In den letzten Jahren hat sich der Wettbewerb in vielen Branchen und Märkten drastisch verschärft. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten dabei zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Einige Unternehmen reagieren auf diese Herausforderungen, indem sie verstärkt Kooperationen und Netzwerke eingehen. Daneben bestehen bei der Mehrzahl mittelständischer Unternehmen immer noch Vorbehalte gegenüber den Chancen kooperativer Zusammenarbeit. Ein hemmender Faktor ist der Mangel an fundiertem Erfahrungswissen über die Potenziale und Risiken der Vernetzung.
Die Autoren stellen ausgezeichnete Unternehmensnetzwerke aus dem Wettbewerb 'Die beste Kooperation' vor, analysieren deren Erfolgsmuster und entwickeln daraus allgemeingültige Handlungsrichtlinien für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Ein Buch für Praktiker in Industrie-, Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen ebenso wie für Wissenschaftler, die sich mit Kooperationen und Unternehmensnetzwerken beschäftigen.
5.1 Übertragbare Erfolgsmuster der besten Kooperationen
5.1.1 Allgemeingültige Erfolgsmuster
„Gute" Kooperationen zeichneten sich im Wettbewerb durch überdurchschnittliche Ergebnisse sowohl bei weichen als auch bei harten Bewertungsfaktoren aus. Diese Kooperationen überzeugen in beiden Feldern, die durch den Bewerbungsbogen des Wettbewerbs zur Bewertung herangezogen wurden: Zum einen verfügen sie über hervorragende Kompetenzen als Bündel aus Fähigkeiten und Ressourcen, die sie sich durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit erschlossen haben. Zum anderen können sie auch überdurchschnittliche Ergebnisse vorweisen, die durch diese Kompetenzenerzielt werden konnten.Die Analyse und Bewertung der teilnehmenden Kooperationen lässt auf einige grundsätzliche Erfolgsfaktoren und Erfolgsmuster schließen. Ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen den Partnerunternehmen wird dabei als Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Kooperation am häufigsten genannt. Offenheit, zahlreiche Kontakte und eine transparente Vorgehensweise sind Möglichkeiten, Vertrauen zu erzeugen. Das Vertrauen kann dabei auch als Maß für den Entwicklungsgrad einer Kooperation angesehen werden. Hier zeigt sich: Je weiter die Kooperation vorangeschritten ist, desto stärker stellt sich auch der Erfolg der Zusammenarbeit zwischen den Partnerunternehmen ein.Etwas differenzierter lässt sich dieses Vertrauen als Basis der Kooperation noch weiter untergliedern. Es bieten sich dreierlei Sichtweisen auf den Erfolgsfaktor Vertrauen aus Sicht der Partnerunternehmen an, die jede für sich genommen erfüllt sein müssen: