: Tomás Bayón, Andreas Herrmann, Frank Huber, Nicola Stokburger-Sauer
: Tomás Bayón, Andreas Herrmann, Frank Huber
: Vielfalt und Einheit in der Marketingwissenschaft Ein Spannungsverhältnis
: Gabler Verlag
: 9783834992154
: 1
: CHF 76.20
:
: Werbung, Marketing
: German
: 600
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Die Marketingwissenschaft lebt von ihrer Vielfalt, vom Widerstreit der Gestalter und Wissenschaftskulturen und von der wertfreien Hinwendung zu neuen Untersuchungsphänomenen. Im Mittelpunkt steht die immer wiederkehrende Diskussion um ein einheitliches Theoriefundament, die Einheitlichkeit von Analysedesigns und Methodenwahl und die klare Abgrenzung des Gegenstandsbereichs. Die Autoren verfolgen das Ziel, dieses Spannungsverhältnis von Einheit und Vielfalt der Marketingwissenschaft zu beleuchten und einen Überblick über aktuelle Themen zu vermitteln.



Prof. Dr. Tomás Bayón ist Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Strategisches Management an der International University in Germany, Bruchsal.
Prof. Dr. Andreas Herrmann ist Direktor der Forschungszentrums für Business Metrics und des Audi Lab for Market Research an der Universität St. Gallen.
Prof. Dr. Frank Huber ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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Adoptionsbarrieren bei Produktinnovationen (S. 79-80)

1 Bedeutung von Adoptionsbarrieren für die Marktpenetration von Produktinnovationen

Die meisten Manager verstehen die Notwendigkeit von Innovation. Unternehmen müssen ständig ihr Produktportfolio verändern, indem sie es um neue Produkte ergänzen. Die Herausforderung besteht darin, erfolgreiche neue Produkte zu entwickeln, die vom Markt schnell und dauerhaft akzeptiert werden. Allerdings scheitern viele neue Produkte, weil sie nicht vom Markt angenommen werden oder weil die Marktakzeptanz länger dauert, als Manager das erwarten.

Das Problem der Marktakzeptanz ist besonders ausgeprägt für Innovationen und neue Produkte, die eine wesentliche Veränderung gewohnter Nutzungs- und Verhaltensmuster für Kunden und Verbraucher implizieren. Das ist zum Beispiel häufig im Technologiebereich der Fall (vgl. Kuester/Robertson 2005). High Definition Fernsehgeräte (HDTV), der Netzwerkcomputer, Video Conferencing sind Technologien aus der jüngeren Vergangenheit, für die die Erschließung einer breiten Marktakzeptanz (noch) nicht möglich war. Es ist deshalb wichtig zu untersuchen, welche Mechanismen kundenseitig für ein solches Fehlschlagen verantwortlich sein können.

Somit rückt in das Zentrum des Interesses der Adoptionsprozess, der sich als Informations- und Entscheidungsprozess darstellt und der durch die in diesem Beitrag beschriebenen Adoptionsbarrieren beeinträchtigt werden kann. Für ein näheres Verständnisüber das Entstehen dieser Barrieren wird die Präferenztheorie herangezogen. Die Präferenztheorie kann Aufschluss darüber geben, warum gerade bei radikalen Innovationen die Nutzenstiftung für Kunden nur schwer zu beurteilen ist. Radikale Innovationen weichen z. B. stark von traditionellen Konsumgewohnheiten ab und erfordern oftmals eine sehr betonte (oder intensive) Informationsverarbeitung. Zudem können Kunden zum Zeitpunkt der Markteinführung keine eigenen oder Erfahrungen anderer Käufer bei ihrer Entscheidung zu Hilfe nehmen. Die Informationsprobleme bei der Produktevaluierung können sinnvoll mit der Informationsökonomie untersucht werden.

Die kundenseitige Betrachtung und das Verstehen der Adoptionsproblematik können die Erfolgschancen neuer Produkte positiv beeinflussen. Es ist allerdings auch essentiell, dass Manager diese oft sehr langwierigen Adoptionsprozesse richtig einschätzen. In einer Untersuchung, an der deutsche sowie U.S.-amerikanische CEO und CMO teilnahmen, zeigte sich, dass Manager oft Produkte und Innovationen mit (zu) viel Enthusiasmus beurteilen.

Dieser Innovations-Bias zeigt sich in einer– oft groben– Unterschätzung, wie lang neue Produkte brauchen, um sich am Markt durchzusetzen. Realistisches Prognostizieren der kundenseitigen Trägheit, Innovationen schnell zu adoptieren, gehört somit ebenso zu der unternehmerischen Herausforderung eines erfolgreichen Neuproduktmanagements. Der vorliegende Beitrag zeigt, wo Adoptionsbarrieren auf verschiedenen Stufen des Adoptionsprozesses auftreten. Verhaltenswissenschaftliche undökonomische Theorien geben Aufschluss, wie solche Barrieren entstehen und wie sie reduziert werden können. Aus diesen Erkenntnissen sollen dann Empfehlungen für das Innovationsmanagement abgeleitet werden.

2 Präferenzbildung bei Produktinnovationen

Der Begriff Präferenz wird in der Mikroökonomik sowie den Verhaltens angewandt und bringt die relative Vorziehenswürdigkeit eines Objektes gegenüber anderen Alternativen zum Ausdruck (vgl. Thomas 1983). In diesem Sinne gilt das Konstrukt in der Konsumentenverhaltensforschung als geeigneter Indikator einer Produktwahlentscheidung (vgl. Bauer 1989). In Form einer erwarteten Nutzenstiftung spiegelt die Produktpräferenz die subjektive Wertschätzung eines Gutes durch den Kunden wider (vgl. Schneider 1997). Entsprechend werden in der Mikroökonomie Präferenzrelationen zwischen alternativen Produkten analytisch als Nutzenfunktionen dargestellt (vgl. Varian 2001). Die Lösung des Maximierungsproblems dieser Nutzenfunktion, unter der Nebenbedingung einer Budgetrestriktion, stellt hierbei die optimale Nachfrage des Homo Oeconomicus dar (vgl. Gutsche 1995, Herrmann 1992).

Vorwort7
Kurz-Vita Prof. Dr. Hans H. Bauer9
Inhaltsverzeichnis11
Autorenverzeichnis15
Vielfalt und Einheit in der Marketingwissenschaft - Eine Reflexion21
Literaturverzeichnis24
Teil 1: Produkt- und Markenmanagement28
Wettbewerb der Eliten30
1 Einleitung31
1.1 Glückwunsch31
1.2 Inflation31
2 Aufbau des Beitrags32
3 Der Begriff der Elite32
4 Der Weg der WHU zur Elite-Hochschule33
4.1 Die Vorgeschichte33
4.2 Die Gründung der WHU35
4.2.1 Die WHU vor zwanzig Jahren35
4.2.2 Die WHU heute36
5 Wettbewerb der Eliten in der Zukunft39
5.1 Bedingte Prognosen39
5.2 Horizontale Allianzen der Sterne39
5.3 Vertikale Allianzen der Sterne42
6 Vision und Realisation42
7 Schlussbemerkung43
Literaturverzeichnis44
Fremdsprachige Markennamen zwischen Xenophilie und Xenophobie46
1 Funktion von Markennamen47
1.1 Mythos und Realität47
1.2 Markennamen und internationale Unternehmenstätigkeit48
2 Einfluss des Schriftsystems49
3 Direkte Wirkungen fremdsprachiger Markennamen51
3.1 Kunstworte51
3.2 Sprachklang52
3.3 Sprachschwierigkeit und Sprachbeherrschung54
4 Indirekte Wirkungen fremdsprachiger Markennamen55
4.1 Fremd oder Eigen?55
4.2 Das Fremde als Bedrohung56
4.3 Foreign Branding: Vom Reiz der „geborgten Herkunft“58
5 Empfehlungen für die Wahl eines fremdsprachigen Markennamens61
Literaturverzeichnis62
Does Listening to Customers Hurt Product Innovation?67
1 Introduction69
2 The issue with listening to customers69
2.1 Which customers?70
2.2 What questions?71
3 Different ways of listening to customers72
3.1 What role do you ask customers to play?72
3.2 Who does the listening do?73
4 Is listening to customers always helpful?74
5 Conclusion74
References75
Adoptionsbarrieren bei Produktinnovationen77
1 Bedeutung von Adoptionsbarrieren für die Marktpenetration von Produktinnovationen79
2 Präferenzbildung bei Produktinnovationen80
3 Produktevaluierung und Produktwahl im Phasenmodell des Adoptionsprozesses82
3.1 Phasen des Adoptionsprozesses82
3.2 Die Phasen Evaluierung und Entscheidung84
4 Entstehung und Erklärung von Adoptionsbarrieren86
5 Barrieren-Management89
Literaturverzeichnis9