: Robert N. Braun, Frank H. Mader
: Programmierte Diagnostik in der Allgemeinmedizin 82 Checklisten für Anamnese und Untersuchung
: Springer-Verlag
: 9783540276470
: 5
: CHF 18.40
:
: Klinische Fächer
: German
: 303
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Sichere Diagnostik = richtige Therapie = zufriedene Patienten

82 Checklisten zur gezielten Befragung des Patienten

- Wichtiges wird nicht übersehen

- Sichere Dokumentation

- Alle Checklisten zum Ausdrucken auf CD-ROM

Leser-Vor eil:

- Gezielte Anamnese - sichere Entscheidungsfindung

- Erkennen von abwendbar gefährlichen Verläufen

- Aufdeckung atypischer Erkrankungen

Qua itätssicherung und -kontrolle für die Patienten

- Von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin empfohlen.

- Geleitwort von Prof. Günter Ollenschläger (Leiter der Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung).

2.2 Was ist programmierte Diagnostik? (S. 44-45)

Von ihrer Entstehungsgeschichte her (vgl.2.1) ist die programmierte allgemeinmedizinische Diagnostik der aus den Praxisbedürfnissen eines Allgemeinarztes heraus entstandene Versuch, bei bestimmten Beratungsursachen möglichst umfassend, gezielt, rasch, reproduzierbar– und damit letztlich effektiver als vorher– vorzugehen.

!Die programmierte allgemeinmedizinische Diagnostik ist ein spezifisches Werkzeug in Form von Checklisten, mit denen der Allgemeinarzt bei derzeit 82 Fällen im Praxisalltag effektiv arbeiten kann. Dabei werden das Häufige, das Typische und das Uncharakteristische ebenso wie das abwendbar Gefährliche optimal berücksichtigt.

Der (englischsprachige) Begriff»Checklist« (im Deutschen»Checkliste«) kann im heutigen Sprachgebrauch als gut bekannt vorausgesetzt werden. Ganz allgemein versteht man darunter eine»Kontrollliste zum Abhaken«, mit deren Hilfe z. B. das Vorhandensein notwendiger Ausrüstungsgegenstände festgestellt oder das einwandfreie Funktionieren komplizierter technischer Apparate wie beispielsweise an Bord von Flugzeugen (vgl.2.6) festgestellt wird (»All systems go:Power on board«). Die Checklisten (auch Programme) werden anhand von Praxisbeobachtungen und Literaturauswertung fortlaufend aktualisiert. Sie besitzen ihren Stellenwert durch ihre erprobte Effektivität.Ihr Inhalt ersetzt weitgehend das Improvisieren des Arztes, verbessert bzw. beschleunigt den diagnostischen Prozess und verhindert verschiedene Irrtumssituationen.

Die in den Checklisten aufgeführten Begriffe sind Stichwörter (Items 2).

!Ein gut weitergebildeter Arzt weiß, wie man aus den Stichwörtern der Checklisten Fragen nach bestimmten Krankheitszeichen formuliert. Dadurch können die Ergebnisse richtig eingeschätzt, zu einzelnen Krankheiten in Beziehung gebracht oder auch bestimmte Leiden als sehr unwahrscheinlich in den Hintergrund treten.

Die Checklisten sind nicht nach Art eines K.-o.-Katalogs oder eines Scores2 anzuwenden, das heißt, wenn eine bestimmte»Punktzahl« an Auffälligkeiten erreicht wird, würde eine bestimmte Krankheit vorliegen bzw. könnte dann ausgeschlossen werden.

2.3 Welche Programme gibt es?

Gegenwärtig gibt es 82»Diagnostische Programme« (»Checklisten«). In der Allgemeinmedizin wird man langfristig höchstens 200 bis 300 solcher großer Programme benötigen.

Darüber hinaus werden derzeit von verschiedenen Arbeitsgruppen eigene Checklisten zu bestimmten praxisrelevanten Themen entwickelt, sie sind teilweise noch nicht reif für eine Empfehlung (z.B.Osteoporose, Müdigkeit). Bezüglich der noch zu schaffenden diagnostischen Kurzprogramme wird auf Abschnitt 1.10 verwiesen.

Der Erstanwender sollte nicht sofort alle Programme einsetzen, sondern zunächst mit einer einzigen Checkliste (z. B. Checkliste Nr. 1»Fieber-Programm«) oder mit einigen wenigen Programmen anfangen und allmählich dann dem vollen Umfang zustreben. Dazu muss er sich zweckmäßigerweise das alphabetische Verzeichnis der Programme (. Tabelle 2.1) immer wieder durchlesen, um das gesamte Angebot im Auge zu behalten.Manche Programme (z. B. Nr. 82»Tropenrückkehrer- Programm«) benötigt man erfahrungsgemäß lange Zeitüberhaupt nicht. Bevor der Arzt erstmals ein Programm anwenden will, sollte er sich einenÜberblicküber die von den Programmen berücksichtigten Themen und deren Häufigkeit verschaffen (. Tabelle 2.2).

Geleitwort5
Vorwort zur 5. Auflage7
Aus dem Vorwort zur 4. Auflage8
Aus dem Vorwort zur 3. Auflage10
Aus dem Vorwort zur 2. Auflage11
Inhaltsverzeichnis12
1 Die Bedingungen der Allgemeinpraxis16
1.1 Das unausgelesene Krankengut19
1.2 Die Fälleverteilung19
1.3 Der Zeitfaktor21
1.4 Besonderheiten der Diagnostik22
1.4.1 Intuition23
1.4.2 Anamnese – Anamnestik25
1.4.3 Beratungsursache – Beratungsergebnis26
1.4.4 Klassifizierung – Diagnose29
1.5 Abwendbar gefährlicher Verlauf – Respectanda31
1.6 Abwartendes Offenlassen35
1.7 Banalitäten und Raritäten36
1.8 Dokumentation und rechtliche Absicherung39
1.9 Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung42
1.10 Vergangenheit und Zukunft der programmierten Diagnostik47
2 Praktische Anwendung der diagnostischen Programme56
2.1 Welche Vorgeschichte haben die Programme?57
2.2 Was ist programmierte Diagnostik?59
2.3 Welche Programme gibt es?60
2.4 Mit welchem Zeitbedarf rechnen?63
2.5 Wann anwenden?68
2.6 Wie sind die Programme aufgebaut?71
2.7 Wie dokumentieren?74
2.7.1 Handschriftliche Dokumentation75
2.7.2 Programmierte Diagnostik mittels EDV77
2.8 Was sagt der Patient dazu?80
2.9 Was hindert und was motiviert den Allgemeinarzt, programmiert zu untersuchen?82
2.10 Zusammenfassung für Eilige86
3 Die diagnostischen Programme88
Fenster I: Uncharakteristisches Fieber (UF), afebrile Allgemeinreaktion (AFAR), Luftwegekatarrhe, Tonsillitis89
1 Fieber90
2 Husten94
3 Halsschmerzen99
4 Luftwegekatarrhe, afebrile Luftwegekatarrhe102
5 Pseudokrupp104
Fenster II: Myalgien, Neuralgien, Kreuzschmerzen, Arthropathien, Bandscheibenschäden, Neuritiden107
6 Interkostalschmerzen108
7 Thoraxschmerzen111
8 Lumbalschmerzen113
9 Kreuzschmerzen116
10 Glutäalschmerzen119
11 Arthropathie121
12 Polyarthritis123
13 Schulterschmerzen126
14 Gicht131
15 Arthrose133
16 HWS-Syndrom136
17 Bandscheibenschaden138
18 Fazialislähmung140
19 Ischialgie141
Fenster III: Pyogene Infektionen der Haut und ihrer Anhangsgebilde144
20 Perlèche146
21 Lymphadenitis148
Fenster IV: Verletzungen150
22 Knieverletzung150
Fenster V: Andere Beschwerden und Erkrankungen in der Thoraxregion, Hypertonie, Schwindel, Beinödeme, Hypotonie, periphere akute Kreislaufinsuffizienz153
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