: Thomas Lammer
: Handbuch E-Money, E-Payment& M-Payment
: Physica-Verlag
: 9783790816525
: 1
: CHF 71.70
:
: Volkswirtschaft
: German
: 436
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Im Zuge der Bemühungen um einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum, die sogenannte Single Euro Payment Area, gewinnt der bargeldlose Zahlungsverkehr auch im Retailbereich zunehmend an Bedeutung. Innovative Zahlungsmethoden wie Electronic Money, Electronic Payment und Mobile Payment sind bereits wichtige Themen und werden zweifellos den Zahlungsverkehr der Zukunft noch stärker bestimmen. Das vorliegende Handbuch bietet einen umfassenden und kenntnisreichen Einblick in dieses hochaktuelle Gebiet. Internationale ZahlungsverkehrsexpertInnen stellen die aktuellen Entwicklungen ebenso wie sicherheitstechnische, rechtliche und politische Aspekte innovativer Zahlungsverkehrsformen dar, liefern detaillierte Analysen von Praxisbeispielen und beantworten die Frage, welche Faktoren aus Sicht der unterschiedlichen Stakeholder für den Erfolg von Zahlungsverkehrslösungen entscheidend sind.

Internet-Zahlungen aus der Sicht der Verbraucher (S. 307-308)

Malte Krüger, Kay Leibold

Lehrstuhl Geld und Währung am Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung an der Universität Karlsruhe

1 Einleitung
Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse der siebten Online-Umfrage„Internet-Zahlungssysteme aus Sicht der Verbraucher" zusammen. Durch die Auswahl der im Netz angebotenen physischen und digitalen Güter und durch die Bewertung der einzelnen Zahlungssysteme erhält der Leser einen Einblick, welche Gründe für die Wahl eines Zahlungssystems verantwortlich sind. Bezahltrends werden durch den Vergleich mit vorangegangenen und anderen Studien aufgezeigt. Nach wie vor dominieren im Internet die traditionellen Zahlungsverfahren Online-Überweisung (Online Banking), Kreditkarte und Lastschrift. Auch die Zahlung per Nachnahme wird sehr häufig angeboten. Die Akzeptanz neuerer Verfahren wie beispielsweise der vorausbezahlten oder der E-Mail-basierenden Verfahren liegt, mit einer Ausnahme, meist (noch) unter fünf Prozent. Allerdings verzeichnen die neuen Verfahren im Bereich digitaler Güter einen etwas höheren Marktanteil.

Bei der Bewertung der fünf Bezahlarten Online-Banking, Kreditkarte, vorausbezahlte Systeme, Inkasso-Systeme und Mobiltelefon erreichen vor allem Online-Banking und die Kreditkarte gute Noten hinsichtlich Verbreitung, Zukunftserwartung und Einfachheit. Viele Teilnehmer geben an, dass sie ihr gewähltes Bezahlsystem vor allem deshalb nutzen, weil sie es bereits kennen und keine Notwendigkeit sehen, ein neues System nutzen zu müssen.

2 Sieben Jahre„Internet-Zahlungssysteme aus Sicht der Verbraucher"
Während der Einzelhandelsumsatz in Deutschland seit vielen Jahren stagniert, verzeichnet der E-Commerce nach wie vor kräftige Zuwächse und ein Ende des Wachstums scheint nicht absehbar. Damit bleibt der Internet-Zahlungsverkehr ein Wachstumsmarkt. Dies spiegelt sich in der regen Aktivität auf Anbieterseite wieder. Trotz vieler Marktaustritte lockt die E-Payment-Branche weiterhin neue An bieter an. Jüngstes Beispiel sind die Gerüchteüber einen geplanten Markteintritt von Google (Spiegel Online 2005).

Die Kunden stehen dem vielfältigen Angebot jedoch zurückhaltend gegenüber. Dies zeigt die Umfrage„Internetzahlungssysteme aus der Sicht der Verbraucher" (IZV7). Diese Online-Umfrage wird seit 1998 am Lehrstuhl Geld und Währung (Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung) der Universität Karlsruhe (TH) regelmäßig durchgeführt. Die in der vorliegenden Studie dargelegten Ergebnisse stammen aus der 7. Befragung (März 2004 bis Mai 2004) und basieren auf der Auswertung von 13.186 Fragebögen.

Bei der Umfrageserie IZV handelt es sich um eine offene WWW-Umfrage. Offene WWW-Umfragen weichen z.T. deutlich von mündlichen Befragungen und Panels ab. Männer, junge, hochgebildete und technikaffine Menschen sind meistüberrepräsentiert. Die Ergebnisse sind somit für die Gesamtbevölkerung nicht repräsentativ. Dies ist jedoch nicht unbedingt von Nachteil, da gerade die Meinungen und Einstellungen so genannter„Innovatoren und First Mover" für die weitere Entwicklung junger Märkte von hohem Interesse sind.

3 Wie wird bezahlt?

Der Konsument kann außerhalb des Internet seine Schuld auf verschiedene Möglichkeiten begleichen. An der Ladenkasse hat er beispielsweise die Wahl zwischen Bargeld, Lastschriftverfahren, Electronic Cash, GeldKarte oder Kreditkarte. Beim Versandhandel kann der Käufer zwischen Nachnahme, Lastschrift oderÜberweisung auswählen. Im Internethandel mit materiellen Gütern finden sich vor allem die aus der Offline-Welt bekannten Verfahren wie Nachnahme, Kreditkarte, Lastschriftverfahren undÜberweisung.

Anders sieht die Situation bei digitalen Gütern aus. Diese können unmittelbar, per Klick, bezogen werden. Abgerechnet werden diese Güter meist per Kreditkarte oder Online-Überweisung. Handelt es sich jedoch um niedrigpreisige digitale Güter, wie beispielsweise Musikdownloads oder Zeitungsartikel, so kommen häufig neuere, speziell für das Internet entwickelte Verfahren zum Zuge: vorausbezahlte Konten oder Inkasso- und Billingsysteme. Letztere laufenüber bestehende Abrechnungsbeziehungen (beispielsweise die Telefonrechnung) oder ein spezielles Konto, das periodisch auszugleichen ist.

Inhalt6
Einleitung14
Literatur17
Grundlagen und allgmeine Informationen 18
E-Payments Evolution20
1 Introduction20
2 High technology, market specifics and payments innovation21
3 Developments in E-Money, mobile payments and innovative banking services22
3.1 Electronic money22
3.2 Mobile payments26
3.3 Innovative banking services28
4 Conclusions30
References31
Zahlungsverkehrsinnovationen im Wandel der Zeit und ihre Vermarktung32
1 Innovationen als Grundlage des Fortschritts32
1.1 Innovationen als Notwendigkeit32
1.2 Originäre und adaptive Innovationen33
1.3 Innovationen im Wettbewerb33
1.4 Innovationen unter Unsicherheit33
1.5 Innovationen und Wirtschaftlichkeit34
1.6 Innovationen bei Banken34
2 Innovationen präg(t)en Zahlungsverkehr35
2.1 Warengeld, Bargeld, Giralgeld35
2.2 Scheck, Überweisung, Lastschrift36
2.3 Kartenzahlungsverkehr37
3 Innovationen im Zahlungsverkehr und ihre Vermarktung41
3.1 Produktpolitik42
3.2 Preispolitik43
3.3 Kommunikationspolitik44
3.4 Vertriebspolitik45
4 Fazit46
Literatur47
Zahlungsverhalten am Point of Sale in Deutschland – aktuelle Entwicklungen48
1 Status Quo48
2 Deutschland auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft?51
3 Fazit54
Literatur54
Zahlungsverhalten und Bargeldverwendung in Österreich56
1 Einleitung56
2 Verwendung und Verbreitung von Zahlungskarten57
2.1 Deutliches Wachstum bei EFT-POS-Transaktionen57
2.2 Entwicklung bei der Benützung von Quick58
2.3 Zahlungskartenbesitz und -nutzung59
2.4 Beabsichtigter Erwerb und Nutzung von Zahlungskarten62
3 Wachstum der EFT-POS-Zahlungen bewirkte Rückgang bei Bargeldverwendung und -nachfrage63
3.1 Bargeld hat noch immer hohen Marktanteil63
3.2 Bargeldnachfrage ist moderat gesunken65
4 Fazit67
Literatur68
Internet-Zahlungssysteme in Deutschland und Österreich: ein Überblick70
1 Einleitung70
2 Kategorisierung von Internet-Zahlungssystemen72
3 Pre-Paid-Verfahren73
3.1 Hardware-basiert73
3.2 Software-basiert74
4 Pay-Now-Verfahren75
4.1 Nachnahme75
4.2 Lastschrift75
4.3 E-Mail-Payment75
4.4 Online Überweisung76
4.5 Debitkarte: Maestro SecureCode77
5 Pay-Later-Verfahren77
5.1 Kreditkarte77
5.2 Überweisung nach Lieferung79
5.3 Billingverfahren80
5.4 Mobile Payments81
6 Fazit und Ausblick82
Literatur84
M-Payment im internationalen Kontext86
1 Ein langsamer Anfang86
2 Viele Player haben viel zu gewinnen86
3 So funktionieren M-Payments88
4 Regionale Unterschiede90