: Marco Meyer, Rüdiger Loitz, Jerome-Oliver Quella, Peter Zerwas
: Latente Steuern Bewertung, Bilanzierung, Beratung
: Gabler Verlag
: 9783834980083
: 1
: CHF 32.80
:
: Betriebswirtschaft
: German
: 250
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Latente Steuern sind bilanzierte Differenzen zwischen steuer- und handelsrechtlich ermitteltem Steueraufwand, die sich in den Folgeperioden wieder ausgleichen. Das Werk erläutert u.a. den Ansatz von latenten Steueransprüchen und -schulden, ihre Bewertung, steuerliche Verlustvorträge und Konsolidierungsmaßnahmen. Zahlreiche Beispiele und Praxishinweise helfen bei der Umsetzung der komplexen Materie.



Steuerberater Dr. Marco Meyer ist ausgewiesener Praktiker auf dem Fachgebiet und wie alle Autoren für PriceWaterhouseCoopers tätig. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Certified Public Accountant Dr. Rüdiger Loitz ist arbeitet langjähig in dem Gebiet und leitete als Referent zahlreiche Seminare zum Thema. Dipl.-Kfm. Jerome-Oliver Quella und Rechtsanwalt und Steuerberater Peter Zerwas kennen die wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründe im Detail aus ihrer täglichen Praxis bei PWC

§ 4 Wirkungen latenter Steuern auf die Konzernsteuerquote (S. 171-172)

Die Konzernsteuerquote ist im Gespräch. Die Umstellung von Konzernabschlüssen auf IAS/IFRS führt zu einer neuen Bedeutung der Konzernsteuerquote, da latente Steuern bilanziert werden. Hinzu kommt, dass die Konzernsteuerquote immer häufiger als Indikator für die Leistungsbeur- fi teilung von Steuerabteilungen herangezogen wird. Dies gibt Anlass genug, die Konzernsteuerquote zu analysieren.

Bestandteil eines internationalen Anhangs ist unter anderem eine steuerliche Überleitungsrechnung. Basis für die Überleitungsrechnung ist das Ergebnis vor Steuern nach IFRS. Mit einem erwarteten Steuersatz (z.B. 30%) wird ein fiktiver Steueraufwand ermittelt. Dieser muss bis zu fi dem tatsächlichen Steueraufwand in der GuV des Konzerns „übergeleitet" werden. Die Zeilen für die Überleitungsrechnung sind zwar international nicht festgelegt, es scheinen sich aber doch praktisch bei den Unternehmen einige „Standard"zeilen herauszubilden. Am Schluss der Überleitungsrechnung befindet sich der tatsächliche Steueraufwand des Konfizerns, wie in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt wird.

Wird er ins Verhältnis zu dem nach IFRS ausgewiesenen Ergebnis gesetzt, ergibt sich die Konzernsteuerquote. Aber dieser offene Ausweis der Konzernsteuerquote im Anhang ist nicht der einzige Grund, wa- ff rum heute zunehmend über die Konzernsteuerquote diskutiert wird. Mit der Einführung der internationalen Rechnungslegung kamen auch die latenten Steuern in die Bilanzen der Konzerne. Sie führen dazu, dass – anders als früher – die steuerlichen Konsequenzen aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich in Zukunft umkehren, grundsätzlich in der interna- ft tionalen Bilanz abgebildet werden und damit das Verhältnis Steueraufwand (originäre und latente Steuern) zu Vorsteuerergebnis sinnvoll interpretiert werden kann. Beispielsweise ergibt sich in Verlustsituationen nach Handelsrecht eine Steuerquote von Null, wohingegen nach internationalen Vorschriften auf den Verlustvortrag latente Steuern aktiviert werden und damit die Steuerquo- ft te dem üblichen Steuersatz entsprechen sollte.

Nun gibt es aber eine Reihe von Sondereffekten in der Überleitungsrechnung und damit auch für ff die Konzernsteuerquote, die zu Verzerrungen führen. Z.B. macht es einen Unterschied, ob man ein Unternehmen at-equity oder vollkonsolidiert in den Konzernabschluss einbezieht, mit einer Vollkonsolidierung absorbiert man den Steuereff ekt der Beteiligung, unter der Equity Methode eben nicht. Werden die Verzerrungen bereinigt, würde der Erfolg einer Steuerabteilung anhand der Konzernsteuerquote messbar. Die steuerliche Überleitungsrechnung kann dann sogar für ein Steuercontrolling genutzt werden.

Damit wäre der Bann der fehlenden Transparenz steuerlicher Entscheidungen gebrochen, der Steuerabteilungen immer umgeben hat. Die Konzernsteuerquote wäre damit alles andere als eine Modeerscheinung, sondern die Messlatte für die steuerliche Optimierung des Konzerns. Nicht umsonst fragen deshalb Analysten die Konzerne gezielt, warum Ihre Konzernsteuerquote nicht niedriger ist.

Mehrere Untersuchungen belegen einen direkten Zusammenhang zwischen Konzernsteuerquote und Shareholder value. Die Optimierung der Konzernsteuerquote ist damit eine strategische Führungsaufgabe und das Erreichen dieses Ziels spiegelt sich heute zum Teil schon in der Vergütung der Führungsebene eines Unternehmens wider. Strategische Steuerberatung ist zu einer Schlüsselfunktion für die Unternehmen geworden. Deutsche Unternehmen und ihre Steuerabteilungen haben dies klar erkannt. Von Analysten und Kapitalmärkten sehen sie sich einem zunehmenden Steuerquotenwettbewerb ausgesetzt. Dementsprechend entwickeln die Steuerabteilungen gezielt Strategien zur Optimierung der Konzernsteuerquote.
Vorwort5
Inhaltsübersicht6
Abkürzungsverzeichnis12
Literaturverzeichnis16
§1 Grundlegende Regelungen für die Bilanzierung, Bewertung und den Ausweis latenter Steuern25
A. Die Bedeutung latenter Steuern in Theorie und Praxis25
I. Einleitung 25
II. Überblick über die Bilanzierungspraxis 28
B. Ansatz von latenten Steueransprüchen und -schulden32
I. Konzeptionelle Grundlagen 32
II. Die Definition des Steuerwerts 33
III. Temporäre Differenzen zwischen IFRS-Ansatz und Steuerwert34
IV. Kriterien für den Ansatz latenter Steuern35
V. Ausnahmen von der Bilanzierung latenter Steuern37
1. Initial Differences – Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten und Schulden37
2. Goodwill39
C. Bewertung von latenten Steuern39
I. Anwendung von Steuersätzen und -gesetzen39
II. Diskontierung latenter Steuern41
III. Erneute Überprüfung der Bewertung zum Stichtag42
IV. Erfolgsneutrale Erfassung latenter Steuern42
V. Backwards Tracing43
D. Ausweisfragen und Anhangangaben im Zusammenhang mit latenten Steuern44
I. Ausweis von latenten Steuern44
1. Ausweis in der Bilanz44
2. Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung46
II. Anhangangaben47
1. Anhangangaben IAS 12 47
2. Angaben zu Steuern aus anderen Standards57
§ 2 Einzelfragen zur Bilanzierung latenter Steuern vor dem Hintergrund des deutschen Steuerrechts60
A. Steuerliche Verlustvorträge und latente Steuern60
I. Überblick über die Regelung 60
II. Ermittlung des Bestandes der Verlustvorträge 62
III. Prognosezeitraum und Planungshorizont62
IV. Bewertung latenter Steuern65
1. Werthaltigkeit von latenten Steuern auf Verlustvorträge65
2. Berücksichtigung der Mindestbesteuerung66
3. Verlusthistorie und „überzeugende substantielle Hinweise“68
V. Anhangangaben71
B. Auswirkungen der Verlustabzugsbeschränkung des § 8c KStG auf die Abgrenzung latenter Steuern72
I. Grundzüge der Neuregelung zur Verlustabzugsbeschränkung des § 8c KStG72
II. Die Bewertung von aktiven latenten Steuern für Verlustvorträge unter Berücksichtigung schädlicher Anteilserwerbe73
III. Erwerb und Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften und die Auswirkungen des § 8c KStG auf aktive latente Steuern74
C. Die Bedeutung der Zinsschranke und des Zinsvortrags für die Abgrenzung latenter Steuern74
I. Grundzüge der Regelung74
II. Die Bilanzierung von latenten Steueransprüchen für den Zinsvortrag78
D. Latente Steuern für Spezialfonds82
I. Bilanzierung von Spezialfonds 82
II. Besteuerung von Anteilen an Spezialfonds in Deutschland86
III. Ermittlungsmethoden für die Berechnung latenter Steuern91
E. Die Abbildung von Organschaftsverhältnissen98
I. Allgemeines98
II. Berechnung von Steuern nach dem formalen Ansatz99
III. Berechnung von Steuern nach dem stand-alone Ansatz100
IV. Zeitpunkt der Einbeziehung der Änderung von Verhältnissen101
V. Bewertung latenter Steuern bei einer ertragsteuerlichen Organschaft102
VI. Ausweis von latenten Steuern103
VII. Besonderheiten für die Anhangangaben103
F. Deutsche Personengesellschaften104
I. Steuerliche Besonderheiten bei Personengesellschaften104
II. Auswirkungen der steuerlichen Besonderheiten auf die Ermittlung latenter Steuern im Einzelabschluss von Personengesellschaften105
G. Die Bilanzierung von steuerlichen Risiken nach IAS 12107
I. Ansatz von Verpflichtungen für Betriebsprüfungsrisiken109
II. Bewertung von Verpflichtungen für Steuerrisiken111
III. Vorgehensweise der Ermittlung latenter Steuern für Betriebsprüfungsrisiken112
IV. Erhöhung von Verlusten durch Betriebsprüfungsrisiken117
V. Fragen des Ausweises und der Anhangangaben bei Steuerrisiken120
§ 3 Die Abgrenzung latenter Steuern im Konzernabschlusses126
A. Latente Steuern für Konsolidierungsmaßnahmen126
I. Überblick126
II. Grundlagen Unternehmenserwerb126
III. Latente Steuern im Rahmen der Kaufpreisverteilung127
IV. Latente Steuern unter Berücksichtigung der Zwischenergebniseliminierung134
V. Latente Steuern bei der Schuldenkonsolidierung136
B. Latente Steuern und die Behandlung des Goodwill/Firmenwertes137
I. Allgemeines137
II. Bilanzierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit nicht abzugsfähigen Firmenwerten138
III. Bilanzierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit abzugsfähigen Firmenwerten139
IV. Praktische Probleme bei abzugsfähigen Firmenwerten143
V. Bilanzierung von latenten Steuern bei vorläufi gen Kaufpreisverteilungen145
C. Outside Basis Differences