: Frank Decker, Marcus Höreth
: Frank Decker, Marcus Höreth
: Die Verfassung Europas Perspektiven des Integrationsprojekts
: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
: 9783531913360
: 1
: CHF 29.50
:
: Politikwissenschaft
: German
: 371
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Die Europäische Union steht wieder einmal am Scheideweg. So abgegriffen diese Metapher ist, so zutreffend beschreibt sie doch den Zustand der Gemeinschaft, nachdem der Verfassungsvertrag auf dem Brüsseler Gipfel im Juni 2007 nur als Torso gerettet werden konnte. 50 Jahre nach Inkrafttreten der Römischen Verträge bleibt die Bilanz des Integrationsprojektes somit ambivalent: Einerseits trägt die Vergemeinschaftung entscheidend zu Frieden und Wohlstand in Europa bei; andererseits zeigt die aktuelle Verfassungskrise, dass es in vielen grundsätzlichen Fragen kaum überbrückbare Meinungs- und Interessenunterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten gibt, mit denen sich die Union das Leben schwer macht. Damit stellen sich alte Fragen von Neuem: Braucht es ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, um den Integrationsprozess weiter voranzubringen? Wie kann die Gemeinschaft als politisches Gebilde überhaupt charakterisiert werden und auf welchen Zustand sollte sie sich zubewegen? Lassen sich die Institutionen und die Politik der EU näher an die Bürger heranführen, um der verbreiteten Europaverdrossenheit zu begegnen? Gibt es eine europäische Identität, die durch Prozesse der Institutionenbildung der Gemeinschaft befördert werden kann?



Professor Dr. Frank Decker und Priv.-Doz. Dr. Marcus Höreth lehren am Seminar für Politische Wissenschaft der Universität Bonn.
Inhalt5
Europas krisengeschüttelte Verfassung – eine Einführung7
I. Wege in und aus der Krise17
Von Rom nach Lissabon. Die europäische Perspektive18
Europäische Integrationserfahrungen: Periodisierungen und Begründungswandel30
Spielarten des Euroskeptizismus49
Eine dauerhafte Verfassung für Europa? Die Beantwortung konstitutioneller Grundfragen durch den Vertrag von Lissabon68
II. Institutionen und europäisches Regieren95
Jenseits des Regulationsstaates. Warum die Europäische Union mehr politischen Wettbewerb braucht96
Parlamentarisch oder präsidentiell? Die Europäische Union auf der Suche nach der geeigneten Regierungsform125
Der Europäische Gerichtshof: Verfassungsgericht oder nur ein „ Agent“ der Mitgliedstaaten?162
Die Europäisierung der Steuerpolitik198
III. Demokratie und Identität214
Lässt sich die Europäische Union demokratisch verfassen?215
Europäische Identität als politisches Projekt233
Europäische Nation? Die Grenzen der politischen Einheitsbildung Europas250
Was hält Europa zusammen? Die Europäische Union zwischen Erweiterung und Vertiefung277
IV. Perspektiven des Supranationalismus288
Europäismus. Warum die Europäische Union demokratisiert werden muss und eine gemeinschaftliche Außenpolitik braucht289
Ein Gebilde sui generis? Die Debatte um das Wesen der Europäischen Union im Spiegel der „Nature of the Union“-Kontroverse in den USA313
Das differenzierte Europa. Königsweg oder Sackgasse der Integration?338
Nach dem Nein der Iren Eine Kontroverse zwischen Jürgen Habermas und Günter Verheugen361
Die Autoren371