckung reibungslos abläuft .

B. Sofortmaßnahmen

I. Organisatorischer Art

■ Testamentsvollstreckerakte anlegen
■ Sonderkonto einrichten

Die Führung einer Testamentsvollstreckerakte bleibt natürlich im Wesentlichen den persönlichen Vorlieben des Testamentsvollstreckers vorbehalten. Von vornherein lösen sollte man sich allerdings von dem Gedanken, dass klassische Aktenformen wie z. B. eine anwaltliche Prozeßakte in Form der Hängeakte für Testamentsvollstreckungen geeignet ist. Da mit umfangreichem Schriftverkehr zu rechnen ist, empfiehlt es sich, von vornherein die Testamentsvollstreckerakten in DIN A 4 Aktenordnern zu führen und entsprechend der anfallenden Korrespondenz mit den verschiedenen Beteiligten durch Trennblätter zu unterteilen. Die Akte sollte ferner vorne eineÜbersichtüber die einzelnen Abteilungen enthalten sowie sinnvollerweise eine Kurzübersichtüber den Verlauf der Testamentsvollstreckung. Imübrigen gilt natürlich der allgemeine Beratergrundsatz, dass Akten stets unter dem Gesichtspunkt geführt werden sollten, dass der Mandant von heute der Gegner von morgen sein kann, in besonderen Maße auch für die Testamentsvollstreckerakte.

Die Einrichtung eines Sonderkontos in der besonderen Form des Anderkontos empfi ehlt sich eigentlich bei jeder Testamentsvollstreckung ausgenommen eventueller Dürftigkeitsfälle.Über dieses Konto sind sodann sämtliche Transaktionen, die den der Testamentsvollstreckung unterliegenden Nachlass betreffen abzuwickeln. Auch etwa vorgefundenes Bargeld ist hier einzuzahlen. Alternativ kommt die Fortführung eines vorhandenen Erblasserkontos in Betracht, wenn die Bank bereit ist, das Konto als Nachlasskonto umzuschreiben und die ausschließliche Verfügungsbefugnis des Testamentsvollstreckers sichergestellt ist.

Vorwort5
Inhaltsübersicht7
Literaturverzeichnis20
Bearbeiterverzeichnis24
§ 1 Die Testamentsvollstreckung als Geschäftsfeldfür den modernen Steuerberater undVermögensverwalter25
A. Die Testamentsvollstreckung im Fokus der Öffentlichkeit25
B. Die Testamentsvollstreckung als modernes Mittel der Vermögensnachfolgegestaltung26
C. Von der verbotenen Tätigkeit zum modernen Dienstleistungsangebot30
D. Die Konkurrenzsituation31
E. Zertifizierungsmöglichkeiten für Testamentsvollstrecker32
§ 2 Financial Planning und Estate Planningals Voraussetzung moderner Testamentsvollstreckung38
A. Die Systematik der Finanz- und Nachfolgeplanung38
B. Schlussfolgerungen für die vermögensverwaltende Testamentsvollstreckung48
§ 3 Die allgemeinen Grundsätze der Testamentsvollstreckung68
A. Die Wurzeln der Testamentsvollstreckung68
§ 4 Der Weg zur idealen Testamentsvollstrecker-anordnung75
A. 1. Schritt: Gestaltungsalternativen zur Testamentsvollstreckung prüfen75
B. 2. Schritt: Wirksame letztwillige Verfügung errichten83
C. 3. Schritt: Die richtige Person zum Testamentsvollstrecker bestimmen89
D. 4. Schritt: Inhalte der Testamentsvollstreckeranordnung festlegen94
E. 5. Schritt: Ergänzungen zur Testamentsvollstreckeranordnung vornehmen96
§ 5 Die verschiedenen Arten der Testamentsvoll-streckung98
A. Der Regelfall: Die Abwicklungs- und Auseinander-setzungsvollstreckung98
B. Die Dauertestamentsvollstreckung99
C. Die schlichte Verwaltungsvollstreckung100
D. Die Vermächtnisvollstreckung100
E. Die Vollstreckung bei Vor- und Nacherbschaf