: Josef Smolle, Frank H. Mader
: Beratungsproblem Haut Dermatologie in Innerer Medizin und Allgemeinmedizin
: Springer-Verlag
: 9783540268970
: 2
: CHF 48.80
:
: Klinische Fächer
: German
: 325
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Dieses Buch stellt die Problematik von Hauterkrankungen im Hinblick auf die hausärztliche Medizin dar. Im Teil A werden Allgemeinaspekte der Diagnose von Hauterkrankungen, der Hautpflege und der therapeutischen Möglichkeiten im Rahmen der Allgemeinpraxis beschrieben. Teil B beschäftigt sich mit den in der Allgemeinpraxis regelmäßig häufigen Beratungsergebnissen mit Hautmanifestation. Besonderes Augenmerk liegt hierbei stets auf den abwendbar gefährlichen Verläufen, auf der Möglichkeit des abwartenden Offenlassens und auf den therapeutischen Grundzügen. Als Lernhilfe dienen zahlreiche hervorgehobene Hinweise sowie über 100 Fallvorstellungen aus dem Praxisalltag. Das Buch zeigt einen Weg zur konkreten praktischen Umsetzung theoretisch erworbenen medizinischen Wissens. Es dient der Prüfungsvorbereitung zum Facharzt für Allgemeinmedizin (Deutschland) sowie zur Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin (Österreich).

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2 Die Fälle– klassifiziert nach Symptomen, Symptomgruppen und Krankheitsbildern (S. 88-91)

2.1 Herpes-simplex- und Varicella-zoster-Erkrankungen

Die Erkrankungen durch das Herpes-simplex-Virus und durch das Varicella-zoster-Virus haben einiges gemeinsam: Im Zuge des Erstkontaktes, der meist in der Kindheit erfolgt, kann es zu einer Allgemeinerkrankung kommen. Anschließend verbleibt das Virus latent in den Ganglienzellen der Spinalnerven. Im späteren Leben kann es dort reaktiviert werden und dann zu Hautveränderungen führen. Es gibt jedoch auch grundlegende Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungsgruppen: Die Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus verläuft oft inapparent oder als uncharakteristischer grippaler Infekt, während die Erstinfektion mit dem Varicellazoster- Virus in der Mehrzahl der betroffenen Kinder die klassischen Varizellen auslöst. Reaktivierungen wiederum treten beim Herpes simplex sehr häufig, oft sogar in monatlichen Intervallen und stets an derselben Stelle auf. Beim Varicella-zoster-Virus führt dagegen die Reaktivierung zu einem streng segmental ausgebreiteten Herpes zoster, der fast immer nur einmal im Leben auftritt und dann nie mehr rezidiviert.

Merke
Der Herpes simplexäußert sich im typischen Fall mit häufigen Rezidiven an der stets gleichen Stelle, der Herpes zoster tritt dagegen fast immer nur ein einziges Mal im Leben auf.

Die Erkrankungen durch Herpes-simplex- und Varicella- zoster-Virus sind den Patienten i. Allg. geläufig. Sie sind gut behandelbar und in der Regel harmlos. Die Klassifikation gelingt meist auf Anhieb als Bild einer Krankheit. In Ausnahmefällen können die Krankheiten jedoch einen gravierenden Verlauf nehmen oder Ausdruck einer ernsten Grunderkrankung sein. Den Patienten quälen dagegen oft Sorgenüber Ansteckungsgefahren– insbesondere beim Herpes genitalis– oder betreffend eine»Abwehrschwäche«– insbesondere beim rezidivierenden Herpes simplex und beim Herpes zoster. Der Herpes simplex kommt am häufigsten im Gesicht– hier wiederum perioral– sowie am Genitale vor. Meist liegen den beiden Manifestationen Infektionen mit 2 verschiedenen Varianten des Virus (Typ 1 und Typ 2) zugrunde. Aufgrund der unterschiedlichen klinischen Implikationen werden die beiden Krankheitsbilder gesondert besprochen.

2.1.1 Herpes simplex labialis

Bild der Krankheit

Fall 28
»Was haben Sie da an der Lippe?« Die 53-jährige Patientin kommt regelmäßig zur Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle. Dabei sehen Sie zufällig eine Kruste an der Oberlippe. Auf Befragen gibt die Patientin an, dass sie in mehrjährigen Intervallen bereitsöfter solche»Fieberblasen« gehabt habe. Bei dieser Gelegenheit fragt sie gleich, ob für ihren 6-jährigen Enkel eine Ansteckungsgefahr bestehe. Sie können sie diesbezüglich beruhigen.

Kommentar. In den meisten Fällen hat ein Herpes simplex labialis recidivans für den Patienten keinen besonderen Krankheitswert. Er lässt die Läsionen entweder unbehandelt oder wendet irgendein Externum, vorzugsweise in Puder- oder Pastenform, an.»Herpes« als Problem wird allenfalls bewusst, wenn von anderen die Frage der Ansteckung, insbesondere im Hinblick auf Kinder, gestellt wird. Vorsicht ist hier lediglich im 1. Lebensjahr geboten, später ist ohnehin mit einer hohen Durchseuchung zu rechnen.

Stichwort. Herpes simplex labialis.

Vorwort zur 2. Auflage6
Inhaltsverzeichnis9
Zusammenfassung der Fallbeispiele12
1 Der Praxisalltag18
1.1 Wie äußern sich Erkrankungen der Haut?20
1.1.1 Objektive Zeichen20
1.1.2 Subjektive Symptome31
1.2 Untersuchung eines Patienten in der Praxis35
1.2.1 Gesprächseröffnung und Aspekt35
1.2.2 Minimale direkte Diagnostik, Basis der Kennerschaft36
1.2.3 Erste Einschätzung37
1.2.4 Gezielte Inspektion, erweiterte Befragung, Berücksichtigung der wichtigsten abwendbar gefährlichen Verläufe37
1.2.5 Diagnostische Zuordnung(Beratungsergebnis)38
1.2.6 Planung des weiteren Vorgehens38
1.2.7 Abwartendes Offenlassen39
1.2.8 Abwendbar gefährliche Verläufe39
1.3 Weiterführende Untersuchungen41
1.3.1 Dermatoskopie41
1.3.2 Dermatohistologie41
1.3.3 Erregernachweise43
1.3.4 Immunologische Untersuchungen45
1.3.5 Allergietests45
1.4 Hauttyp und regionale Unterschiede48
1.4.1 Pigmentierungstyp48
1.4.2 Seborrhö und Sebostase48
1.4.3 Regionale Unterschiede49
1.5 Haut in Abhängigkeit vom Lebensalter52
1.5.1 Neugeborenen- und Säuglingsalter52
1.5.2 Klein- und Schulkindesalter54
1.5.3 Jugendalter55
1.5.4 Erwachsenenalter55
1.5.5 Hohes Lebensalter56
1.6 Umwelteinflüsse58
1.6.1 Jahreszeit und Klima58
1.6.2 Sonnenbestrahlung60
1.6.3 Ernährung66
1.6.4 Kleidung68
1.6.5 Chemische und physikalische Schäden durch Umweltverschmutzung69
1.7 Subjektives Erleben von Hauterkrankungen71
1.7.1 »Allergievorstellungen71
1.7.2 »Das muss richtig herauskommen!72
1.7.3 »Etwas vom Essen nicht vertragen72
1.7.4 »Können das die Nerven sein?«72
1.7.5 »Unreinheit und Ansteckung73
1.7.6 »Woher kommt das?«74
1.7.7 »Wie entsetzlich sehe ich aus!«75
1.7.8 »Muss ich sterben?«76
1.7.9 »Ist das heilbar?76
1.8 Behandlung von Hautkrankheiten78
1.8.1 Allgemeine Maßnahmen78
1.8.2 Lokaltherapie80
1.8.3 Systemische Therapie88
1.8.4 Intraläsionelle Therapie93
1.8.5 Phototherapie93
1.8.6 Strahlentherapie95
1.8.7 Operative Therapie95
1.8.8 Therapeutische Grundsätze99
1.8.9 Selbstheilungskräfte der Natur99
1.9 Neue Entwicklungen in der Dermatologie101
1.9.1 Zytokintherapie101
1.9.2 Modulation der T-Zell-Balance101
1.9.3 Spezifische Immuntherapie bei Tumoren102
1.9.4 Immuntoleranzinduktion bei Autoimmunkrankheiten102
1.9.5 Antimikrobielle Peptide103
1.9.6 Gentherapie bei Erbkrankheiten103
1.9.7 Teledermatologie103
2 Die Fälle – klassifiziert nach Symptomen, Symptomgruppen und Krankheitsbildern105
2.1 Herpes-simplex- und Varicella-zoster-Erkrankungen108
2.1.1 Herpes simplex labialis108
2.1.2 Herpes simplex genitalis113
2.1.3 Varizellen116
2.1.4 Herpes zoster118
2.2 Warzen122
2.2.1 Verrucae vulgares122
2.2.2 Verrucae plantares, Verrucae planae, Condylomata acuminata124
2.2.3 Mollusca contagiosa127
2.2.4 Verrucae seborrhoicae129
2.3 Erysipel, Impetigo und abszedierende Entzündungen132
2.3.1 Erysipel132
2.3.2 Impetigo contagiosa136
2.3.3 Fistel138
2.3.4 Abszess140
2.3.5 Follikulitis, Furunkel, Karbunkel141
2.3.6 Hidradenitis suppurativa144
2.4 Epidermomykosen, Trichophytien und ähnliche Erkrankungen147
2.4.1 Tinea corporis147
2.4.2 Tinea pedum148
2.4.3 Tinea inguinalis150
2.4.4 Erythrasma151
2.4.5 Pityriasis versicolor151
2.4.6 Candida-Dermatitis153
2.5 Skabies, Pedikulose und andere Arthropodenreaktionen156
2.5.1 Skabies156
2.5.2 Pedikulose158
2.5.3 Insektenstichreaktionen159
2.5.4 Borreliose161
2.6 Erkrankungen durch physikalische Einflüsse164
2.6.1 Hämatome164
2.6.2 Schwiele und Klavus165
2.6.3 Dekubitus167
2.6.4 Verbrennung und Verbrühung169
2.6.5 Sonnenbrand171
2.6.6 Polymorphe Lichtdermatose und »Sonnenallergie173
2.7 Urtikaria, Strophulus und Prurigo175
2.7.1 Urtikaria175
2.7.2 Strophulus178
2.7.3 Prurigo chronica179
2.8 Pruritus182