: Elisabeth Noelle-Neumann, Thomas Petersen
: Alle, nicht jeder Einführung in die Methoden der Demoskopie
: Springer-Verlag
: 9783540267966
: 4
: CHF 21.60
:
: Soziologie
: German
: 660
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Allei mit der Beobachtungsgabe können wir die soziale Wi- lichkeit nicht wahrnehmen. Wir müssen uns mit Geräten aus- sten, die unsere natürlichen Fähigkeiten verstärken, so wie es für die Beobachtung der Natur längst geschehen ist. Umfragen sind ein solches Hilfsmittel, seit dem Ende des 18. Jahrhunderts mühsam methodisch entwickelt, mit eigen- tigen Verzögerungen, gegen beharrliche Widerstände. »Die empirische Tradition der Erforschung von Meinungen und Einstellungen begann - recht bescheiden - in Deutschland«, schrieb der Pionier der modernen Sozialforschung Paul 1 Lazarsfeld. Aber die Tradition der deutschen Umfragen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war völlig abgerissen und so gut wie vergessen, als nach 1945 Bevölkerungsumfragen in Deutschland wieder aufkamen. Man hielt sie für eine ameri- nische Erfindung. Das neue Beobachtungsinstrument wurde kaum mit Freude begrüßt, nicht als Fortschritt menschlicher Erkenntnismögli- keiten gepriesen. Es weckte Unbehagen. Man wunderte sich, warum plötzlich überall Umfrageergebnisse erschienen, in Z- tungen und im Rundfunk, in den politischen Reden ebenso wie in den Geschäftspapieren der Firmen. Zeitweise dachte man, es sei eine Mode. Heute sind Umfragen aus dem politischen und dem Wi- schaftsleben und aus vielen anderen Bereichen nicht mehr w- zudenken. Doch das Mißtrauen in der Öffentlichkeit ist gebl- ben.
Vorwort zur vierten, überarbeiteten Auflage7
Vorwort zur ersten Auflage11
Inhalt21
Einleitung25
Liegen die Meinungsforscher nicht meistens daneben?26
Statt der Einteilung in »richtig« oder »falsch« – ein Denken in Wahrscheinlichkeiten32
Person und Merkmal33
Das Übergreifen der Statistik – Darf man Menschen zählen?34
Mehrzahlbereich und Moralstatistik36
Das Gesetz der großen Zahl und die Willensfreiheit des Menschen38
Aufkommen der Umfragen42
Konfrontierung mit dem Stichprobenverfahren44
Das Unbehagen gegenüber Zahlen47
Abstoßende Gleichförmigkeit im statistischen Bereich48
Der Mensch als Bruchteil der Menschengattung48
Gute Einzahl, böse Mehrzahl49
Ist Statistik oberflächlich?51
Falsche Übertragung von Vorstellungen des Individualbereichs in den statistischen Bereich52
Demoskopie und Massenkultur53
Verlust der Ganzheit54
Wie gut ist der Apfelwein? Fallstudien sind eindrucksvoller als Prozentangaben56
Der Merkmalsbereich: die Perspektive der Herrscher, Heerführer, der Bürokratie – und der Sozialwissenschaftler58
Wir müssen zählen, um Nachweise führen zu können60
Aussagen über alle sind nicht Aussagen über jeden61
I. Das demoskopische Interview63
Umdenken: Das Gespräch ist kein Gespräch64
Interviewer und Befragte: die schwächsten Glieder in der Kette66
Radikale Trennung der Rolle von Forscher und Interviewer69
Die Standardisierung verlangt intensive Vorarbeit79
Der Forscher geniert sich84
Das demoskopische Interview ist ein Reaktions- Experiment86
Bekehrungen im Interview – leicht, aber nutzlos90
Man kann die ganze Bevölkerung hören, aber nicht zur ganzen Bevölkerung sprechen96
II. Der Fragebogen97
Programmfrage und Testfrage97
Man muß die Methode aus ihren Fehlerquellen verstehen99
Die Programmfrage wird »übersetzt« – die Testfrage wird » formuliert «104
Sagen die Leute die Wahrheit?106
»Nicht der Interviewer, der Fragebogen108
muß schlau sein«108
Fragebogenkonferenz114
Aufbau und Reihenfolge: » Ich habe Ihren Fragebogen geordnet«124
Fragebogen mit guten Manieren126
Der Lernprozeß im Interview: » Kommt danach WARUM? «127
Wie lange darf ein Interview dauern?129
Der taube Interviewer131
Die »offene Frage« stammt aus dem Einzelgespräch und ist für statistische Verarbeitung meist weniger gut geeignet132
Beispiele fragebogentechnischer Lösungen134
Listen, Bilder, Karten: Wo das Telefon versagt150
Der Vorstoß ins Unbewußte101175
Der Interviewer als Beobachter193
Hundert Stolperfallen195
III. Der repräsentative Querschnitt212
»Das Geheimrezept verraten Sie sicher nicht!«212
Die mathematische Grundlage, das »Gesetz der großen Zahl «214
Drei statistische Schlüsse und viele Formeln231
Das verkleinerte Modell235
Abgrenzung des »Universums«: Über wen soll die Untersuchung aussagen?236
Die Meinung aller Edelgesinnten237
Warum man manchmal die falschen Leute befragen muß237
Wer wird befragt? Die Auswahl der Zielperson239
»Random« und »Quota«240
»Sie überlassen die Auswahl dem Zufall? Das ist aber sehr leichtsinnig «241
Grundtypen von Random-Auswahlverfahren242
Listen, Dateien oder Flächenstichproben249
Stichproben mit Denkfehlern257
Die Quotenmethode259
Repräsentative und nichtrepräsentative Quotenauswahl36262
Gleiche Chance für jeden263
Das Mißverständnis der gezielten oder bewußten Auswahl264
Für und wider »Random« und Quote267
Bleibt der Interviewer im Parterre?280
Immer dieselben Leute: Die Panel-Methode285
Wieviel Prozent müssen befragt werden?289
Sind weniger als 2000 auch repräsentativ?290
Wie genau sollen die Ergebnisse sein?291
Halbgruppen: Die gegabelte Befragung88293
Der »geschönte« Wähler?294
»Exit Polls«301
Hinz und Kunz302
Schneeball oder Kette und andere unkonventionelle Auswahlverfahren303
Repräsentative Querschnitte sind robust306
Telefonische Umfragen312
Schriftliche Umfragen129318
Internet-Umfragen321
IV. Interviewer-Organisation und Feldarbeit Sorgfältige Auswahl – wenig Schulung322
Der kontaktfähige Pedant323
Wie findet man Interviewer?328
Vertreternetz: kein brauchbares Vorbild330
Abermals: Man muß die Methode aus ihren Fehlerquellen verstehen331
»Interessieren Sie sich für Menschen?«334
Test und Training zugleich335
Zentralisierte oder dezentralisierte Interviewer- Organisation337
Frau Peters großer Sohn: Ein Brief an Interviewer über Probleme des Messens350