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Main Data
Author: Gabriele Schweller
Title: Aktivierungen für Bettlägerige 35 tolle und praktische Ideen für den 'Lebensraum' Bett. Von A wie Aromapflege bis Z wie Zehenmassage
Publisher: Schlütersche
ISBN/ISSN: 9783842690523
Edition: 1
Price: CHF 24.80
Publication date: 01/01/2020
Content
Category: Medizin & Pharmazie
Language: German
Technical Data
Pages: 144
Kopierschutz: Wasserzeichen
Geräte: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents

Die Pflege und Betreuung von Bettlägerigen erfordert ein hohes Maß an Wissen, Empathie und Kreativität, um den Betroffenen bestmögliche Unterstützung und Lebensqualität zu bieten. Gerade hinsichtlich kreativer, motivierender Beschäftigungsmöglichkeiten stoßen Pflege- und Betreuungskräfte oft an ihre Grenzen - gilt es doch sinnvolle und individuelle Aktivierungen mit engen Zeitkorridoren und wenig Personalaufwand zu verknüpfen. Das Buch erweitert den Blickwinkel im Umgang mit Bettlägerigen und bietet eine Fülle von einfachen, aber effektiven Maßnahmen. Pflege- und Betreuungskräfte erhalten einen Fundus unterschiedlicher Ideen und Anleitungen für sinnvolle Aktivierungen. Diese können zum Teil sogar in die grundpflegerische Versorgung integriert werden. Abbildungen veranschaulichen die vorgestellten Ansätze und Formen - sie können Eins zu Eins übernommen oder an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Gabriele Schweller arbeitet seit über 20 Jahren in der Altenhilfe - als Altenpflegerin, als QMB und Auditorin, als Praxisanleiterin und stellvertretende PDL - und studierte schließlich erfolgreich Pflegepädagogik. Aktuell arbeitet sie als freiberufliche Organisationsberaterin sowie als Dozentin.

Table of contents

Vorab – in der Einleitung – und im Folgenden tauch(t)en immer wieder Begriffe auf, mit denen die körperlichen Zustände, Befindlichkeiten, Umstände und die Umgebung der Betroffenen beschrieben werden:

Immobilität

Bettlägerigkeit

Lebensraum

Damit wir bei der Verwendung der Begriffe annähernd die gleichen Vorstellungen und Voraussetzungen haben, möchte ich diese kurz erläutern und definieren.

1.1Immobilität


Definition Immobilität

Der Duden definiert die Bedeutung von Immobilität* als »einen Zustand der Unbeweglichkeit«. Das Pflegiothek Fachwörterbuchbuch** sagt: »Unfähigkeit zur Bewegung«.

Fakt ist, dass sich immobile Menschen nicht durch eigene Anstrengungen körperlich bewegen und fortbewegen können – sie sind unbeweglich aus eigenem Antrieb. Die Ausprägungen variieren dabei.

* https://www.duden.de/rechtschreibung/Immobilitaet, abgerufen am 06.11.2019

** Fachwörter in der Pflege für die Aus- und Weiterbildung (2007). Pflegiothek, Cornelsen, Berlin.

Die Immobilität ist die stärkste Form der Bewegungseinschränkung. Sie ist neben der Instabilität, Inkontinenz und dem intellektuellem Abbau eine der bedeutendsten Funktionsstörungen im Alter. Betrachtet man die Immobilität jedoch nur (definitionsgemäß) als eine Einschränkung der körperlichen Bewegungsfähigkeit, ist das sehr einseitig. Denn von Immobilität können ebenfalls kognitive, emotionale als auch soziale Fähigkeiten betroffen sein. Dauerhafte Immobilität führt nicht nur zum Abbau der Muskeln und damit der körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern schränkt die Betroffenen massiv in ihrer persönlichen Handlungsfähigkeit und Autonomie ein. Die Folgen sind ein hoher Pflegebedarf und soziale Isolation1.

Entsprechend der Studien nach Frau Prof Dr. Abt-Zegelin2 durchläuft die Immobilität fünf Phasen.

Die fünf Phasen der Immobilität

1. Phase: Die Instabilität tritt hervor.

Eine ältere Person hat eine zunehmende Gangunsicherheit (Ursachen können Arthrosen, Zustand nach Apoplex oder andere Erkrankungen sein). Diese und andere gesundheitlichen Probleme stellen die Person vor eine enorme Herausforderung. Die ältere Person benötigt im Grunde ein Hilfsmittel, beispielsweise einen Gehwagen (im Fachjargon Rollator). Oft steht dieser aber nicht zur Verfügung, weil er noch nicht beantragt oder besorgt wurde. Eine etwaige, zunehmende Blasenschwäche (Inkontinenz) trägt dazu bei, sich bei Toilettengängen unwohl, gehetzt und unsicher zu fühlen. Sehr häufig leiden Frauen am meisten darunter. Sie beginnen weniger zu trinken, damit sie nicht so häufig zur Toilette müssen. Damit schreitet aber ihre körperliche Instabilität voran. Durch weniger Mobilität und körperliche Aktivität sowie zu wenig Flüssigkeitsaufnahme können zudem Kreislaufschwierigkeiten auftreten.

2. Phase: Ein Ereignis findet statt.

Eine ältere, vielleicht sogar schon etwas hilfe- und pflegebedürftige Person erleidet beispielsweise einen Sturz mit und ohne Klinikaufenthalt. Oder sie muss einen Klinikaufenthalt aus anderen Gründen durchleben und ist daher für eine gewisse Zeit eingeschränkt und weniger mobil. Nach diesem Ereignis ist die Person umso mehr auf Hilfsmittel angewiesen, benötigt u. U. einen Rollstuhl.

3. Phase: Eine Immobilität im Raum entwickelt sich.

Die Bewegungseinschränkung erhöht sich. Die Betroffenen verweilen lange an einem Ort. Der Transfer Bett/Rollstuhl wird mühsamer, ist nur noch mit Unterstützung möglich. Dazu kommt, dass der Transfer oft als unsicher erlebt