: Frank Pfirsching
: Portfoliotransaktionen von Selbstnutzern Eine immobilienwirtschaftliche Analyse
: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
: 9783835054110
: 1
: CHF 43.90
:
: Volkswirtschaft
: German
: 244
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Frank Pfirsching untersucht, mit welchen Problemen Selbstnutzer bei Portfoliotransaktionen konfrontiert sind, und entwickelt eine Best-Practice-Vorgehensweise für Unternehmen bei einem Portfolioverkauf. Basis sind eine qualitativ strukturierende Inhaltsanalyse von Experteninterviews und ein deskriptiv/behaviouristisch motivierter Erklärungsansatz.

Dr. Frank Pfirsching promovierte bei Prof. Dirk Schiereck und Prof. Dr. Nico B. Rottke am Real Estate Management Institute (REMI) der European Business School, Oestrich-Winkel. Er ist Projektleiter Portfolio Management und Sales bei Sireo Real Estate GmbH, Stuttgart.
1 Einleitung und Problemstellung (S. 1)

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Als gewerbliche Selbstnutzer nehmen Unternehmen in Deutschland eine wichtige Position als Immobilieneigentümer ein. Gegenüber dem internationalen Durchschnitt von 30 bis 40 Prozent halten sie mit durchschnittlich 60 Prozent einen deutlich höheren Anteil der von ihnen genutzten Immobilien im Eigentum.

Um diesen Referenzwert auf den internationalen Durchschnitt abzusenken ist in den vergangenen Jahren ein Trend in Gang gekommen, noch betriebsnotwendige selbstgenutzte Immobilien zu verkaufen und wieder anzumieten. Beim Verkauf ihrer Immobilien bedienen sich Unternehmen unterschiedlicher Transaktionsformen. Die häufigsten Transaktionsformen sind aber Einzelverkäufe und Paketverkäufe (Portfoliotransaktionen).

Gerade bei der Veräußerung betriebsnotwendiger Immobilien durch besonders große Bestandshalter (z. B. DAX-Unternehmen) wird die Transaktionsform der Portfoliotransaktion häufig gebraucht. Beispielhaft seien hier Deutsche Bank AG, Metro AG, Siemens AG und Deutsche Telekom AG genannt. Allerdings haben bisher nur wenige der großen Unternehmen Verkäufe von betriebsnotwendigen Immobilien durchgeführt. Bei Verkaufsversuchen mit Hilfe von Portfoliotransaktionen ist es auch zum Scheitern von Transaktionen gekommen.

Bis auf wenige Ausnahmen im Bankensektor wie Deutsche Bank AG und Dresdner Bank AG finden Verkäufe von betriebsnotwendigen Immobilien nur noch durch mittelgroße, teilweise nicht börsennotierte Unternehmen statt, die die Immobilienverkäufe häufig als reine Liquiditätsquelle abseits von Kapitalmarkt und Unternehmensrating sehen. Im Gegensatz zu einer integrierten Strategie zur Anpassung des Immobilienbestandes bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungskosten handelt es sich hier um kurzfristige, nicht nachhaltige Bemühungen der Liquiditätsbeschaffung, die nicht der gezielten Reduzierung selbstgenutzter Eigentumsimmobilien dient.

Beispielhaft seien hier einerseits Baumarktketten genannt, die die Monetarisierung ihres Immobilienvermögens nicht aus strategischen Gründen, sondern rein zur Finanzierung ihrer weiteren Expansion durchführen. Diese Einschätzung wird dadurch gestützt, dass diese Verkäufergruppe gezielt an Investorengruppen veräußert, die rein an langfristigen, dem Leasing ähnelnden Finanztransaktionen interessiert sind. Andererseits handelt es sich wie beim Beispiel von Auto-Teile Unger um die Monetarisierung von Immobilienwerten durch neue Eigentümer aus dem Private Equity-Bereich, dem so genannten „Asset Stripping".

Darüber hinaus werden in Verkäufen, insbesondere Portfolioverkäufen vor allem nicht strategische Objekte mit mittelfristig auslaufender Nutzung veräußert. Zusammengefasst liegt der Anteil der Eigentumsobjekte an allen genutzten Immobilien bei deut- schen Unternehmen weiter deutlich über dem internationalen Durchschnitt. Der Trend zur Veräußerung und Rückanmietung betriebsnotwendiger Immobilien ist in Deutschland zum Erliegen gekommen.

Gleichzeitig warten große Volumina internationalen Investorenkapitals auf eine Anlagemöglichkeit in deutschen Portfoliotransaktionen. Die bisher erfolgreich abgeschlossenen aber auch ohne Abschluss abgebrochenen Transaktionen belegen aber das Interesse der Großunternehmen an Immobilienverkäufen, insbesondere Portfolioverkäufen.

Zum Teil sind es die Probleme bei der Beherrschung des Transaktionsprozesses, die von Portfoliotransaktionen abhalten. Der Grund für die Zurückhaltung und somit das Verbleiben der Eigentumsquote auf (zu) hohem Niveau lag folglich bei den bisherigen Transaktionen auch in der fehlenden Fähigkeit, den Transaktionsprozess zu beherrschen, um eine Portfoliotransaktion erfolgreich durchführen zu können.

Die vorliegende Arbeit möchte daher die Probleme erheben, mit denen Selbstnutzer als Verkäufer im Transaktionsprozess von Portfoliotransaktionen konfrontiert sind. Die daraus resultierende Transparenz über die Herausforderungen einer Portfoliotransaktion soll Unternehmen helfen, die in Zukunft Portfoliotransaktionen durchführen möchten. Darüber hinaus sollen die Problemfelder der Transaktionen mit Hilfe von verhaltenstheoretischen Urteilsfehlern (Behavioral Decision Theory) erklärt und Empfehlungen zum Umgang mit Urteilsfehlern in Portfoliotransaktionen abgeleitet werden.

Diese Erkenntnisse sowie Empfehlungen der bisherigen Transaktionsteilnehmer und Erfahrungen aus Vergleichen mit Unternehmenstransaktionen sollen abschließend einfließen in den Entwurf einer Best-Practice-Vorgehensweise für Unternehmen zum Verkauf von Paketen aus betriebsnotwendigen Immobilien.
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
Abkürzungsverzeichnis14
Abbildungsverzeichnis16
Tabellenverzeichnis18
1 Einleitung und Problemstellung20
1.1 Problemstellung und Zielsetzung20
1.2 Wissenschaftstheoretische Positionierung21
1.3 Gang der Untersuchung23
2 Grundstruktur einer Immobilien-Portfoliotransaktion durch Selbstnutzer26
2.1 Definition und Transaktionsbeteiligte im Überblick26
2.2 Verkäufer27
2.2.1 Abgrenzung27
2.2.2 Motive28
2.2.3 Interessenskonflikte der Immobilienverwaltung bei Selbstnutzern (Corporate Real Estate Management)31
2.3 Verkaufsagenten 34
2.3.1 Funktionen des Verkaufsagenten34
2.3.2 Der klassische Immobilien-Makler36
2.3.3 Mergers36
3836
2.4 Sonstige Verkäuferberater 45
2.4.1 Bewertung45
2.4.2 Vendor Due Diligence (Profilerstellung)45
2.4.3 Verhandlungsführung46
2.5 Käufer46
2.5.1 Zwischeninvestoren46
2.5.2 Endinvestoren 50
2.6 Fremdkapitalgeber62
2.6.1 Definition62
2.6.2 Typen von Fremdkapitalgebern62
2.6.3 Risiken aus Sicht des Fremdkapitalgebers63
2.6.4 Transaktionsprozess der Fremdkapitalgeber64
2.6.5 Strukturierung der Finanzierung 65
3 Verkaufsobjekt70
3.1 Gestaltung des Nutzungsüberlassungsvertrags70
3.1.1 Leasingverträge (Sale-and-Leaseback)70
3.1.2 Mietverträge (Sale-and-Rentback)70
3.1.3 Bilanzielle Auswirkungen70
3.1.4 Beurteilung der beiden Bereitstellungsvarianten71
3.1.5 Zwischenfazit zur Art der Nutzungsüberlassung72
3.2 Immobilien- und Nutzungsarten 72
3.2.1 Überblick 72
3.2.2 Gewerbeimmobilien73
3.2.3 Sonderimmobilien76
3.3 Bedeutung der Immobilien im Unternehmen (Strategisches Risiko) 77
3.3.1 Funktionen der Immobilie im Unternehmen77
3.3.2 Strategische Risiken aus Immobilien79
3.3.3 Bedeutung von Immobilien in Unternehmen80
3.3.4 Zwischenfazit83
3.4 Qualität als Anlageobjekt: Investment Grade 83
3.4.1 Investment Grade83
3.4.2 Objektqualität84
3.4.3 Lage84
3.4.4 Mieterbonität86
3.4.5 Merkmale, die sich aus dem Anlageverhalten institutioneller Investoren ergeben86
3.5 Transaktionsstruktur: Asset vs. Share Deal87
3.6 Organisation der Interessentenansprache90
3.7 Bisherige Transaktionen in Deutschland92
4 Exploration: Transaktionsprozess und Problemfelder96
4.1 Einführung zur Methodik96
4.2 Wahl der Interviewform96
4.2.1 Vergleich der Interviewformen96
4.2.2 Auswahl der geeigneten Interviewform97
4.3 Methode der Interviewführung97
4.4 Methode der Datensammlung 98
4.4.1 Auswahl der Methode / Formen der Inhaltsanalyse98
4.4.2 Ablauf der Inhaltsanalyse99
4.4.3 Einbindung eines Kategoriensystems / Analysematrix99
4.4.4 Ergebnisdarstellung100
4.5 Nachweis von Gütekriterien101
4.6 Stichprobe 102
4.6.1 Grundgesamtheit102
4.6.2 Rücklaufquote103
4.7 Phasen des Transaktionsprozesses103
4.7.1 Herleitung der Phasen des Transaktionsablaufs103
4.7.2 Analyse der Ausgangssituation104
4.7.3 Dokumentation Verkaufsobjekte105
4.7.4 Interessentenansprache / Käuferidentifikation105
4.7.5 Kontaktaufnahme mit Käufergruppe105
4.7.6 Verkaufsverhandlung / - abschluss106
4.8 Problemfelder von Portfoliotransaktionen 106
4.8.1 Einführung106
4.8.2 Allgemeine Problemfelder bei Verkäufen von Unternehmensimmobilien 106
4.8.3 Spezifische Problemfelder von Portfoliotransaktionen110
4.8.4 Frequenzanalyse115
5 Explikation: Transaktionsprozess und Urteilsfehler118
5.1 Einführung118
5.2 Verhaltenstheoretische Urteilsfehler (Behavioral Decision Anomalies) 118
5.2.1 Ursprung Behavioral Decision118
5.2.2 Überlick über Urt