: Josef Ehmer, Ursula Ferdinand, Jürgen Reulecke
: Josef Ehmer, Ursula Ferdinand, Jürgen Reulecke
: Herausforderung Bevölkerung Zu Entwicklungen des modernen Denkens über die Bevölkerung vor, im und nach dem 'Dritten Reich'
: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
: 9783531906539
: 1
: CHF 53.20
:
: Politikwissenschaft
: German
: 366
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Thema des Bandes ist die facettenreiche Geschichte der Wissenschaften von der Bevölkerung. Er behandelt die frühen Phasen der Demographie, die enge Verflochtenheit zwischen Wissenschaft und Politik, die Theorien und Praktiken der Bevölkerungsforschung im nationalsozialistischen Deutschland wie im südosteuropäischen Raum, und die daraus erwachsenen Herausforderungen für die Nachkriegsentwicklungen der Bevölkerungswissenschaften in beiden Teilen Deutschlands und für die internationale Genozidforschung. Der Band ist Rainer Mackensen zum 80. Geburtstag gewidmet.

Professor Dr. Josef Ehmer ist ordentlicher Universitätsprofessor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien.
Dr. Ursula Ferdinand ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der TU Berlin.
Professor Dr. Jürgen Reulecke lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Gießen.
Laudatio – Rainer Mackensen6
Inhaltsverzeichnis10
Zur Einführung16
FRÜHE ASPEKTE FACHLICHER ENTWICKLUNGEN UND BEVÖLKERUNGSWISSENSCHAFTLICHER BEMÜHUNGEN19
Zur Entwicklung der Todesursachenstatistik in Preußen im 19. und frühen 20. Jahrhundert20
Literatur28
„Historische Bevölkerungsstatistik“, Demographie und Geschichtswissenschaft30
I. Einleitung30
II. Bevölkerungsdaten und Geschichtswissenschaft31
III. Karl Bücher und Julius Beloch als Repräsentanten der „ Historischen Bevölkerungsstatistik“33
IV. „Historische Bevölkerungsstatistik“ und akademische Geschichtsforschung36
V. Leistungen und Grenzen37
Literatur40
Ferdinand Tönnies (1855-1936) – Statistiker, Soziograph und Soziologe43
I. Tönnies’ statistische Praxis: Bemerkungen zur Kriminalstatistik, zur Enquête über den Hamburger Hafenstreik und zu seiner Korrelationsmethode44
II. Wissenschaft oder Methode: Die Auseinandersetzung mit der „ materiellen Statistik“ Georg von Mayrs48
III. Von der Demographie zur Soziographie50
IV. Begriffskonstruktive und empirische Soziologie51
V. Resümee53
Literatur54
HERAUSFORDERUNGEN AN DAS BEVÖLKERUNGSWISSENSCHAFTLICHE DENKEN56
Zwei Welten – Der Bevölkerungsbegriff in der Soziologie und der Eugenik57
I. Einleitung57
II. Bevölkerungssoziologie als verstehende Kulturwissenschaft58
III. Eugenik als normativ-medizinisches Paradigma in Sozialhygiene und Gesundheitspolitik60
IV. Rassentheoretische Hybris – Rassenpolitischer Abgrund62
Literaturverzeichnis63
Bevölkerungsentwicklung und Weltverstädterungsprozess65
I. Bevölkerungsentwicklung und Verstädterung65
II. Bevölkerungsexplosion und Weltverstädterung seit der Industrialisierung68
III. Globalisierung und Global Cities71
IV. Schlussbemerkungen72
Literatur73
Wandlungsprozess der generativen Verhaltensweise in Europa74
Geburtenrückgangstheorien und »Geburtenrückgangs- Gespenster « 1900 – 193085
I. Die Rückkehr eines Gespensts85
II. Internationale Diskussionen über den Geburtenrückgang86
III. Geburtenrückgangsdiskurse in Deutschland91
IV. Fazit98
Literaturverzeichnis100
Ökologie und das Konstrukt ›Bevölkerung‹ – Perspektiven aus Sozial- und Naturwissenschaft –107
I. ›Natur‹ und ›Gesellschaft‹107
II. Der ökologische Ansatz in der Biologie108
III. Ökologie und Gesellschaft110
IV. Zur Entstehungsgeschichte der Human- und Sozialökologie112
V. Das ›Bevölkerungskonstrukt‹ in der Human- und Sozialökologie nach dem 2. Weltkrieg am Beispiel Otis Dudley Duncan115
VI. Neuere Ansätze117
Literatur119
VERFLECHTUNGEN ZWISCHEN BEVÖLKERUNGSWISSENSCHAFTEN UND -POLITIK121
Medicinalpolicey im 20. Jahrhundert – Zur Rezeption Franz Anton Mays durch den „ Sozialhygieniker“ Alfons Fischer122
„Ehegesundheit“ als bevölkerungspolitisches Problem. Internationale Dimensionen von Diskussion und Gesetzgebung in der Weimarer Republik130
I. „Ehegesundheit“ in der öffentlichen Diskussion der Weimarer Republik131
II. „Ehegesundheit“ und Gesetzgebung134
III. Schluss138
Literatur138
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit und das Recht auf Leben. Der › Wert des Menschen‹ in der Psychiatrie nach dem Ersten Weltkrieg140
I. Einleitung140
II. Der Wert des gesunden und arbeitenden Menschen140
III. Hungersterben in der Psychiatrie im Ersten Weltkrieg142
IV. Etablierung des Volkskörpergedankens in der Psychiatrie144
V. Rationalisierung der Anstaltspsychiatrie146
VI. Fazit149
Quellen- und Literatur149
Die Vorstellung vom „besseren Menschen“. Populäre eugenische Schriften in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Deutschland um 1930.154
I. Populärwissenschaftliche eugenische Schriften im Vergleich155
II. Das Verständnis von Eugenik159
III. Die Bedeutung der Eugenik162
IV. Die Rückkehr der Eugenik?166
Literatur167
Gesundheitserziehung in der Schule vom Kaiserreich bis zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg169
I. Konzepte der Gesundheitsförderung durch Information169
II. Wie sollten nun diese Konzepte in Schule und Erziehung umgesetzt werden?174
III. Welche Inhalte finden sich nun konkret in den Schulmaterialien wieder?177
IV. Schlussbemerkung183
Literatur183
BEVÖLKERUNGSWISSENSCHAFTEN UND -FORSCHUNG 1933-1945186
Agrarsoziologie und Agrarpolitik im Dritten Reich187
I. Agrarsoziologie oder Rassenkunde?187
II. NS-Agrarpolitik: Blut-und-Boden-Ideologie versus wirtschaftliche Effizienz, Modernisierung und soziale Neuordnung188
III. Agrarsoziologie am Ende der Weimarer Republik192
IV. Agrarsoziologie im NS-Staat193
Literatur201
„Rasse“ und Vererbung: Otmar von Verschuer (1896-1969) und der „ wissenschaftliche Rassismus“204
Gerhard Mackenroth: „Deutsches Wirtschaftsleben“ – Die Darstellung einer „ Begründungskette“ zwischen Rasse und Wirtschaft217
I. Die wissenschaftliche Karriere Gerhard Mackenroths zwischen 1932 und 1943217
II. „Deutsches Wirtschaftsleben“218