Business Wargaming Unternehmenswert schaffen und schützen
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Daniel Oriesek, Jan Oliver Schwarz
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Business Wargaming Unternehmenswert schaffen und schützen
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Gabler Verlag
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9783834982889
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1
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CHF 44.40
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Management
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German
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181
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Daniel F. Oriesek und Jan Oliver Schwarz geben einen praxisorientierten Überblick über die Methodik des Business Wargaming und schildern eine Vielzahl von konkreten Anwendungsbeispielen in der Unternehmenspraxis. Ein Business Wargame - auch als Strategie-Simulation bezeichnet - ist eine Rollenspielsimulation einer dynamischen Wirtschaftssituation. Durch die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden kostspielige Fehlentscheidungen vermieden und zusätzliche Chancen erkannt. Fallstudien zu unterschiedlichen Bereichen der Unternehmensführung illustrieren die Anwendung.
Daniel F. Oriesek ist Principal bei der Beratungsfirma A.T. Kearney in Zürich und berät nationale und internationale Kunden in verschiedenen strategischen und organisatorischen Fragestellungen, darunter auch Business Wargaming. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er aktiver Generalstabsoffizier im Führungsstab der Schweizer Armee und arbeitete zuvor für Russel Reynolds Associates, Booz Allen Hamilton und die UBS.
Jan Oliver Schwarz unterrichtet Studierende in Masterprogrammen zu Business Wargaming und publizierte verschiedene Artikel u. a. zu diesem Thema und zu Strategic Foresight. Er ist zur Zeit Doktorand an der Universität der Künste Berlin.
1 Die Geschichte des Wargaming
(S. 9)
Wargaming wurde schon vor langer Zeit entwickelt und eingesetzt, und es ist vermutlich so alt wie der Krieg selbst (Perla 1990). Seinen Ursprung hat es wohl im militärischen Bedürfnis, Befehlshaber der Armee und ihre Offiziere besser auf unvorhergesehene Entwicklungen auf dem Schlachtfeld vorzubereiten.
Wer besser versteht, welche möglichen feindlichen Reaktionen die eigene Handlungsweise hervorrufen kann und wie diesen am besten zu begegnen ist, verfügt über eine Fähigkeit, die ihm einen Wettbewerbsvorteil verschafft, weil sie dem Befehlshaber hilft, verhängnisvolle Fehlentscheidungen und damit unnötige Verluste von Soldaten, Ausrüstung und Terrain zu vermeiden. Dies wiederum ermöglicht eine „ökonomischere“ Kriegsführung, welche die Nachhaltigkeit jeder militärischen Aktion maßgeblich erhöht und entscheidend dazu beiträgt, dass eine Armee nicht nur die Schlacht, sondern schließlich auch den Krieg gewinnt.
Der Erfolg des Wargaming liegt vermutlich auch darin begründet, dass damit neue Handlungsweisen und Taktiken erprobt werden können, ohne sich einer realen Kampfsituation aussetzen zu müssen. Dies hat sich als besonders nützlich für die Verfeinerung der Kriegskunst in Friedenszeiten und für die Heranbildung einer einheitlichen Denkweise bei Tausenden von jungen Offizieren erwiesen.
Natürlich bietet das Wargaming noch weitere Vorteile, aber die eben erwähnten bleiben bis heute die bedeutendsten. Die verfügbare Literatur zum Wargaming (z. B. Brewer und Shubik 1979, Perla 1990, Treat et al. 1996, Dunnigan 2000, Caffrey Jr. 2000, Oriesek und Friedrich 2003) beschäftigt sich hauptsächlich mit drei Anwendungsgebieten: Erstens mit dem Einsatz von Wargaming durch das USMilitär, insbesondere am Naval War College, einer Ausbildung- und Forschungsstätte der US-Navy, zweitens mit der Weiterentwicklung des Wargaming in der preußischen Armee und drittens mit dem Wargaming als ziviles Freizeitvergnügen.
Der Einsatz von Wargaming im betriebswirtschaftlichen Umfeld, das so genannte Business Wargaming, ist angesichts der langen Entstehungsgeschichte der Methode eine vergleichsweise junge Entwicklung. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass bis vor kurzem nur wenig Literatur zu diesem Thema vorlag, eine erste Übersicht haben die Autoren dieses Buches mit einer englischsprachigen Version (Oriesek und Schwarz 2008) gegeben, die diesem Buch als Grundlage dient, gefolgt von zwei weiteren Büchern (Gilad 2009, Herman et al. 2009).
Die folgenden Abschnitte befassen sich mit der Entwicklung desWargaming von seinen Ursprüngen bis zur Gegenwart.
1.1 Wei-Hai und Go im alten China
Perla (1990) schreibt das erste Kriegsspiel dem chinesischen General und Mili tärphilosophen Sun Zi zu, der vor rund fünftausend Jahren das Spiel Wei-Hai, auf Deutsch „Einkesselung“, entwickelte. Wei-Hai bestand aus einer abstrakten Spieloberfläche, auf der jeder Spieler seine Armee aus farbigen Steinen bewegte.
Entsprechend Sun Zis Philosophie, dass der Kampf erst als letzter Ausweg zu ergreifen sei, ging der Sieg nicht an den Spieler, der den Gegner frontal schlagen, sondern an den ersten Spieler, der den Feind umzingeln konnte (Perla 1990). Es sind keine Abbildungen oder Fundstücke von diesem Spiel erhalten, es scheint jedoch dem um 2200 v. Chr. entstandenen und bis heute bekannten Go recht ähnlich gewesen zu sein. Go ist ein abstraktes Strategiespiel, das mit weißen und schwarzen Steinen auf einem hölzernen, mit je 19 horizontalen und vertikalen Linien versehenen Brett gespielt wird.
Es verbreitete sich im ganzen Orient und wurde in Japan unter dem Namen I-Go oder (dem heute allgemein verwendeten) Go und in Korea unter dem Namen Baduk weiterentwickelt. Das Ziel beim Go-Spiel ist es, ein möglichst großes Gebiet auf dem Spielbrett zu erobern.
1.2 Vom indischen Chaturanga zum Schach
Um 500 v. Chr. entstand in Indien ein Spiel namens Chaturanga. Wie beim Go wird auf einem Brett gespielt. Im Gegensatz zum Go haben die farbigen Spielsteine jedoch verschiedene Funktionen und stehen z. B. für Fußsoldaten, Streitwagen, Elefanten oder berittene Soldaten. Zwei bis vier Spieler bewegen jeweils vier Bauern, einen König, einen Elefanten, einen Springer und einen Wagen über das Spielbrett.
Geleitwort
5
Vorwort
7
Inhaltsverzeichnis
9
Abbildungsverzeichnis
14
Begriffsverzeichnis
15
Einleitung
17
Teil 1 Die Grundlagen des Business Wargaming
22
1 Die Geschichte des Wargaming
23
1.1 Wei-Hai und Go im alten China
24
1.2 Vom indischen Chaturanga zum Schach
24
1.3 Schach und seine Weiterentwicklungen
25
1.4 Spiele für den militärischen Gebrauch
27
1.5 Nichtmilitärisches Wargaming und die jüngste Entwicklung
33
1.6 Die Entwicklung des Business Wargaming
36
2 Die Methodik des BusinessWargaming
39
2.1 Was ist Business Wargaming?
39
2.2 Die Grundlagen des Business Wargaming: Teams
42
2.2.1 Das Firmen-Team
42
2.2.2 Die Wettbewerber-Teams
42
2.2.3 Das Markt-Team
43
2.2.4 Das Kontroll-Team
44
2.3 Die Grundlagen des Business Wargaming: Interaktion
45
2.4 Die Grundlagen des Business Wargaming: Spielrunden
47
3 Die Bedeutung von BusinessWargaming für die strategischePlanung
49
3.1 Strategie und Taktik aus militärischer Sicht
50
3.2 Die Bedeutung strategischer Planung und
53
3.3 Die Vorteile von Business Wargaming
55
Teil 2 Die Anwendung von Business Wargaming
57
4 Strategieüberprüfung
60
4.1 Wozu Strategieüberprüfung?
60
4.2 Fallstudie: Allianzstrategie für Airlines
62
4.2.1 Ausgangssituation
63
4.2.2 Ziele und Schlüsselfragen
64
4.2.3 Spielverlauf
64
4.2.4 Erkenntnisse
66
4.3 Fallstudie: Wargaming für eine erfolgreiche Key- Account- Strategie
68
4.3.1 Ausgangssituation, Ziele und Schlüsselfragen
69
4.3.2 Spielverlauf
70
4.3.3 Erkenntnisse
75
4.4 Business Wargaming an der Generalstabschule der Schweizer Armee
77
5 Crisis Response Preparation:Vorbereitung auf Krisen
81
5.1 Die Bedeutung von Business Wargames für das Krisenmanagement
82
5.2 Fallstudie: Finanzinformationsdienstleister
84
5.2.1 Ausgangssituation
84
5.2.2 Zielsetzung und Fragestellung
84
5.2.3 Spielverlauf
84
5.2.4 Erkenntnisse
85
5.3 Fallstudie: HIV / AIDS
86
5.3.1 Ausgangssituation
86
5.3.2 Zielsetzung und Fragestellung
87
5.3.3 Spielverlauf
88
5.3.4 Erkenntnisse
91
5.4 Fallstudie: Bioterrorismus
93
5.4.1 Ausgangssituation
93
5.4.2 Zielsetzung und Fragestellung
94
5.4.3 Spielverlauf
94
5.4.4 Erkenntnisse
98
5.5 Port Security Wargame
100
5.5.1 Die Ausgangssituation
100
5.5.2 Zielsetzung
100
100
100
5.5.3 Das Wargame
102
5.5.4 Empfehlungen
107
5.5.5 Resultate
110
5.6 Business Wargaming als strategischer Erfolgsfaktor für Konzerne in der Krise
111
5.6.1 Das Beispiel Sulzer Medica / Centerpulse - Ausgangslage
111
5.6.2 Strategische Fragestellungen
112
5.6.3 Methodologisches Vorgehen
112
5.6.4 Resultate
114
5.6.5 Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
115
6 Die Entwicklung von Foresight
117
6.1 Die Entwicklung von Foresight mit Business Wargaming
117
6.2 Fallstudie: Die Zukunft der Asset Management Distribution8
119
6.2.1 Ausgangssituation
119
6.2.2 Zielsetzung und Fragestellung
119
6.2.3 Spielverlauf
120
6.2.4 Erkenntnisse
122
6.2.5 Das Beispiel der Allianz Global Investors
122
6.3 Wargames im öffentlichen Sektor
123