: Dieter Klumpp, Herbert Kubicek, Alexander Roßnagel, Wolfgang Schulz
: Dieter Klumpp, Herbert Kubicek, Alexander Roßnagel, Wolfgang Schulz
: Medien, Ordnung und Innovation
: Springer-Verlag
: 9783540291589
: 1
: CHF 57.70
:
: Management
: German
: 412
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Ordnungs- und Regulierungsstrukturen bei der Ausgestaltung der Informationsgesellschaft diskutieren führende Vertreter von Regulierungsorganisationen aus Bund und Ländern, im interdisziplinären und intersektoralen Dialog skizzieren Wissenschaftler und Praktiker strategische Aspekte der multimedialen Breitbandkommunikation. Die Konvergenz der Medien erzwingt Entscheidungen darüber, ob die bisherigen Ordnungsstrukturen ausreichend sind und welche neue Strukturen erarbeitet werden müssen. Das Recht bildet den Ordnungsrahmen, andererseits brauchen technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen Freiheit, eine 'Gasse für Innovation'. Im Urheberrecht, den Schutzrechten für Jugend und Verbraucher, im umfassenden Medienrecht, in der globalen Governance sowie in neuen ökonomischen Ansätzen für die Errichtung technischer Infrastrukturen liegen zentrale Gestaltungsaufgaben für die Informationsgesellschaft.

P>Die Autoren: Karsten Altenhain, Walter Berner, Michael Bobrowski, Peter Broß, Alfred Büllesbach, Hans-Jörg Bullinger, Wolfgang Coy, Stefan Doeblin, Thomas Dreier, Dieter Elixmann, Axel Garbers, Hansjürgen Garstka, Ludwig Gramlich, Hans Hege, Thomas Hirschle, Thomas Hoeren, Bernd Holznagel, Klaus Kamps, Hans-J. Kleinsteuber, Wolfgang Kleinwächter, Thomas Kleist, Dieter Klumpp, Daniel Krone, Herbert Kubicek, Matthias Kurth, Thomas Langheinrich, Lutz Mahnke, Werner Meier, Verena Metze-Mangold, Edda Müller, Jörg-Uwe Nieland, Karl-Heinz Neumann, Arnold Picot, Ulrich Reimers, Alexander Roßnagel, Peter Schaar, Heribert Schatz, Wolfgang Schulz, Josef Trappel, Stephan A. Weichert, Brigitte Zypries

Perspektiven des Hör-, Fernseh- und Datenrundfunks (S. 55-56)

Ulrich Reimers

Hör- und Fernsehrundfunk sind auch im Zeitalter des Internet die bedeutendsten elektronischen Medien für die breiteÖffentlichkeit geblieben. Während die terrestrische Verbreitung– also die Verbreitungüber Sender, welche auf der Erde (zum Beispiel auf Bergen oder Türmen) stehen– der ursprünglich einzige Weg war, Programminhalte zu den Kunden zu transportieren, stehen heute daneben die Verbreitung per Kabel und Satellit sowie der Zugang per Internet zur Verfügung. Insbesondere für den Fernsehrundfunk in Deutschland haben diese alternativen Wege die größte Marktbedeutung. Im Gegensatz dazu hat für den Hörfunk der terrestrische (Ultrakurzwellen-) UKW-Rundfunk seine dominierende Rolle erhalten, während terrestrischer Hörfunküber Lang-, Mittel- und Kurzwelle (LW, MW, KW) und das DigitalRadio (Digital Audio Broadcasting– DAB) nur kleine Minderheiten erreichen. Im Fernsehen ist mit der erfolgreichen Einführung des„Überall- Fernsehens" (Digital Video Broadcasting– Terrestrial DVB-T) das Ende der terrestrischen Ausstrahlung des bisherigen analogen Fernsehens gekommen.

In wenigen Jahren wird es dies in Deutschland nicht mehr geben. Gleichzeitig steht ein neues Rundfunkmedium vor der Einführung. Unter den Kurzbezeichnungen DVB-H(andheld) und Digital Multimedia Broadcasting (DMB) firmieren technische Systeme, mit denen insbesondere batteriebetriebene Endgeräte wie Mobiltelefone und Personal Digital Assistants (PDA) mit Audio und Video sowie anderen Datendiensten versorgt werden können. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Perspektiven der Systeme des Hör-, Fernseh- und Datenrundfunks und dem absehbaren Spektrumsbedarf für deren terrestrische Verteilung.

Hörfunk
Analoge Systeme


In den 1920er Jahren startete der Hörfunk in den Frequenzbereichen Langwelle (ca. 150 kHz bis 300 kHz) und Mittelwelle (ca. 525 kHz bis 1605 kHz). Die Programmanbieter erreichenüber diese Frequenzbereiche jedoch seit vielen Jahren kaum mehr Zuhörer. Trotzdem wurden die Langwellen- und Mittelwellenbänder nicht geräumt. Dies ist auf verschiedene Gründe zurück zu führen, von denen die wichtigsten wohl sind:

1. Mittels LW war es in Zeiten der deutschen Teilung möglich, Hörfunkprogramme aus der BRD in das gesamte Territorium der DDR zuübertragen (und vice versa);

2. die MW-Übertragung ermöglicht es, weniger populäre Programminhalte (wie dieÜbertragung von Bundestagsdebatten etc.) zum Zuhörer zu transportieren, ohne dass die per UKW ausgestrahlten Hauptprogramme dafür unterbrochen werden müssen;

3. bis zur Einführung des terrestrischen Digitalfernsehens war den Zuhörern und Zuschauern erst einmal ein vorher bestehendes System, nämlich das von nur wenigen hunderttausend Kunden genutzte Digitale Satelliten Radio (DSR),„weggenommen" worden und der Mut zur Abschaltung weitere Systeme war bisher nicht vorhanden;

4. da der Betrieb von LW- und MW-Sendernüber Rundfunkgebühren finanziert wird, bestand kein erhöhter wirtschaftlicher Druck zur Abschaltung.

Nach dem Start des UKW-Hörfunks (anfänglich ca. 87,5 MHz bis 100 MHz) Anfang der 1950er Jahre und insbesondere mit der Erweiterung des für den UKWHörfunk genutzten Frequenzbereiches im Bereich 100 MHz bis 108 MHz ab 1987 entstand eine so große Programmvielfalt, dass derüberwiegende Anteil der Zuhörer die ihn interessierenden Programmangebote im UKW-Frequenzbereich findet. Außerdem besitzen UKW-Programme eine gegenüber per LW und MW ausgestrahlten Programmen weit bessere technische Qualität. Stereo ist per UKW selbstverständlich und Zusatzdaten, dieüber das Radio Data System (RDS) bereitgestellt werden, erleichtern die Nutzung.

Die in den Kurzwellenbändernübertragenen Hörfunkprogramme spielen für deutsche Zuhörer praktisch nur noch eine Rolle, wenn sie im Auslandsurlaub zum Beispiel die Nachrichtensendungen der Deutschen Welle zur Informationüber die Vorgänge in der Heimat nutzen wollen. Kurzwellen-Radio hat darüber hinaus Bedeutung als Informationsmedium für Menschen in fernen Ländern und für ausländische Mitbürger und Besucher in Deutschland, die per Kurzwelle Programme ihrer Heimat empfangen wollen. Aber auch hier muss man sehen, dass der Hörfunk für die„Fernversorgung" durch die immer weitere Verbreitung des Satellitenfernsehens

– Deutsche Welle TV wird in vielen Hotels im Ausland eingespeist
– an Bedeutung verloren hat.

Zusammenfassend darf man also sagen, dass von allen analogen terrestrischen Hörfunksystemen nur noch das UKW-Radio von nennenswerter– sogar vonüberragender– Bedeutung ist.

Inhaltsverzeichnis5
Medien, Ordnung und Innovation8
Ordnungsstrategien11
Regulierungsstrukturen15
Rechtsrahmen und Innovationen17
Teil I: Ordnungsstrategien20
Strategische Aspekte der Frequenzregulierung21
Die Bedeutung der Frequenzregulierung für Innovationen und den Wettbewerb in der Telekommunikation21
Anforderungen an die Frequenzregulierung22
Vergabe der ehemaligen C-Netz-Frequenzen für weitbandigen Bündelfunk30
Anhörungen zur Vergabe von Frequenzen im Rahmen des Fixed Wireless Access32
Ergebnis34
Perspektiven des Breitbandkabels in Deutschland35
Einleitung35
Europa35
Bund36
Länder37
Investitionshindernisse37
Wettbewerb fördert Innovation38
Zukunftsorientierter Netzausbau40
Zusammenfassung41
Herausforderungen beim Übergang von analog zu digital42
Worin liegt der Mehrnutzen?43
Es gibt kein Einheitsmodell für den Analog- Digital- Übergang44
Analog-Digital-Übergang beim terrestrischen Fernsehen: Deutschland als Vorreiter aber noch viele offene Fragen45
Die digitale Dividende Früchte des Umstieges51
Satellit52
Kabel54
Auf allen Plattformen: neue Geschäftsmodelle58
Auch im digitalen Zeitalter gibt es Übergänge, die Verbraucher müssen wieder neue Geräte kaufen58
Perspektiven des Hör-, Fernseh- und Datenrundfunks60
Hörfunk60
Fernsehen64
Mobile Broadcast66
Der Spektrumsbedarf in den kommenden Jahren68
Vernetzte Intelligenz im Fokus der Innovationen74
Intelligente Produkte und Umgebungen Allzeit bereite, unsichtbare Helfer75
Mensch-Maschine-Interaktion Nie mehr Knöpfe drücken76
Simulierte Realität für Produkte und Prozesse Die Zukunft im Rechner77
Grid-Computing für Unternehmen Rechnerleistung aus der Steckdose77
Internet der Dinge Selbst ist das Paket!77
Digital produzieren vernetzt arbeiten78
Wachstumsmotor Dienstleistung79
Digitale Konvergenz und Handlungskonsequenzen82
Megatrend Konvergenz82
Konvergenz eine Definition82
Die wirtschaftliche Bedeutung von Konvergenz83
Die erweiterte digitale Wertschöpfungskette 86
Barrieren auf dem Weg zu einer konvergenten Gesellschaft87
Konvergenz und ihre Geschäftsfelder90
Best Practices und Geschäftsmodelle95
Handlungskonsequenzen97
Ziele und Leitbilder98
Informationsgesellschaft: Rahmen ohne Bedingungen oder umgekehrt?100
Rahmenbedingungen in der Ökonomie106
Bilden reale Bedingungen einen Orientierungsrahmen?109
Breitbandnetze: Einigkeit über Uneinigkeit?111
Der Aufbau von Breitbandinfrastrukturen im internationalen Vergleich116
Der Ausbau von Breitband-Infrastruktur in Frankreich117
Der Ausbau von Breitband-Infrastruktur in Japan118
Der Ausbau von Breitband-Infrastruktur in Schweden120
Der Ausbau von Breitband-Infrastruktur in den USA121
Charakteristische Me