: Oliver Nachtwey
: Marktsozialdemokratie Die Transformation von SPD und Labour Party
: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
: 9783531916163
: 1
: CHF 31.90
:
: Politikwissenschaft
: German
: 335
: Wasserzeichen/DRM
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: PDF
SPD und Labour Party haben sich in der letzten Dekade grundlegend gewandelt. Die klassische Sozialdemokratie erkannte die Märkte an, wollte aber das Soziale vor den Mühlen des Marktes auf Distanz halten. Sie zweifelte an den Fähigkeiten des Marktes, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Ausgleich zu garantieren. Deshalb wollte man seine Macht begrenzen, seine Auswirkungen korrigieren und seine Entwicklung steuern. Die Marktsozialdemokratie verkehrt dieses Verhältnis: Der Markt soll mit den Mitteln des Sozialen gefördert und das Soziale nach Marktprinzipien organisiert werden. Politische Ökonomie und der Leitbegriff der sozialen Gerechtigkeit werden deshalb neu gedeutet, was mitunter zu drastischen Legitimationsproblemen der Marktsozialdemokratie führen kann.

Dr. Oliver Nachtwey ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Jena.
Inhalt6
Abbildungen und Tabellen8
1. Einleitung9
2. Institutionalistische Parteiensoziologie22
2.1 Parteien als gesellschaftlich eingebettete Akteure27
2.2 Parteien als Organisationen32
2.3 Politische Paradigmen und die soziale Gerechtigkeit38
3. Vorkeynesianische Sozialdemokratie45
3.1 Die Genese von SPD und Labour Party45
3.2 Die wirtschaftlichen Grenzen des Reformismus57
3.3 Spielarten des Wohlfahrtskapitalismus: Deutschland und Großbritannien60
3.4 Das politische Paradigma der vorkeynesianischen Sozialdemokratie67
4. Wohlfahrtsstaat und keynesianische Sozialdemokratie88
4.1 Kapitalismus, Arbeitsgesellschaft und Wohlfahrtsstaat88
4.2 Gleichheit und Gerechtigkeit im Wohlfahrtsstaat92
4.3 Das Zeitalter des Keynesianismus94
4.4 Das politische Paradigma der keynesianischen Sozialdemokratie97
4.5 Zur Logik sozialdemokratischer Volksparteien104
5. Das Goldene Zeitalter der Sozialdemokratie109
5.1 Sozialliberaler Kollektivismus: Die Labour Party109
5.2 Keynesianischer Korporatismus: Die SPD129
6. Das böse Erwachen aus dem kurzen Traum154
6.1 Vom Aufbruch zur Ernüchterung – die SPD bis 1982156
6.2 Thatcher ante portas: Labours Selbstdemontage163
6.3 Die „organische Krise“ der keynesianischen Sozialdemokratie171
7. Die Transformation zur Marktsozialdemokratie173
7.1 Der Aufstieg des Neoliberalismus174
7.2 Zersetzung, Erneuerung und Dritte Wege177
7.3 Von Old Labour zu New Labour184
7.4 New Labour an der Regierung200
7.5 Erst langsam, dann stürmisch: die Transformation der SPD208
7.6 Nachholender Revisionismus der SPD221
7.7 Das politische Paradigma der Marktsozialdemokratie235
7.8 Varianten der Marktsozialdemokratie249
8. Legitimationsprobleme der Marktsozialdemokratie265
8.1 Die Entwicklung der Ungleichheit267
8.2 Legitimierungsdiskurse und „Sachzwänge“269
8.3 Populismus, Depolitisierung und Postdemokratie274
8.4 Hat die Marktsozialdemokratie eine Zukunft?276
Programmatische Dokumente280
Sekundärliteratur284